[das mit dem Ballbesitz]

Übrigens: der junge Mann, der bei Fußballübertragungen den Ballbesitz der Mannschaften zählt, sitzt üblicherweise still in einer Ecke in der VIP-Lounge und hält eine hölzerne Schachtel mit einem kleinen Hebel, den er mit den Fingern bedienen kann, zwischen seinen Knien. Er schaut konzentriert dem Spiel zu, schaltet den Hebel nach links, wenn der Ball beispielsweise bei Dortmund liegt, und schaltet den Hebel nach rechts, wenn Arsenal am Ball ist. Dieser Hebel ist mit dem zentralen Computer der jeweils rechtehabenden Fernsehgesellschaft verbunden, der wiederum die Zeit mitzählt, die der Ball beim jeweiligen Team verbleibt und per Knopfdruck, in Echtzeit, die Prozentanteile des Ballbesitzes auf die dafür vorgesehene Fläche des Fernsehbildschirmes darstellen kann. Die beim Schalten auftretenden Ungenauigkeiten werden von der Fifa, der UEFA oder dem DFB in Kauf genommen. Es lässt sich nicht vermeiden, dass der junge Mann in seiner stillen Ecke, beim konzentrierten Zusehen den Emotionen verfällt, wenn er möglicherweise den Ball bei Mannschaft A erwartet, dieser aber von der Mannschaft B überraschenderweise abgenommen wurde, bevor der junge Mann dies auch emotional verinnerlicht hat. Zudem lässt sich nur schwer vorher feststellen, wenn beispielsweise ein langer Pass, den angespielten Mannschaftskollegen verfehlt und in Besitz der gegnerischen Mannschaft gelangt. Es wurde von den offiziellen Fußballorganen auch noch nicht festgelegt wem der Ball in dieser luftleeren Zwischenzeit tatsächlich gehört. Man vertraut hier sozusagen dem korrektiven Verhalten des Mannes mit der hölzernen Schachtel, wenn er seinen Emotionen folgt.

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