[Tagebuchbloggen. Samstag, 20.3.2021]

Ich vergass gestern zu erwähnen, dass unser Legionellenproblem jetzt gelöst ist. Das heißt, der Legionellenbefall war gar kein Legionellenbefall, sondern auf eine Falschmessung zurückzuführen. Nach ganz genau einem Monat, dürfen wir wieder duschen.
Die Falschmessung war offenbar dadurch entstanden, dass die erste Probe über einem längeren Zeitraum bei normaler Temperatur herumgestanden hatte und sich die Legionellen deswegen innerhalb der Probe lustig reproduzieren konnten. Kitkat Club im Wasserglas. Die neue Messung ergab, dass wir wieder bei unter 100 Kolonienbildenden Einheiten pro 100ml Wasser liegen und das amtliche Duschverbot damit aufgehoben wurde.

Ich bin mir unsicher, ob ich mich darüber aufregen soll oder ob ich nicht einfach nur belustigt darüber bin. Die Waschvorgänge mit aufgekochtem Wasser, war sehr unterhaltsam und es ließ uns auch einigermaßen in Demut auf unser Luxusleben mit einer echten Dusche schauen. Und guter Blogcontent war es auch. Außerdem konnten wir allen (ALLEN) aufgeregt erzählen, dass wir einen Legionellenbefall mit tausendfacher Überschreitung des Grenzwertes hatten und ein amtliches Duschverbot ausgesprochen wurde. Schon deswegen bin ich besänftigt.

Die Meldung, dass wir wieder duschen durften, kam am Nachmittag. Wir haben einen Emailverteiler im Haus. Ich leitete die Mail gleich weiter. Die Freude war groß. Zum Feierabend verabredeten meine Frau und ich uns zum feierlichen Duschen. Einfach duschen können, ein warmer Wasserstrahl und sich darunterstellen, das ist schon eine feine Sache.

Wir waren offenbar aber nicht die einzigen mit dieser Idee. Vermutlich hat sich das ganze Haus zur feierlichen Einduschung verabredet. Der Wasserstrahl war an dem Abend sehr schwach und unterlag starken Temperaturschwankungen.

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Am Vormittag treffe ich mich mit Klaus, Natalie und Stephan Dembo. Auf einen Spaziergang durch dieses Dreieck, Mitte, Gesundbrunnen, Prenzlauer Berg. Alte Herthagegend. Es ist sehr kurzweilig, in dieser Viererkonstellation haben wir uns noch nie getroffen. Auf eine gewisse Art ist es auch sehr romantisch. Wir spazieren den Mauerpark hoch und laufen durch dieses Neubauviertel auf der Weddinger Seite, vor der Millionenbrücke gehen wir runter zu den Gleisen und drunter durch bis zum Bahnhof Gesundbrunnen. Danach laufen wir hinten weiter in die Behmstrasse bis ganz hinauf fast zum Soldiner Eck und dann unter dieses Gleissystem bis zu den den Schrebergärten zwischen Pankow und Pehberg. Und dann wieder zurück durch das nordische Viertel bis zum Mauerpark.
Ich muss mal checken, was mein Schrittzähler dazu sagt. Googlefit wird sich sicherlich löblich äußern.
Wenn es ein paar Grad wärmer ist, werden wir uns am Exerzierplatz in der Cantianstraße in die Sonne setzen und den Menschen auf den Fussballfeldern beim Training zusehen.

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Als ich nach Hause komme, beschließen wir, mexikanisch zu bestellen. Es ist drei oder vier Uhr, es geht als verspätetes Mittagessen durch. Dazu schauen wir einen hochgepriesenen Horrorfilm auf Netflix. Er heisst Block Island Sound und soll sehr speziell sein. Der Film ist so langweilig. Und so belanglos. Und so viele uninteressante Figuren. Ich werde total müde. Vom Essen und von der Langeweile des Filmes. Ich schlafe für zwei Stunden. Einen komatösen, tiefen Schlaf.

Der Abend danach war irgendwie seltsamer Brei.

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