[Sonntag, 16.5.2021]

Heute nicht viel gemacht. Ein bisschen gelesen, aber ich habe derzeit auf nichts Lust. Es liegen noch viele ungelesene Bücher herum, aber es hat sicherlich einen Grund, warum ich diese noch nicht gelesen habe. Deswegen wieder zu Roberto Bolaño gegriffen. Erstaunlicherweise habe ich den Überblick verloren, was ich von Bolaño gelesen habe und was nicht. Es liegen Bücher von ihm herum, in den Regalen und im Reader, vor allem die Bände mit kurzen Geschichten haben es mir angetan, ich weiss nie genau in welchem Buch, bei welchem Text ich gelandet bin, ich finde mich aber immer wieder schnell zurecht. Diese Beiläufigkeit, mit der seine Geschichten in die Tiefe gehen, auch in die Abgründe, mit der Banalität von Biografien der Menschen, seine Texte fühlen sich oft wie Biografien an, beiläufig und etwas plaudernd erzählt unter einem schattenspendenden Baum im Vorgarten eines mexikanischen Landhäuschens.

Das tausendseitige Buch 2666 habe ich nicht zu Ende gelesen. Im dritten Teil von 2666 hatte ich irgendwo aufgehört, auch aus Angst davor, mich dem monströsen, vierten Teil hinzugeben, in dem über 400 Seiten hinweg Frauenmorde geschildert werden. Ich denke, das muss ich mir nicht geben. Auch wenn ich glaube, dass Bolaño das kunstfertig und nicht sensationslüstern aufgeschrieben hat, denke ich trotzdem, dass ich mir das nicht geben muss, vor allem nicht über 400 Seiten hinweg. Ich mag auch keine Krimis und Thriller mehr, in denen Frauenmörder zum Thema gemacht sind. Außer Gillian Andersson ermittelt wieder in High Heels durch Belfast, dann mache ich eine Ausnahme.

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The Song of cold. Gestern als wir so herumalberten, fiel mir der Song of Cold wieder ein. Jene eindrückliche Performance von Klaus Nomi als eine Art kristallenes Geschöpf aus dem Eis. Von the Song of Cold kenne ich nur diesen Auftritt von Klaus Nomi, den ich als Kind oder Teenie mehrmals im Fernsehen gesehen hatte. Für mich war das damals Achtzigerjahre Art-Pop / New Wave. Heute fand ich heraus, dass das Lied von Henry Purcell ist. Hochbarock. Vermutlich hat die Ästhetik dieses Auftritts alles überstrahlt.
Klaus Nomi war in dem Video bereits mit dem damals noch nahezu unbekannten Virus HIV infiziert und starb ein Jahr später völlig unbehandelt.

Das hat mich den ganzen Tag beschäftigt.

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