[Dienstag, 27.7.2021 – redneck, und Scheisssituationen]

Ich habe einen Sonnenbrand vom Mähen in Schweden. Der ganze Nacken ist rot und ich habe käsige Streifen vom Tanktop, den ich dabei trug. Redneck. Redneck. Ich mag ja die Plastizität dieses Wortes.

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Der erste Tag zurück im Büro ist immer der schwierigste. Es geht alles ein bisschen langsamer. Hinzu kommt, dass wir heute in den neuen Flügel gezogen sind und ich noch nicht genau wusste, wo ich sitzen will. Und dann funktionierte mein Monitor und die Dockingstation ewig lange nicht. Bis alles lief, war es Mittag.

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Am Abend nahmen wir Abschied von einem Kollegen. Auf dem Weg dahin fuhr ich mit dem Rad am Tempelhofer Ufer entlang. Auf dem Bürgersteig lief eine junge Frau. Sie hatte ein kurzes, dünnes Sommerkleid an und trug dabei einen Rucksack. Ihre linke Rockhälfte war unter dem Rucksack eingeklemmnt und deshalb sah man ihre linke Backe. Sie hatte es nicht bemerkt und sie wirkte nicht so, als wäre es Absicht.

Ich fuhr daran vorbei und dachte, oh was ein Pech. Dabei hatte ich einen guten Podcast im Ohr und es sollte mich nicht länger beschäftigen. Ich fuhr über die Kreuzung, überquerte die Strasse, fuhr in die Gitschiner hinein, fuhr an der ersten Ampel vorbei und merkte, dass der Podcast ohne meine Aufmerksamkeit weitergerödelt hatte, da ich die ganze Zeit an diese junge Frau denken musste und in was für einer Scheisssituation ich sie da gelassen hatte. Die nächste Ampel wurde rot und ich hielt an. Als es grün wurde bog ich um und fuhr auf dem Bürgersteig zurück.
Ich wusste nicht mehr genau wie sie aussah. Da kam aber eine junge Frau mit einem kurzen Sommerkleid daher und ein Stück hinter ihr andere Menschen, darunter auch eine Gruppe junger Kerle. Im Vorbeifahren schaute ich ob sie das wirklich war und ob ihr Kleid noch hochgerutscht war. Ja, war es.

Die Situation mit ihr direkt war dann sehr komisch. Sie erschrak vor mir als ich sie ansprach und als ich sagte, was mit ihrem Rock los sei, griff sie sich an die linke Hüfte und die ganze Situation wurde natürlich super unangenehm. Für sie und auch für mich. Also fuhr ich einfach los. Es gab kein Tschüss meinerseits und kein Danke ihrerseits. Aber ich denke, so müssen sich solche Szenen auflösen.

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