Da bemueh ich mich ein guter Mitarbeiter zu sein, indem ich mich zusammenreisse und eben leiste was ich kann, weil der eintoenige Job sonst eh keinen Spass macht, und natuerlich auch weil ich den Job nicht verlieren will, oder besser gesagt, weil ich gerne zur UNIX-Gruppe befoerdert werde, was ja eigentlich mein Ding ist - und dann kommt sowas. Erst wurde mir neulich definitiv abgesagt fuer die UNIX-gruppe, da die Mutterfirma keine neuen Stellen in jener Gruppe mehr frei machen will. Das war fuer mich dann das Zeichen mich anderweitig umzugucken, aber da mir das bestimmt nicht so auf die Stelle gelingen wuerde, hatte ich mein Auge auf den technischen second Level gerichtet, die einige Stellen ausgeschrieben hatten. Die Arbeit bei denen waere mir hundertmal lieber, weil viel entspannter und viel mehr Zeit mich mit den Aufgaben auseinanderzusetzen.
Der Bereichsleiter, also der Vorgesetzte, des Vorgesetzten meines Vorgesetzten, mit dem ich das Gespraech hatte wegen der Absage der UNIX-Abteilung, wollte sich perseonlich darum kuemmern, dass ich so schnell wie moeglich eine andere Anstellung in der Fabrik bekaeme, die meinen Qualifikationen entsprechen wuerde. Ich sagte ihm, ich haette da so mein Interesse in den second Level. Dafuer wollte er sich einsetzen. Bis ich einige Tage spaeter eine Absage bekam, und eine Stunde darauf flatterte eine Mail des Vorgesetzten meines Vorgesetzten in meine Mailbox - ich solle doch zu ihn kommen. Und das tat ich, voellig wuetend, da ich ahnte, dass er seine Finger im Spiel hatte. Die Umstaende waren so aehnlich wie an jenem anderen Tag (Nein, aus dem Vertrag ist letztendlich doch nichts geworden, aber das ist eine andere Geschichte.)

Er hatte tatsaechlich seine Finger im Spiel gehabt, und wisst ihr was? Der Arsch (ein Pardon fuer meine Zunge, aber auch sie ist nur ein Mensch) will mich nicht in die andere Abteilung gehen lassen, weil ich zu gut bin. Weil ich durch meinen Eifer die Statistiken meiner ganzen Abteilung rette. Weil ich mich immer bemueht habe. Ich dachte ich spucke ihm ins Gesicht. Das waere mein volles Recht gewesen, nach all dem rumgetuhe auf der Arbeit. Aber da ich ja ein aeusserst freundlicher Mensch bin, habe ich den Kopf geschuettelt, mich zum gehen gewandt und gesagt, dass ich mir ab jetzt einen anderen Job suche. Er solle sich schonmal fuer Ersatz umgucken. Er hielt mich an. “Bitte bleibe kurz”. In unserer ganzen Abteilung sollten im ganzen Jahr 2005, bis auf einige ausgesonderte Ausnahmen, keine Festanstellungen vorgenommen werden. Alle sollten weiterhin ueber die Zeitarbeitsfirma arbeiten. Weniger Lohn fuer uns, aber fuer die Firma eben freier, da sie damit frei heraus entlassen koenne, da unsere Abteliung ueber einen laengeren Zeitraum hinweg, in Phasen nach Ostdeutschland ausgewurzelt wird. Moderne Betriebspolitik eben. Er wollte mit mir eine Ausnahme machen, und mir fuer Februar einen Vertrag anbieten, da er mich nicht gehen lassen moechte.

Ich habe zugesagt, unter der Bedingung, dass ich ab Februar mehr verdiene und diesesmal den Vertrag auch wirklich bekomme, und seitdem nerve ich ihn dauernd. Morgen muss er klare Sprache gesprochen haben. Morgen will ich einen Termin zur Vertragsunterzeichnung haben.

Was er natuerlich nicht weiss, ist, dass ich morgen ein vielversprechendes Bewerbungsgespraech bei einer anderen Firma habe. Den Vertrag will ich aber trotzdem. Man muss sich ja eindecken. Und mittlerweile hat dieser Vertrag fuer mich schon nur eine symbolische Bedeutung. Ich werde ihn mir einrahmen, und Pfeile danach werfen.

Kommentare (7) zu “…”

  1. Die Einschläge kommen immer näher. Aber offenbar gibt es für Sie auch Alternativen. Schön zu hören. Ich muß mich auch umsehen.

  2. blos weg da …

  3. klare worte. klingt richtig!

  4. Amuesant ist ja auch zu sehen wie uns versichert wird, dass Niemand entlassen wird, waehrend die Abteilung im Osten aufgestockt wird und mittlerweile schon doppelt so viele Mitarbeiter zaehlt wie in Hamburg.

  5. alles betrüger, überall.
    man muss immer vorsichtiger werden.

  6. entlassen wurde bei uns auch noch niemand. das geht viel subtiler. das wünsch’ ich niemandem, bin in den letzten monaten um jahre gealtert. und die typen, die in workshops und meetings den workflow optimieren und sich dabei gegenseitig die jobs zuschachern, behalten ihre faltenfreien bubi-gesichter. ungerecht.

  7. Da faellt mir auch die Abteilung meiner ehemaligen Firma ein. 90 Personen. Von 6 Managern geleitet. 60% sollten entlassen werden. Also das Team runter auf dreissig. Mit immer noch 6 Managern. Wen managen die dann? Ihre Daeumchen?

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