Hausmannsfreuden

Weil ich ja gerne tue alsob ich ein hartgesottener Bursche bin, der weder Feuer noch Flammen fürchtet und als siebenjähriges Kind schon einen Dreitausender bestiegen hat, erschrecke ich immer wieder, wenn ich an einem freien Tag wie heute aufstehe, die Wäsche in die Waschmaschine stopfe, die Getrocknete vom Kleiderständer nehme und sorgfältig gefaltet in den Schrank lege. Eigentlich geht das ja noch, aber sobald ich gleich darauf zu Musik von Milva das Geschirr abwasche und nachher beim zweiten Abspielen der CD, fröhlich mitsingend die Wohnung aufräume, dann kommt mir langsam ein mulmiges Gefühl herauf.
Die nächsten paar Stunden machte ich mir dann mal keine weiteren Gedanken, weil ich gerade freudig beschlossen hatte, einen grösseren Topf zu kaufen, da mich der Alte, beim Kochen von Unmengen Eintopf, immer so einschränkt. Das ist immer ein furchtbares Gekleckere und Gestopfe und Herumgespritze und das macht mich fuchsteufelswild. So lief ich leichten Herzens los und malte mir einen herrlichen Eintopf aus, während ich einen 7-Litertopf fand, für sage und schreibe, nur achtzehn Euro.
Erschrocken war ich aber erst wirklich, als ich, wieder zuhause angekommen, nach dem erneuten Auflegen der Milva CD, meiner arbeitenden Schnitte eine Mail schrieb in der ich ihr in 25 euphorischen Zeilen von meinem neuen Topf vorschwärmte.

Ma quando brucia il sole della passione, io vedo te (Milva - Mediterraneo)

Kommentare (4) zu “Hausmannsfreuden”

  1. sehr schön. mit dem alter gewöhnt man sich an allem :-)

  2. Genau, Herr Leteil: auch am Dativ…
    Aber so richtig heimisch bin ich auf dem Hausmann-Planeten denn doch noch nicht, wenn ich ehrlich bin. An den Tagen, wo die Kleine jetzt in der Kita ist, krieg ich auch nicht wesentlich mehr gebacken im Haushalt. Und größere Putz- und Räumaktionen mach ich traditionell doch lieber samstags, wenn weibliches Publikum dabei ist ;-)

  3. Frauen macht das total geil Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass putzende Männer auf Frauen sexuell stimulierend wirken. Und das ohne Schürze und nacktem Hintern, sondern bloss schon das Bild eines putzenden Mannes.

  4. kann ich so nicht bestätigen.
    aber kochende männer, die finde ich extrem gut.

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