[18.4.]

Was also gestern geschah. Previously on mequitodotorg sozusagen.
Also: nichts besonderes.
-Statt des erwarteten Muskelkaters vom Völkerball war nur der Kater von den vielen Bieren nachher geblieben. Was mich sehr überrascht hatte am morgen. Die Erinnerung an die vielen Biere war mir völlig entglitten; so spaßig wie das Ballspiel vorher war.
-Um halb elf kam ich im Büro an und ich wurde unerwartet zu einen Vortrag einberufen. Dort saß ich dann schläfrig bis 4 Uhr. Danach hatte ich dann keine Lust mehr und bin nachhause gefahren.
-Unterwegs leckere Sachen gekauft weil ich Madame Modeste und J. zum Essen eingeladen hatte. Eine Art Housewarming.
-Gekocht hatte ich: Einen Pfifferlingrisotto als Vorspeise, und Gadertaler Tirtlen mit einer leichten Bärlauch-Quarksauce von K als Hauptspeise und dazu einen Salat.
-Getrunken haben wir einen köstlichen Teroldego, bei dem mir wieder einfiel wie lange ich keinen Teroldego mehr getrunken habe und wie schade das ist. Dann einen wunderbaren österreichischen Zweigelt. Rotwein aus Österreich. Das hat mich neulich ziemlich sprachlos gemacht als ich bei einer Klagenfurter Freundin das erstemal Zweigelt getrunken hatte. Ich sagte, aha, Interessant, Österreicher die italienischen Wein kaufen und ihn als östrreichische Marke verkaufen, und sie sagte, Neinnein, eine österreichische Traube ist das, und ich sagte, nasowat, österreichische Traube ist das.
Ich, der dachte österreichische Trauben würden man sofort zum Abschuss zur Destillation freigeben, oder besser gesagt:
Ich, der dachte österreichische Trauben würde man den österreichischen Tauben verfüttern, oder besser gesagt:
Ich, der nichtmal wusste dass in Österreich Trauben wachsen.
Nördlich des Brenners gibts es für mich ja nur noch Hopfen und Malz.

Heute sehr spät aus einem tiefen Betonschlaf erwacht. Nach dem Frühstück (Tirtlen und Risotto mit Kaffee) wieder zurück ins Bett und in einen zweiten Betonschlaf versunken. Danach ziemlich fit gewesen.
Ich wollte Fahrrad kaufen gehen. Da war es schon 16Uhr. K und ich spazierten die Brunnenstraße runter (überhaupt runter. Ich habe das Gefühl ich spaziere immer erstmal irgendwo runter) zu diesem Fahrradladen unweit der Ecke zur Invalidenstraße, der natürlich schon geschlossen hatte, und weil das ein bisschen blöd war sind wir dann weiter in Richtung Rosenthaler Platz gelaufen und dort ein bisschen in die Läden geguckt weil nachhause zu gehen war auch irgendwie blöd, wegen dem vielen Betonschlaf den wir schon hatten und gegessen hatten wir ja auch schon, aber die Sache mit dem Plan für den Samstag, das hatten wir einfach vergessen, und da war dieser Schuhladen in dem ich völlig unerwartet eine Bloggerin als Verkäuferin erkannte, das war ungewöhnlich, wo die Zeiten des Erkennens von Leuten aus dem Internet für mich ja schon längst vorbei sind, so vom Gefühl her jedenfalls, aber wir wachsen ja ständig nach, und das ist gut, jedenfalls. Ich habe natürlich nicht Hallo gesagt, sie wird mich ohnehin nicht gekannt haben, und so liefen wir weiter über den Rosenthaler Platz, den ich mittlerweile sehr mag, wie überhaupt diese ganze Ecke, vor allem den ersten Teil der Brunnenstraße, wo noch ein wenig von diesem alten Berliner schwarzgrau an den Fassaden klebt, wegen den halblegalen Häusern da vielleicht, aber auch wegen der angenehmen Enge, und dann fiel mir die Jeans ein, dass ich ja eine Jeans kaufen müsste, aber herrje, Scheunenviertel, da gibt es ja nur noch teure Boutiquen und ich gebe fürs verrecken kein teures Geld aus für Jeans, bin ja kein urbaner Cowboy, als dann K’s Telefon klingelte. Die beste Freundin die reden musste. Und dann habe ich die telefonierende K durch Berlin geführt. Lange Zeit später legte sie auf, und fragte, wo sind wir jetzt und ich sagte: hier beim Schloß. Und zeigte ihr die leere Sandfläche auf der Spreeinsel.
Wir standen dann noch eine Weile auf der Karl-Liebknecht-Brücke und haben übers Mittelalter geredet, weil wir jetzt die komplette Insel überblicken und hinüberschauen konnten bis zum Nikolaiviertel, wodurch sich das ganze mitteralterliche Berlin/Cöln begreifen ließ. Das war schon nicht schlecht.
Danach zum Alexanderplatz abgebogen, und uns im Galeria Kaufhof ganz oben ans Fenster gesessen und einen Kaffee getrunken. Dem treiben unten auf dem Platz zugesehen und über den Musiker mit seinem dreifüßigen Didgeridoo gestaunt. Das heisst, weniger über sein Instrument gestaunt als vielmehr darüber, dass er gleichzeitig dazu getrommelt hat. Irgendwann stieß eine Gruppe von zehn betrunkenen Männern dazu, sie alle trugen ein hellbraunes TShirt und Blumengirlanden um den Hals, vermutlich ein Junggesellenabschied. Einer der Gruppe stahl dem Musiker eine Schellentrommel und machte damit Krach und tanzte um den Musiker herum. Der Musiker muss ihn gehasst haben. Ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen.
Danach sind wir mit der UBahn zurück. Und ich habe einen Bärlauchpesto gekocht.

2 Comments

  1. Was für ein grandioses Essen. Ich war noch Samstag früh so dermaßen satt, dass ich auf dem Kollwitzmarkt ausschließlich Obst und Gemüse gekauft habe, weil ich mir nicht vorstellen konnte (und wollte), dass ich jemals wieder etwas zu mir nehmen würde, was mehr Nährwert als eine Sellerieknolle aufweist.

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