recitativo nr.82

Das Blog ist aus dem Urlaub zurück. Darüber war ich so froh, dass ich mich gleich an den Schreibtisch setzte, seit langem wieder einmal das Mikrophon zur Hand nahm und Kid37’s Tango Mortale vorlas. Dazu spiele ich ein wenig auf der Ziehharmonika als wäre ich ein barfüßiger Junge der in einem Hauseingang der Boca sitzt und das Instrument seines Großvaters erlernt. Um diese Stimmung zu verstärken habe ich es in Unterhosen gespielt.

Drüben im Vorleseblog.

Lesung in Wien

In der Stadt in der immer Herbst ist, mit meinem Glaubensbruder, der immer Wien ist, und der Madame deren Geschichten nach Novemberregen riechen, und die grossartige Frau Engl, und die fabulöse Lyssa, die beide bestimmt auch irgendwas herbstliches an sich haben, wenn wir lange danach suchen.

Ach, wie freue ich mich darauf, mich in Wien endlich mal nützlich zu machen, und den Wienern Geschichten vorzulesen. In der, oha, Herbststrasse. 37. Elfsechszig Wien.

Gibt es Wiener die hier mitlesen?

Update fr. 15.09.: Das ganze ist eine Kooperation zwischen Modeste Entertainment und Twoday.net.

Wiener Herbstlesung

mach doch mal was mit Kehlgeräuschen

Und weil wir schon bei Blog:Read sind, dachte ich, es sei mal an der Zeit euch unter die Arme zu greifen, euch aufwärmen eure Stimme zu ölen um zum Mikrophon zu greifen.
Ja genau, ich mache ein bisschen Werbung für das Vorleseblog.

Wir wollen nämlich Stimmen. Warme Stimmen, kalte Stimmen, verschnupfte Stimmen, Nasenstimmen, gute Stimmen, schlechte Stimmen, Verstimmen (musste sein), und welche Stimmen auch immer.
Was ihr damit macht ist eigentlich egal. Hauptsache ist: aus Blogs vorzulesen.

Es können kilometerlange Geschichten sein, mehrere Blogtexte aneinandergeklebt, Aufnahmen im Stil einer Radiosendung, ein Hörspiel, eine Kochsendung, ihr könnt es mit Musik unterlegen, oder auch nicht, ihr könnt sogar selbst etwas mit der Gitarre dazu vorspielen und wer kein Talent dafür hat, nimmt einfach Pfannendeckel.
Wenn ihr fremde Musik nehmt, passt bitteschön auf die Rechte auf. Auf der Blogread Seite gibt es viele Links zu freier Musik, die man bedenkenlos benutzen kann. Meist stehen diese unter einer CC-Lizenz.

Blogread ist ein Projekt einiger weniger Personen, aber Gastbeiträge sind immer willkommen. Was mir ja gefallen würde, ist, dass wir uns alle zusammen regelmässig mit Hörspielen versorgen. Vor allem für Leute die bloss ab und zu mal etwas lesen wollen, ohne gleich eine Podcastserie im eigenen Blog zu beginnen. So ein Sammelbecken eben, anstatt all der vereinzelt über das Netz verstreuten Podcasts.
Schön kuschelig; Bloggersdorf liest einander Gutenachtgeschichten vor.

Und so geht es: ein Mikrophon, ein Headset oder etwas ähnliches in die Soundkarte des Rechners stecken, ein Programm, beispielsweise Audacity, herunterladen (gibts für Win/Mac/Linux und ist OpenSource) und einfach aufnehmen. Kinderleicht also.
Weitere Fragen beantwortet vielleicht das FAQ.

Zu technischen oder auch anderen Fragen habe ich immer ein offenes Ohr. Und meistens kann ich damit auch helfen.

(Und nicht vergessen: Euer Name wird bis in die Ewigkeit in der Ruhmeshalle glitzern und leuchten.)

Blog:Read nr. 52

Ein grosser Dank geht an die fünf fröhlichen Kammerchorgesellen und -gesellinnen, die mich wegen der bevorstehenden Lesung beiseite nahmen, sich in einem Halbkreis vor mich setzten und drei Stunden lang unermüdlich meine, ahem, Rhetorik auseinanderpflückten und wieder aneinanderreihten und letztendlich den Text so klingen machten wie er jetzt klingt.
Ein grosser Dank geht auch an die Dame des Hauses, die trotz Diplomstress immer noch meine Aufnahmen sortiert und bewertet, und ein weiterer Dank an Lars, auch für das Anhören, für dieses verdammt geile Mikrophon und für dieses noch geilere USB Dingsda.

Ein Schnappschuss der Übungen zur Lesung bei Blog:Read.

Der Bankomat am Helmholtzplatz rülpste. Dann stöhnte er. Ich dachte immer Geldautomaten würden nie weinen, jedenfalls kam ich drauf, dass sie sehr wohl beleidigt sein können. Ich gebe zu, die Karte ein wenig grob in den Schlitz gesteckt zu haben, aber der Automat stellte sich auch ein wenig an, wollte erst nicht schlucken, spuckte dann alles wieder aus, und irgendwann eben… rülpste er. Und behielt die Karte. “Aus Sicherheitsgründen” wie er mir auf dem Bildschirm versicherte. Beleidigte Leberwurst.
Da steht man dann an einem frühen Samstagabend in Berlin ohne Geld und durstig wie ein Walfisch.
Aber glücklicherweise gab es erfolgreiche Blogger mit guten Zähnen die mir Vertrauen liehen schenkten und Geld schenkten liehen. Alles überstanden.

Und der Rest war ohnehin wunderbar. Erstens überraschte mich meine liebe Schwester, die den ganzen Weg aus Wien auf sich genommen hat um 36 Stunden mit mir in Berlin zu verweilen, und dann die Lesung, das freundliche Publikum (das meinen Witz den ich zwei Wochen lang vorbereitet habe nicht verstanden hat), die talentierten Mitleser und die mitgebrachten Speisen (besondere Erwähnung verdienen an diesem Punkt Paulas Frischkäsetorte, Julies Wurstsalat, Cassandras russische Teigröllchen und Bunburys Welpenspeise [schon Welpen, oder waren das andere Tiere?]), die anhielten bis zum Mittag des nächsten Tages.

Vielen Dank an Madame Modeste und Frau Wortschnittchen für das organisierte Checkertum, meinem sympathischen Gastgeber für den Kaffe und für das weiche Sofa das ich demoliert habe, und all den Leuten die so gerne getrunken haben.

Die Audioaufnahme der ganzen Lesung gibt es hier beim Bordbuch (93 mb, 101,41 min) (Qualität leider ein bisschen schlecht, und was sagt diese Frauenstimme da nachdem ich gelesen habe?).

zum Nachlesen:
Herr Paulsen
MissGlitter
Frau Engl
DonDahlmann
gela
DonAlphonso
Wortschnittchen
Henny
.meike
Desideria