Endlich regnet es wieder und man kann wieder ruhigen Gewissens drinnen sitzen und sich nicht gezwungen fühlen, draussen am Treiben aller jungen und gutaussehenden Menschen mitzumachen müssen. Zwar war ich am Wochenende mehrfach verhindert und hätte nichtmal hinaus gekonnt wenn ich gewollt hätte, aber wenn man in Eile über das Schulterblatt radelt und sich beim Anblick der sommerlichen Menschenmassen vorkommt als hätte man keinerlei soziales Leben mehr, dann beruhigt mich doch der Gedanke, dass wir südlich vom Brenner sehr wohl wissen, warum wir nicht in die Mittagssonne gehen.

Ich schwöre ich habe heutefrüh auch nicht gelacht, als auf der Arbeit die Kollegen nacheinander mit rotleuchtenden Köpfen hereintröpfelten. Schwierig war es allerdings schon.

All we like sheep (3)

Weil ich gestern die Generalprobe um 14:30 verschlafen habe und dabei nicht einmal eine vernünftige Entschuldigung auf Lager hatte, bot sich ausnamsweise einmal die Möglichkeit dem Chor samt Orchester zuzuhören.
Das Foto ist natürlich schlecht und langweilig, aber es zu posten, gehört zur Dokumentationspflicht dazu.

Danach kam das Konzert und natürlich war das wunderbar und grossartig und perfekt vorgetragen, aber sowas habe ich ja schonmal gesagt. Das Stück ist ausgereift. Jetzt können wir in den Vatikan.

Der Regen ist mir völlig wurscht. Nach den gestrigen 17 Grad und Sonnenschein kann es meinetwegen auch wieder regnen. Hauptsache die Kälte ist weg.
Ich mag den Regen heute richtig gerne, wie ein warmer Sommerregen, der einen angenehmen Geruch von Veränderung mit sich bringt. Wobei man schon leichtbekleidet, so tut, als würde man die Tropfen gar nicht spüren.

Knochenwerfen

Eigentlich dachte ich, dass ich von diesem neuen Bloggervirus in Ruhe gelassen werde, da mein Musikgeschmack aeusserst konservativ und eintoeönig in meinem Regal herumlungert. Aber der AxelK vom Apfelstrudelrestaurant, hat mir den Knochen zugeworfen, und weil ich ja ein ganz wilder Hund bin, und heute eh nichts anderes zu schreiben habe, beisse ich mal zu. Nun, runter zu den Fragen.

1. Wieviel gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?

mek@rosa:~$ du -sb musikhaufen/
4926866587 musikhaufen

Boah, knappe 5 gigantische Bytes. Wusste ich gar nicht. Jetzt wird natürlich erwartet, dass ich irgendwas gescheites dazu sage, sonst macht das ganze ja keinen Sinn. Nun, da ist wirklich nichts besonderes dabei. Ich übe mich schon seit Jahren darin, meinen Musikgeschmack etwas auszubreiten. Ich kann meinen Gaesten beim Essen oder Kartenspielen schliesslich nicht dauernd dasselbe Gedüdel vorspielen. Das hier ist die Sammlung.

2. Die letzte CD, die du gekauft hast…

Ich glaube das waren die Tiger Lilies. Zirkuspunk im Stil der zwanziger Jahre. Ist schon laenger her. Ich kaufe mir aber nicht oft Musik. Ich kann mit den ganzen Neuigkeiten nicht mithalten, das ist mir zu stressig. Ich hoere und hege Lieder für eine lange Zeit. Manchmal hoere ich den ganzen Tag lang das gleiche Lied. Mit dem Finger auf der “Zurück-Taste”.
Ich verdaue Musik ganz langsam, und wenn sie mir wieder raufkommt, dann geht sie in meinen zweiten Magen und ich wiederkäue sie undsoweiter. Und sie wird dabei immer schöner. So auf die Schnelle hoeren geht bei mir nicht, und Hintergrundmusik erst recht nicht. Wenn ich arbeite, ist bei mir Stille, und wenn ich Musik nur nebenher hoere, dann hoechstens beim Abwaschen.
Überdies werde ich durch meine Chorarbeit sowieso dauernd von irgendwelchen Bachmotetten oder Schubertliedern verfolgt, sodass ich mich oft gar nicht auf andere Musik konzentrieren kann.

3. Welches Liedl hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?

Keines, da ich natuerlich gerade am Rechner sitze. Das letzte war jedoch (immernoch) “Mutual Friend” von Divine Commedy, das Lied worüber ich schon vor einigen Wochen schrieb. (Das Lied ist gerade mal in meinem dritten Magen angekommen).

4. Fünf Lieder, die dir viel bedeuten oder die du oft hörst.

Watching Alice – von Nick Cave and the Bad Seeds. Das erotischste Lied das ich jemals gehoert habe. Nein, ich bin nicht notsaechlicherweise ein Voyeur.
C.C.C.P. – Maciste contro tutti. Kennt eh kein Schwein hier in Deutschland. Grossartige Musik aus meiner Jugend. Die Band gibt es nicht mehr. Zumindest nicht in der Form. Die Band wurde in Italien Ende der achtziger (bei uns in Südtirol erst anfang der Neunziger, wie alles andere da auch erst immer viel spaeter anfängt) als Kultband vergoettert. Mit dem Zusammenbruch des Ostblockes lösten sie sich dann auch auf, und benannten sich um in C.S.I. Die italienische Abkuerzung fuer “Gemeinschaft Unabhaengiger Staaten”. Philosowjetischer Punk, so nannte man das. Nein, keine Kommunisten.
Luce – von Milva Jaja ich weiss… Milva. Aber ihr Deutschländer habt leider ein Vorurteil gegenüber der Frau. Die hat auch wirklich grossartige Sachen gemacht, nicht nur die Schlager womit sie hier berühmt geworden ist. So hat sie zB. sizilianische Volksmusik neu interpretiert und sogar Berthold Brecht gesungen. Aber ich muss zugeben, ihre Schlager gefallen mir am Besten.
Redukt – Einstuerzende Neubauten Musikgruppe aus meiner Jugend. Hoere ich beinahe taeglich. Oder besser gesagt, wöchentlich. Redukt ist bloss das erste das mir gerade einfiel, von einer ganzen Reihe Stücken die mir viel bedeuten.
Prelüde in C-Dur des wohltemperierten Claviers von Bach – Das Stück könnte ich den ganzen Tag lang, und auch den darauffolgenden hoeren. Wie schon vor langer Zeit mal erwähnt gibt dieses Stueck exact mein Gemuet wider. Allerdings nicht die Originalversion auf Cembalo, sondern die Version des Klingeltones auf meinem frueheren Handy, das monophone (ist das das Gegenteil von Polyphon?) graue Ding. Wenn mich jemand anrief, dann tat ich mich wirklich schwer das Gespräch anzunehmen, anstatt es fröhlich weiterklingeln zu lassen.

5. Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?

Also als erstes fällt mir da Herr Fabe ein. Weil der DJ bei Radio Flora in Hannover ist, und damals bei der Sendung mit der Bloggerlesung, so viel tolle Musik aufgelegt hat, bei der ich mir dauernd gedacht habe “warum gibt es so viel schoene Musik da draussen?”, dass ich die aufgenommene Sendung noch immer gerne abspiele. Es stoert mich schon beinahe, dass da dauernd irgendwelche Blogger (inklusive meinerselbst) dazwischenlesen.
Dann möchte ich mal wissen was die Damen da drüben bei La vie de mai und Melancholie Modeste so für Musikgewohnheiten haben. Wer schön schreiben kann, muss schliesslich auch Musik zu schätzen wissen.