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Nun. Sky gekauft. Das Bundesliga Paket dazu gebucht. Jetzt bin ich endgültig in diese Sportmaschinerie eingestiegen. Jetzt finanziere ich aktiv mit. Ich bin angekommen, fühle mich übel, zappe mit einer Gefühlsmischung aus Abscheu und Freude durch die Spielzusammenfassungen der letzten Saison und erwarte nichts sehnlicher als das erste Spiel diese Woche Freitag. Hertha gegen Paderborn. Und für die DFB Pokalspiele buche ich mir natürlich das 15€ Sky Select-Paket dazu.

[lichter]

Heute hatte ich Besuch aus Neckarsulm. Zwei Vertriebler, die unsere Firma kennenlernen wollten. Zwei junge Burschen, ende zwanzig, oder anfang dreißig, aufgeweckt, erzählfreudig. Sie seien das erste mal in der Stadt, hätten gestern das Brandenburger Tor gesehen, den Reichstag, etc. Am Spittelmarkt hätten sie ein Szenelokal gesehen, am Alex hatten sie versucht einen Kaffee zu bekommen, aber das hätte so lange gedauert, dass sie wieder gegangen seien. Auch U-Bahn seien sie gefahren, das hat ihnen schon ein bisschen Angst gemacht. War auch voll undso.
Ich hätte denen stundenlang zuhören können.

Später erzählten sie von Neckarsulm. Dass sie beide eigentlich weit von Neckarsulm entfernt wohnten. Da wolle ja niemand leben, da würde man nur arbeiten, aber es sei praktisch, gut angebunden an die Autobahn, man käme gut weg. In Neckarsulm gäbe es ja nur die großen Firmen. Tagsüber sei man da, nach der Arbeit fahre man zurück ins Dorf. Sie hatten beide schon ein Haus gebaut, nicht weit von der Autobahn, aber die höre man nicht. Ich stelle mir Neckarsulm als das Zentrum Europas vor, ein durchgehend leuchtender Ort, der mit Förderbändern gespeist und mit Autobahnen versorgt wird, wo lauter solche aufgeweckte Burschen herumlaufen, die ständig Griechenland retten. Und Spanien, Italien, Berlin.
Ich hätte denen stundenlang zuhören können.

[schmock]

Weil das ganze Land über Beschneidungen redet, muss ich ständig an den alten Mann denken, der dem anderen Mann hinterherrief: bei dir haben sie beim Beschneiden das falsche Ende weggeworfen.
Diese Vorstellung hat mich erschüttert; wie der Vorhauthenker das falsche ende in die Tonne tritt. Zumindest um solche Verwechslungen zu verhindern, bin ich gegen Beschneidungen. Wobei: oft wäre es von Vorteil.

[nötige Frische]

In meinen düsteren Stunden falte ich Schnittkäse zu länglichen Scheiben, beschmiere sie mit Tomatenketchup und esse sie.

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Im Tanzkurs kommen wir gut voran. Die Tanzlehrerin lobte uns neulich, sie kam strahlend auf uns zu und rief: “ihr seid super, ihr redet sogar schon”. Alle anderen Paare beäugten uns neidisch.
Sie konnten natürlich nicht wissen, dass wir stets nur jene Silben wiederholen, die wir mit unseren Schritten zu synchronisieren versuchen: “Wie – ge – Cha – cha – cha”

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Neulich trafen wir uns nach der Arbeit im Galeria Kaufhof am Alex, da wir ein paar Zutaten für ein feines Abendessen kaufen wollten, es war der letzte Abend bevor K für ein paar Wochen wegfahren würde, wir wollten es uns nett machen. Dann stießen wir im Galeria Kaufhof auf diesen Bierverkostungsstand mit Spezialgebräu aus Hessen und Schottland. Feine Sachen — viele Aromen, von fruchtig bis betörend, wir waren sofort verzaubert und unterhielten uns blendend mit der Verkostungsdame, die uns ständig verschiedene Biersorten ins Glas goss (geräuchtertes Malz, caramellisiertes Malz, etc., aber auch gewöhnliches Pilsmalz). Später gesellte sich ein älterer Herr dazu, der über Berliner Pilsner referierte (ich versuche ihm die Vorzüge von Berliner Kindl gegenüberzustellen, mein Sprachzentrum war zu weiten Teilen schon lahmgelegt. Die Dame von der Verkostung verdrehte die Augen und schenkte uns ein mit 18 Edelhopfen verfeinertes Märzbier ein). Um neunzehn Uhr beendeten wir die Verkostung mit einem 9,6 prozentigen VSOP (very strong old pale). Das Galeria Kaufhof wurde zu einem strahlenden Ort. Zuhause fehlte uns die nötige Frische zum Kochen, so wir riefen den Pizzadienst (“Zweimal XXL, bitte”), schauten einen Film und schliefen um 21:00 Uhr ein.

[ira]

Ginge es nach mir, würde ich das ganze Jahr nur in diesen warmen Sommerregen herumlaufen. Während oben die Wolken unheilvoll ihren Zorn über uns herniedergehen lassen, laufen wir unten herum im Glauben, wir müssten Buße tun. Wir tun das mit einer gewissen Freude. Wenn Laufen nicht möglich ist, dann nehme ich auch mit Taxifahrten vorlieb, also: ginge es nach mir, würde ich ja das ganze Jahr nur mit dem Taxi in diesen warmen Sommerregen herumfahren. Letzten Freitag saß K am Flughafen Tegel fest. Es war elf Uhr abends, über Berlin tobte eine schwarze Gewitterwolke, ihrem Flieger gewährte man gerade noch die Landung, die anderen wurden nach Magdeburg verwiesen, oder nach Leipzig. Wenn man es so betrachtet, hatte sie großes Glück gehabt. Da über Berlin aber diese schwarze Gewitterwolke tobte, stellte man die letzten vierzig Flugzeuge samt der Passagiere auf Fliegerparkplätze ab und ließ niemanden aussteigen, man fürchtete des Himmels Zorn. Das zog sich bis nach Mitternacht. Im Flieger war die Stimmung dem Vernehmen nach gut, es saßen ja noch ein paar tausende weitere Leute im selben Boot oder eben in den benachbarten Fluggeräten. Die Stimmung war also gut, bis jemand die Uhrzeit erwähnte und die fehlenden Taxis, die fehlende S-Bahn, der fehlende Bus [etc]. Als K und alle weiteren Passagiere die Flugzeuge verlassen durften, hatte ich hatte diese eigenartigen Einfall, der sich zwischenzeitlich genial anfühlte, im nachhinein aber merkwürdig unlogisch war: ich bestellte mir nämlich ein Taxi und fuhr damit nach Tegel um K abzuholen.
Was ich eigentlich sagen will: ich könnte ewig im Sommerregen mit dem Taxi durch Berlin fahren.