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Heute früh den Schornsteinfeger ins Haus gelassen. Er trug seine schwarze Uniform, hatte einen grauen Rauschebart, lange, wellige Haare und einen samtenen Zylinder auf dem Kopf. Ich war so hin und weg, ich wollte fragen: bringen Sie mir Glück? Stattdessen sagte ich aber: Guten Morgen.
Ich bin ja Profi.

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In der U-Bahn dann der junge, gutaussehende, offensiv lässige Student. Dreitagebart, Brille, nuckelt an einem Bier. Er lehnt sich an die Stange und schlägt ein abgegriffenes Taschenbuch auf: Nietzsche »der Antichrist«. Und war so hin und weg, ich wollte sagen: Punk is dead. Aber er war ja kein Punk.

[#hitzlsperger]

Am Ende ist Hitzlspergers Outing doch ein weiterer Beitrag zur Normalisierung der Homosexualität. Ich glaube da ja total an den Mainstream, wenn Homosexualität durch Identifikationsfiguren oder der Darstellung in Serien, Filmen zeigen, wie normal homosexuelle Menschen sind, es langsam auch in alle Gesellschaftsschichten durchdringt und es einfach normal wird, langweilig eben, kein Thema mehr, denn was bedeuet schon Homosexualität, genau, jemanden zu lieben, basta. Beim Lesen der homophoben Leserkommentare in Foren und ähnlichen Bühnen kotzt mich vor allem an, dass die gleichen Idioten das in fünfzig Jahren einfach scheißegal fänden, aber jetzt eben die Scheißidioten sind, die anderen Leuten eine Scheißangst einjagen, diejenigen zu lieben, die sie lieben wollen.