[Dienstag, 9.11.2021 – Gedenken, Reisen, Dessentwegen]

Mauerfall und Reichspogromnacht. Ich habe das Bedürfnis, es hier hinzuschreiben. Weil sich heute beides jährt. Ich habe nichts kluges dazu zu sagen. Beide Ereignisse haben in meinem Leben nie einen Rolle des Gedenkens gespielt. Erst seit ich in Deutschland wohne weiss ich davon. Angeeignet habe ich mir das Gedenken nicht, finde es aber natürlich dennoch gut, dass ich jährlich daran erinnert werde, weil andere daran gedenken. Vor allem das Gedenken an die Pogrome.

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Ich sehe es schon kommen. Die Staaten schließen in den nächsten Wochen die Grenzen für Deutschland und auch dieses Jahr wird nichts aus der Reise zum Polarkreis. Nächste Woche habe ich den Termin für meinen neuen Reisepass. Meine Frau meinte bereits in weiser Voraussicht, Tromsö erst dann zu buchen, wenn ich den Pass auch habe. Das war auch die pandemische Lage berücksichtigend gemeint. Ein bisschen Zeit gewinnen, um zu sehen, was passiert. Und ja, vielleicht haben wir dadurch einfach Geld gespart und nervige Mails an Fluggesellschaften und Hotels für die Rückerstattung von Buchungen.

Mal sehen, ob auch die Reise nach Longyearbyen im April auf dem Coronazettel steht. Dieser Ärger, der unterschwellig nach Schuldigen sucht. Die Schuld der zögernden Regierung, der Impfgegner, der Schwurbler. Dabei weiss ich aber auch, dass ich mich durch Reisen nicht sonderlich pandemiegerecht verhalte und in Wirklichkeit nur eine weitere potentielle Virusschleuder bin.

Andererseit: eine gute Gelegenheit weiter abzuehmen. Seit der Schwedenreise im Sommer habe ich ich von den 18 verlorenen Kilos, wieder 5 angefuttert und das fühle ich an mir. Und man sieht es mir an.

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Dessentwegen. Das Wort habe ich in meinen Notizen stehen. Der Spiegel verwendete es neulich in einer Überschrift. Das ist ein Wort, das ich verwende, wenn ich denke Phantasiedeutsch zu sprechen. Wie wenn ich sage: furchtbarlichst. Oder Allerherzlichstlich. Oder genausogut. Aber dessentwegen ist natürlich korrekt. Sieht man nur so selten.

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