Das Nationalschießen ist glücklicherweise wieder vorbei und ich kann langsam Vorfreude für das erste Heimspiel am 15. August aufkommen lassen, gegen den soeben abgestiegenen FC Heidenheim, zur besten Uhrzeit an einem Samstagnachmittag. Hertha ist der einzige Club, der noch keine Neuzugänge zu verzeichnen hat. Ich versuche, es mit Gelassenheit zu nehmen, weil es beim Fußball immer so ist: Ich habe keinen Einfluss.
Am Samstag feiern wir den 134. Geburtstag unseres Fußballvereins auf dem Arkonaplatz. Ich werde am Samstagabend in Berlin ankommen, aber da wird es mir an Energie fehlen, um noch an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Es ist ein von Fans organisiertes Picknick, von meinem Fanclub vor einigen Jahren initiiert, weil Hertha am 25.7.1982 auf einer Parkbank am Arkonaplatz gegründet wurde.
Dann war ich gestern beim Cousin meiner Frau. Ich schreibe seit Jahren, dass er zwei Kilometer flussaufwärts wohnt, aber weil ich mittlerweile an dieser Aussage zweifelte, korrigierte ich mich letzte Woche und legte den Abstand auf einen Kilometer fest. Gestern ließ ich eine GPS-gestützte Aufzeichnung mitlaufen und jetzt weiß ich es genauer: Es sind 510 Meter. Fünfhundertzehn Meter klingen wirklich etwas mickrig. Das ist weniger weit, als von meiner Wohnungstür zur U-Bahn. Wenn ich mich hier im Wald befinde, denke ich gerne in nahezu endlosen Parametern.
Er zeigte mir die Maschinen, die ich mir nächstes Jahr von ihm ausleihen kann. Am wichtigsten ist dabei wohl die Maschine, mit der man Jungbäume und dichten Bewuchs entfernen kann. Ein Gerät, das auf den ersten Blick wie ein tragbarer Rasentrimmer aussieht, der an der Unterseite jedoch kein Drahtseil führt, sondern ein Sägeblatt wie eine Kreissäge. Ich ahne, dass das eine beeindruckende Maschine ist. Bereits der Förster hatte mir angeboten, mit solch einer Maschine unseren etwas verwilderten Wald auszuputzen. Er sagte mir, das seien gefährliche Maschinen, für die man eine Zertifizierung bräuchte. Das stimmt so aber nicht. Er hätte vermutlich gerne den Auftrag. So etwas mache ich aber wirklich selbst gerne. Ich wusste bisher nicht, wie gerne ich um das Haus herum arbeite. Lange verstand ich nicht, was ich eigentlich an den Dingen hier mag, ganz sicher weiß ich, dass ich nicht gerne die alten Fensterrahmen schleife, um sie nachher zu lackieren. Auch mag ich es nicht, wenn wir das Haus rot überstreichen müssen (alle fünf Jahre), aber etwas bauen, Schlösser an der Scheune anbringen, Holz aufbauen, um die Tore besser schließen zu können, das Gras mähen, Holz hacken, junge Espen entfernen, die toten Äste von den Birken abnehmen, Bäume zersägen, den persischen Flieder von den Wucherungen befreien, das Unkraut aus den Rosen entnehmen. Sowas könnte ich die ganze Zeit machen. Es kann gut sein, dass in mir ein kleiner Kobold schlummert, der Hausmeister sein möchte. Waldhausmeister. Waldmeister.
Heute fuhren meine Frau und ich nach Göteborg zu Ikea. Schwedische Ikeas zu besuchen, ist theoretisch lustig, aber nur, wenn man das Nicht-Schweden sagt. Das erste Mal war ich letztes oder vorletztes Jahr da. Beeindruckt hatten mich vor allem die ikonischen Schriftzüge INGÅNG und UTGÅNG, weil das auf deutschen Ikeas ja auch immer so prominent als EINGANG und AUSGANG vom Dach prangt. Die Namen der Möbel sind aber auf (öhm) schwedisch.
Mit dem Kauf der Wildkamera komme ich nicht richtig voran. Das ist mir aber zu kompliziert (und zu langweilig), es aufzuschreiben, dafür habe ich noch eine Liste an Dingen, die ich abarbeiten wollte, dazu gehört es auch, die Scheune einigermaßen einbruchssicher, oder zumindest einbruchshemmend herzurichten. Es stehen dort das Boot, zwei Gasflaschen und der Rasenmäher, neben vielen Kleingeräten und zahllosen Schrauben. Einige wertvolle Maschinen wie die Kreissäge, Akkubohrer, Rasentrimmer etc, können im Haus überwintern, aber der Rasenmäher passt da irgendwie nicht hin. Benzin und so. Es kommt mir wesensfremd vor. Für die Sicherheit habe ich verschiedene große Schiebeschlösser gekauft, die ich von innen montiere. Auch das ist alles schwierig und langweilig zu erklären. Da die Scheune aber nicht mehr in allzu gutem Zustand ist, muss ich die Tore und Türen an einigen Stellen mit Holz aufbauen, und während ich so sägte, schraubte und nagelte, fiel mir auf, wie viel Potenzial diese Scheune eigentlich hat. Das Gerüst wirkt noch sehr stabil, nur die Böden sind etwas morsch bzw. nicht mehr sonderlich stabil. An einigen Stellen sind die Böden sogar eingestürzt, aber wenn man diese neu verlegen würde und die Räume von innen isolieren und verkleiden würde, dann könnte man tolle Räume entstehen lassen, unter anderem ein schönes Arbeitszimmer für mich, auf dem Dachgeschoss über der Holzhütte, ich sehe dort schon eine Treppe hinauf, und man müsste oben nur noch ein Fenster bauen, von da aus könnte ich von meinem Schreibtisch aus auf den Fluss und in die Abendsonne schauen.
So hatte ich heute tausend Ideen, 20 davon fing ich an und keine davon brachte ich zu Ende.





















