Außerdem digitalisiere ich gerade meine Stimme. Der heutige Blogeintrag wird von meiner Digitalstimme vorgelesen. Lustigerweise nuschelt meine Digitalstimme, genau so wie ich. Insofern macht sie alles richtig.
Um das anzuhören, kann man einfach den Play-Knopf unten drücken. Das Finetuning läuft noch. Es ist eine Momentaufnahme.
Es war ein ziemlicher Aufwand, die Stimme zu synthetisieren. Zuerst ließ ich das noch unveröffentlichte Hörbuch der Novelle als Text transkribieren und dann zerhackte ich den Text in kleine Häppchen von je 5 bis 10 Wörtern mit der jeweiligen Audioposition im Hörbuch. Es gibt Programme, die so etwas können. Dann ließ ich ein Programm drüberlaufen, das aus den Textschnipseln den passenden Audioschnipsel aus dem Hörbuch herauskopiert und als eigene Sprachdatei ablegt. Diese tausende Audiofragmente lud ich auf einen Server hoch, den ich gerade für die Firma angemietet habe. Der hat eine gute GPU, mit der man kleine KI-Modelle laufen lassen kann. Unter anderem auch ein Modell, mit dem man eine digitale Stimme trainieren kann.
Die Novelle besteht aus drei Stunden Audiomaterial. Besser wäre natürlich, wenn ich zwanzig Stunden oder mehr verarbeiten würde. Aber ich will ja nur ein bisschen experimentieren und Spaß haben. Langfristig könnte ich natürlich einmal das komplette Audioarchiv der Blogbeiträge einspeisen, das sind 7GB an MP3-Dateien, das kommt auf etwa 120 Stunden Stimme. Damit dürfte man der originalen Stimme ziemlich nahe kommen. Vielleicht sogar der Intonation. Das Ergebnis finde ich bisher doch eher ernüchternd. Aber ich finetune noch weiter.
Ursprünglich dachte ich, dass ich das Training auch einfach auf meinem Laptop laufen lassen kann. Ich ließ aber einmal die Zeit durchrechnen, die es dafür benötigen würde. Die Berechnung ergab: 5 Monate. Mit einem ordentlichen GPU-Server dauert das hingegen nur ein paar Stunden. Ich wollte dann einfach ein paar Stunden GPU-Zeit bei OHV-Cloud oder so anmieten, das würde nur ein paar Euro kosten, aber dann fiel mir der Server wieder ein, den ich beruflich angeschafft hatte.
Offenbar bietet auch Google einen solchen Digitalisierungsdienst an. Ich frage mich, was Google eigentlich davon hat, diesen Dienst kostenlos anzubieten. Natürlich kenne ich die Intention. Ich fragte die Google-KI trotzdem mal ganz naiv und bekam eine erstaunlich schamlose Antwort. Die möchte ich jetzt niemandem vorenthalten:
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Frage:
warum bietet google das kostenlos an?
Antwort:
Dass Google (und ähnliche Tech-Mächte) viele leistungsstarke Dienste wie Suchmaschine, Maps, YouTube oder Android scheinbar „kostenlos“ anbietet, folgt einem bewährten Geschäftsmodell der Digitalwirtschaft.
Der bekannte Spruch „Wenn du nicht für das Produkt bezahlst, bist du selbst das Produkt“ bringt es ziemlich exakt auf den Punkt.
- Das Hauptgeschäft: Werbung & Daten (Gezieltes Targeting)
Der größte Teil des Umsatzes von Google (Alphabet) stammt aus Werbeeinnahmen (Google Ads / AdSense).
Daten sammeln: Je mehr kostenlose Dienste du nutzt (Mails auf Gmail, Suchen bei Google, Routen bei Maps, Videos auf YouTube), desto genauer lernt Google deine Interessen, deinen Standort, deine Kaufabsichten und dein Verhalten kennen.
Zielgerichtete Werbung verkaufen: Unternehmen zahlen Geld an Google, um Werbung auszuspielenden, die exakt zu deinen Suchanfragen und deinem Profil passt. Ein Werbekunde zahlt viel mehr Geld für eine Anzeige, wenn sie garantiert nur Personen gezeigt wird, die z. B. gerade nach „Laufschuhen in Berlin“ suchen.
- Das Ökosystem (Lock-in-Effekt)
Kostenlose Angebote binden dich an die Plattform.
Wenn du ein kostenloses Google-Konto hast, nutzt du wahrscheinlich auch Google Drive, Google Fotos und Chrome.
Ein Wechsel zu einer Alternative (wie Apple, Microsoft oder quelloffenen Diensten) wird dadurch immer aufwendiger und unbequemer, weil alle deine Daten bereits im Google-Kosmos liegen.
- Das „Freemium“-Modell (Upselling)
Viele Dienste sind in der Basisversion kostenlos, haben aber direkte Bezahlschranken für Zusatzfunktionen oder mehr Kapazität:
Google Drive / Fotos: 15 GB Speicherplatz sind gratis. Wer mehr Platz für seine Fotos oder Dokumente braucht, muss ein monatliches Abo (Google One) abschließen.
YouTube: Kostenlos mit Werbung. Wer keine Werbung sehen möchte und Hintergrund-Wiedergabe will, zahlt für YouTube Premium.
- Daten zum Trainieren von KI & Algorithmen
Kostenlose Interaktionen von Milliarden Nutzern liefern Google unbezahlbare Trainingsdaten:
Jede Suchanfrage verbessert die Suchmaschine.
Jede Bewegung auf Google Maps hilft, Staus in Echtzeit zu berechnen.
Deine Texte, Fotos und Spracheingaben dienen als Trainingsmaterial für Googles KI-Modelle (wie Gemini) und automatisierte Spracherkennung.
Fazit
Google stellt diese Dienste nicht aus Nächstenliebe bereit. Du zahlst statt mit Euro mit deinen persönlichen Daten, deiner Aufmerksamkeit (Anzeigen betrachten) und deiner Bindung an das Google-System.




