[Mieten fand ich immer Scheisse]

Nachdem meine Mieter bereits im November aus unserer alten Wohnung ausgezogen waren, gingen meine Frau und ich heute zum ersten Mal gemeinsam hin. Vor allem, um sie ein bisschen zu putzen und aufzuhübschen, aber auch um Fotos zu machen. Ich werde die Wohnung wohl verkaufen, schließlich war ich nie ein glücklicher Vermieter. Es hat mich immer gestresst, Vermieter zu sein. Als wir aber vor zehn Jahren auszogen, fand ich es wiederum schade, sie zu verkaufen, weil der Kredit ja lief und es keinen wirklichen Grund gab, sie loszuwerden.

Wenn ich Freunden erzähle, dass ich Immobilien besitze, dann finden das die meisten eher seltsam. Kapitalismus und so. Ich komme aus einem linksliberalen Umfeld. Der Grund, warum ich aber Immobilien besitze, ist der, dass ich Mieten immer scheiße fand. Dabei komme ich aus keiner vermögenden Familie, meine Eltern waren beide Bauernkinder, und beruflich sind sie Rettungswagenfahrer gewesen.

Aber Miete zahlen fand ich immer scheiße.

Ich bewohnte etwa 10 Jahre lang besetzte Häuser. Meine erste Mietwohnung bezog ich mit 27. In meinen Hausbesetzerjahren gab es diverse Legalisierungen von besetzten Häusern. In der Novelle erzählte ich von den kleinen Häusern in der Balistraat, die mit der Stadt Utrecht als Bürgschaft zu einem Kredit kamen, und später vom großen ACU, das über eine Stiftung eine Finanzierung durch die Bank erhielt. Was ich verstand: Die Bank leiht dir das Geld, und du zahlst es ihr über einen langen Zeitraum zurück. Was ich noch daraus lernte: Die Rückzahlungsraten kann man so festlegen, dass sie sich anfühlen wie eine normale Miete.

Ein Jahr bevor ich meine erste Mietwohnung bezog, hatte ich gerade einen festen Job in der Computerbranche angetreten und fühlte mich aufgrund der in meinen Augen zunehmend dogmatisch werdenden linken Szene, etwas entfremdet, außerdem verdiente ich plötzlich gutes Geld und den wilden Lebensstil fand ich mittlerweile etwas perspektivlos und auch ziemlich eintönig.

Also bezog ich ein schönes Zimmer in einem Haus in der Utrechter Innenstadt. Die Besitzer waren nett, sie wohnten im Nachbarhaus, wir sahen uns regelmäßig, man konnte immer ein Pläuschchen mit ihnen halten, es waren ganz gewöhnliche Leute. Er arbeitete in der Stadtverwaltung und sie hatte eine Stelle im Marketing bei einer kleinen IT-Firma. Sie erzählten auch ganz gut gelaunt, dass sie früher selbst in dem Haus wohnten, in dem ich jetzt wohnte. Da es zu groß für sie beide war, vermieteten sie zuerst die beiden Zimmer im Untergeschoss und danach auch die Zimmer im Dachgeschoss. Irgendwann hatten sie ausreichend Geld beisammen, um das Nachbarhaus zu kaufen, das sie jetzt selbst bewohnten. Das sei zwar auch zu groß für sie, aber jetzt mache es ihnen nichts mehr aus, so viel Platz zu haben.

Ich will nicht sagen, dass ich es hasste, die beiden jeden Monat mit hunderten Gulden noch vermögender zu machen, aber ich fühlte mich irgendwie verarscht.

Im selben Jahr verliebte ich mich in eine junge deutsche Frau aus Hamburg, die in Utrecht ein Auslandssemester absolvierte. Gleichzeitig beschloss ich auch, die Niederlande verlassen zu wollen, aus keinem besonderen Grund, ich hatte nur das Gefühl, etwas anderes machen zu müssen, meine Zeit fühlte sich nach 8 Jahren abgelaufen an. Ich wollte nach Paris, weil ich dachte, das täte mir aus ästhetischer Sicht gut, mein Arbeitgeber ermöglichte es mir jedoch, nach Madrid zu ziehen, also wurde aus Paris eben Madrid.

In Madrid war die Wohnungssuche schwer, zum einen gab es nur wenige verfügbare Mietwohnungen, und ich wurde bereits vor meinem Umzug darauf hingewiesen, dass man bei den Wohnkosten mit einem Drittel des Einkommens rechnen muss. Ich fand eine kleine und dunkle Dachgeschosswohnung in Malasana, unweit der Glorieta de Bilbao. Damals verdiente ich für meine Verhältnisse viel Geld, das mit dem Drittel an Wohnkosten stimmte aber ziemlich genau. Ich will gar nicht wissen, wie viele Menschen mit einem kleinen Einkommen an Miete abzugeben hatten. Andererseits erfuhr ich auch, dass in Madrid 70 % der Bewohner ihre Wohnung besitzen und deswegen keine Miete bezahlen.

Die Wohnung gehörte einem schönen Mann mit schwarzen Augen, namens Guillermo. Während der Vertragsunterzeichnung baute er für mich ein IKEA-Bett auf und ich saß inzwischen mit der Maklerin am Küchentisch, die sich völlig genervt mit ihrem Laptop herumplagte und dabei ständig die externe Maus mit ihrem danebenliegenden Handy verwechselte und dann immer „cabron“ fluchte, wenn sich deswegen auf dem Bild der Cursor nicht bewegte. Ich bekam die Krise. Ein paar Monate später traf ich Guillermo und die Maklerin, die zwei Monatsmieten Provision eingesteckt hatte, Hand in Hand mit ihren beiden Kindern im Corte Inglés beim Einkaufen.

Das Leben in Madrid gefiel mir aber nicht, also zog ich nach etwas mehr als einem Jahr zu dieser jungen deutschen Frau, in die ich immer noch verliebt war, nach Hamburg. Zumindest temporär. Eigentlich wollte ich nicht in Deutschland wohnen, aber es war in jedem Fall besser, als diese unerträglich heiße Stadt im Zentrum der iberischen Halbinsel. Wir bezogen eine charmante, aber sehr heruntergekommene Wohnung im südlichen Schanzenviertel, und je länger ich in Hamburg wohnte, desto mehr fing ich an, das Leben in Deutschland zu mögen. Es war die Zeit, in der ich ernsthafter darüber nachdachte, eine Wohnung zu kaufen. Zum einen, weil unser Vermieter ein unsympathischer Kerl war, der sich kaum um die Wohnqualität unserer Bruchbude kümmerte und andererseits jedes Jahr eine vertraglich festgelegte dreiste Mieterhöhung verlangte. Den Mieterhöhungen hatten wir im Vertrag zugesagt, weil es Bedingung war und wir als Wohnungssuchende keinen Verhandlungsspielraum hatten. Wir wollten aber beide liebend gerne in der Schanze wohnen und ich hatte ja einen okayen Job, wir konnten es uns schon leisten. Ich hasste es aber, dem Ganzen so ausgeliefert zu sein. Damals schlug ich meiner Freundin vor, uns eine Wohnung zu kaufen. Das ist wie Miete zahlen, nur mit dem Unterschied, dass man die Miete monatlich auf das eigene Konto überweist. Aber sie fand das irgendwie spießig. Wohnung kaufen und Kinderkriegen kam für sie mit Ende zwanzig nicht infrage. Ich sagte, man muss ja nicht gleich Kinder kriegen, wenn man eine Wohnung kauft. Freunde von uns stimmten ihrer ablehnenden Haltung zu und sagten: ABER DIE ZINSEN! Darauf hatte ich nie eine gute Antwort parat, Zinsen waren mir aber immer egal. Mir ging es eher darum, dass ich lieber das Geld in mein eigenes Finanzierungskonto überweise, anstatt in die Taschen eines pöhsen Immobilienbesitzers. Aber alle Menschen in unserem Umfeld fanden das komisch. Alle hatten Bedenken. Was, wenn man umziehen will, dann hängt man ja fest, und was, wenn man Kinder bekommt, dann hat man keinen Platz, und ach, überhaupt, das ist ja so viel Geld und dann hat man Schulden bis ins hohe Alter.

Schuld.

Ich sah das nie als Schuld. Für mich zählte immer nur: Ich will monatlich das Geld auf mein eigenes Finanzierungskonto überweisen, anstatt in die Taschen eines reichen Menschen. Miete zahlen bedeutete für mich hingegen, Geld aus dem Fenster zu werfen. Das Geld kommt bei den wohlhabenden Menschen an, die ohnehin schon viel haben. Den Gedanken daran fand ich furchtbar.

Vier Mieterjahre später zogen wir nach Berlin. Unsere Beziehung wackelte bereits, wir zogen in zwei unterschiedliche Mietwohnungen in Prenzlauer Berg. Immerhin waren die Mieten 2008 unfassbar niedrig. Man wohnte hier in einer 50 % größeren Wohnung zur Hälfte des Hamburger Preises. Meine Vermieterin war eine Frau, die in einer großen Villa in Halensee wohnte. Sie empfing mich dort in einem ungemein schönen und repräsentativen Zimmer in der Belletage, das alleine fast doppelt so groß war, wie unsere gesamte Hamburger Wohnung. Ich gönnte es ihr. Wirklich. Ich bin kein neidischer Mensch. Andererseits hatte ich aber nie Lust darauf, arm zu sein, oder ein Opfer zu sein. Mich nervte es immer, wenn Menschen sich über ihre Vermieter beschwerten, das wirkte immer so hilflos, wie ein unabänderbares Schicksal.

Nach einem halben Jahr trennten wir uns. Eine Weile später lernte ich meine Frau kennen. Schon nach einem knappen Jahr beschlossen wir, zusammenzuziehen, ich sagte aber, dass ich keine Miete zahlen will, sondern eine Wohnung kaufen möchte. Sie fand das okay, sie hatte aber selbst keine Lust, sich daran zu beteiligen. Mir war das egal, ich brauchte lediglich jemanden, der der ganzen Sache positiv zugewandt war, und nicht jemanden, der mich mit Ängsten und Zweifeln herunterzieht. Ich hatte 5000€ angespart und ging damit zur Bank. Diese gab mir einen Kredit für eine Wohnung in Mitte, und fortan konnte ich endlich monatlich Geld auf mein Finanzierungskonto überweisen, anstatt irgendeinem Kapitalisten.

In den Gesprächen mit der Bank lernte ich außerdem, dass mir eine Bank grundsätzlich nichts Böses will. Im Gegenteil: Sie haben ein Interesse daran, dass es mir gut geht und ich immer in der Lage bin, den Kredit zurückzuzahlen. Sie wollen es vermeiden, in Rechtsstreitigkeiten zu geraten oder dass sie die Wohnung zwangsversteigern müssen. Die Botschaft: Rede mit uns. Wenn Sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten, oder Ihre Frau schwanger wird, oder irgendwas anderes passiert: Reden Sie mit uns. Dann finden wir eine Lösung. Das fand ich sehr vernünftig.

Freunde von mir fassten sich an den Kopf. Darauf hätten sie keine Lust. Was ist, wenn man umziehen will? Ich sagte, dann würde ich die Wohnung verkaufen und mir mit dem Geld anderswo eine neue kaufen. Und weiterhin einen Kredit abbezahlen. Jeden Monat auf mein eigenes Konto. Nicht auf das Konto von jemand anderem.
Für die 60-m²-Wohnung in Mitte zahlte ich monatlich 600€. Die Mieten in der Straße lagen für eine ähnliche Wohnung in der Umgebung bereits bei 700€ und mehr.

Nach acht Jahren wollten wir jedoch größer wohnen. Die 60 qm waren zwar sehr effizient auf 2,5 Zimmer verteilt, aber der Wäscheständer stand ständig im Wohnzimmer und die Bücher- und Kleiderschränke wuchsen an und fraßen zunehmend den Raum der Zimmer auf. Wenn wir in der Küche aneinander vorbeikommen wollten, musste ich meinen Bauch einziehen. Wir wünschten uns einfach mehr Platz. Also fassten wir den Entschluss, eine größere Wohnung zu kaufen. Diesmal zusammen. Die Preise hatten in Berlin mittlerweile ordentlich angezogen, aber eine simple Rechnung ergab, dass sich die monatliche Tilgung des Kredits immer noch im selben Bereich bewegte, wie die Miete einer vergleichbaren Wohnung. Nun hätte ich die Möglichkeit gehabt, die Wohnung in Mitte zu verkaufen und damit eine größere Wohnung in Friedrichshain zu kaufen. Weil sich durch das Abbezahlen des Kredits und den Wert der Wohnung ein ziemlicher Betrag angehäuft hatte, würden wir die neue Wohnung sehr günstig finanzieren können und nur wenig für die monatliche Tilgung aufbringen müssen.

Aber.

Ich fand das doof. Ich hatte keine Lust darauf, billig zu wohnen.

Ich war 40 Jahre alt, als ich die zweite Wohnung kaufte. Damals stand ich mitten im Arbeitsleben, warum sollte ich gerade jetzt niedrige Wohnkosten haben wollen? Gerade jetzt kann ich es mir leisten, monatlich Geld fürs Wohnen auszugeben. Mit sechzig oder siebzig vielleicht nicht mehr. Alle Menschen in meinem Alter geben jetzt viel Geld für ihre Miete aus, dann gebe ich jetzt dieses Geld eben auch aus, aber ich händle es so, wie ich es immer händeln wollte: Ich zahle monatlich in mein eigenes Finanzierungskonto ein. Wenn ich tilge, als wäre es eine Miete, dann ist das eine Ausgabe, die ich nicht spüre. Wenn ich jetzt einfach weitertilge, dann sammelt sich mehr Geld für später an. Es ist wie Sparen, aber ohne Geld beiseitezulegen. Mein Sparschwein ist sozusagen die monatliche Miete, die ich mir selbst überweise. Ich war nie gut darin, zu sparen. Aber Miete zahlen hätte ich sonst ohnehin gemusst. Das spürt man nicht.

HILFE! ABER DIE ZINSEN!

Zinsen sind mir wurscht. Ich sehe die Tilgung wie eine Miete. Punkt aus. So muss ich denken. Niemals an die Zinsen denken. Sonst ärgert man sich. Die Miete ins eigene Finanzierungskonto überweisen. Das ist der ganze Trick. Und man ist sofort kein Opfer mehr, man hat keine Angst vor Mieterhöhungen, keine Angst vor Eigenbedarfskündigungen, man wird nicht verdrängt. Und im Alter hat man fast keine Wohnkosten mehr.

Ich gab also auch mit der neu gekauften Wohnung monatlich so viel Geld aus, als würde ich Miete bezahlen. Die alte Wohnung in Mitte behielt ich und vermietete sie. Sollen meine künftigen Mieter doch ihre Miete in die Taschen eines pöhsen Immobilienbesitzers einzahlen.

Pöhse war ich natürlich nicht, und da komme ich zu dem Problem, das ich eingangs erwähnte: Ich war nie ein glücklicher Vermieter. Ich war wahrscheinlich ein guter Vermieter für meine Mieter, weil die Miete niedrig war und ich immer ja und Amen sagte und für alle Kosten aufkam, weil ich keine Lust hatte, ein Scheißvermieter zu sein. Berlin und seine Scheißvermieter. Davon wollte ich kein Teil sein. Ich fand nie die richtige Balance, eigennützig zu sein und trotzdem ein gutes Gewissen zu haben. Ich wählte immer das Zweite.

Deswegen verkaufe ich sie jetzt.

Geld.

In meiner linksliberalen Blase reden die meisten Menschen nicht gerne über Geld. Es ist unsexy. Es ist böse. Mich nervte diese Einstellung immer. Es nervte mich zwar weniger, als monatlich eine Miete zu überweisen, aber es nervte mich. Mit dieser Einstellung überlässt man das Geld den Rechten, den Konservativen, man verzwergt sich, man verliert Handlungsspielraum. Ich verstehe schon, dass nicht alle Menschen an Geld kommen werden, es wird immer persönliche Rückschläge geben, Krankheiten, Schicksalsschläge, und man braucht auch eine Portion Glück dazu. Wenn man das Geld aber den Tech-Bros, den sogenannten Immobilienhaien, den AfD‑Unterstützern, den Anti-Woken überlässt, dann geht es den armen Menschen mit den Schicksalsschlägen noch schlechter und am Ende geht es uns allen an den Kragen. Ganz platt gesagt.

Ich wollte nie Opfer sein.

Natürlich ist es nicht mehr effizient, mit 50 einen Kredit zu beginnen. Man wird sich damit keine großen Geldmengen mehr ansparen. Aber es hilft immer noch gegen Verdrängung, vor allem ist das im Alter ein schönes Gefühl. Hätte ich aber Kinder, würde ich denen ein paar Tausender spendieren, damit sie sich einen Kredit bei der Bank holen und nie zu Mietern werden.

[Fr, 27.2.2026 – Psychogramm, Taxi.eu]

Letztes Jahr war eine Stelle als CTO bei einem zu gründenden Startup namens Alexandria.ai ausgeschrieben. Der Job war nichts für mich, da ich mich mit der Programmierung einer KI nicht gut auskenne. Trotz ethischer Bedenken, faszinierte mich das Projekt, deren Produktidee war nämlich, verstorbene Menschen via Chatbot wiederzubeleben. Manche Menschen werden das pietätlos und unmoralisch finden, ich bin mir aber sicher, dass es vielen insgeheim Trost spenden würde.

Ich sehe es schon kommen, dass wir bei unserem Ableben Klauseln ins Testament schreiben, in denen wir es untersagen, uns in einer virtuellen Realität wieder auferstehen zu lassen. Viele von uns produzieren im Laufe des Lebens große Textmengen in Chats, Emails und auf Social Media, da kann ich mir gut vorstellen, dass man das einer KI verfüttern kann, die daraus unseren Charakter relativ authentisch nachbauen kann. In einem nächsten Schritt wird das auch mit Video und Audio funktionieren. Man wird sich eine VR-Brille aufsetzen und mit den Verstorbenen interagieren können.

Der Gedanke daran ist gruselig. Vor allem, wenn ich bedenke, welche riesigen und frei zugänglichen Textmengen ich mit diesem Blog produziere – alles höchst persönliche Texte, daraus lässt sich mittlerweile sicherlich ein hervorragendes Psychogramm erstellen. Zumindest von der Kunstfigur von mir, die hier dargestellt wird. Ich könnte mich gar nicht mehr dagegen wehren, da Google und Meta alles schon abgespeichert haben.

Sollte ich vor meiner Hündin sterben, kann sie mich wiederbeleben und sich von mir Sitz- und Platz-Befehle erteilen lassen. Leckerlis bekäme sie allerdings keine mehr von mir.

Nun finde ich das Unternehmen nicht mehr und auch deren Webseite ist tot. Auf der Seite präsentierten sie sich damals nur wenig pietätvoll – schwarz und mit einem Totenkopf versehen. Es wäre aus philosophischer Sicht lustig, ein Unternehmen via KI-Bot zum Leben zu erwecken. ZB. für masochistische Ex-Vodafone-Kunden, wenn sie es vermissen, vom Support angeschnauzt zu werden. Jedenfalls gibt es in den USA bereits Firmen, die etwas Ähnliches anbieten, wie alexandra.ai es tun wollte. Und am Ende wird ohnehin Big Tech das übernehmen. Wahrscheinlich Google. Oder Apple. Oder Meta, wo man in WhatsApp Kontakte als tot oder verflossen markieren kann, die man in einsamen Stunden wiederbelebt.

Apropos Big Tech. Irgendwie ist es an mir vorübergegangen, dass FreeNow von Lyft, dem Uber-Konkurrenten, aufgekauft wurde. Ein weiteres europäisches Unternehmen, das jetzt in die USA abwandert. Ein weiterer amerikanischer Privatanbieter, der bei uns Monopole etabliert. Meine Frau wollte sich heute in der Friedrichstraße ein Taxi von der Straße winken und scheiterte dabei, weil die Fahrerinnen entweder symbolisch auf ein Handy zeigten und damit die Verwendung der App implizierten oder gerade besetzt waren. Es kann natürlich Zufall gewesen sein.

Ich habe das Taxigewerbe nicht mehr verfolgt. Irgendwie fand ich Freenow einigermaßen in Ordnung, weil sie nach meinem Verständnis angemessener bezahlten als Uber und sich von den schäbigen Praktiken in der Fahrvermittlungsbranche abwandten. Was da genau lief, und wie dieses Gewerbe funktioniert, weiß ich nicht, aber ich habe sie jedenfalls als die weniger schlimmen abgespeichert. Mit der Übernahme von FreeNow unterstehen jetzt etwa 95% des Berliner Taxigewerbes amerikanischen Firmen. Die kennen alle Bewegungsdaten, alle Menschen, wer, was, wohin, wann mit dem Taxi durch die Stadt fährt.

Ich habe die App sofort deinstalliert und mir dafür taxi.eu auf das Telefon geladen. Die offizielle App der Taxi-Infrastruktur in ganz Europa. Mir war nicht bewusst, dass es diese Alternative noch gibt.

Aber eigentlich wollte ich heute über das Wetter berichten. Wir hatten 19 Grad und auch mein Schatten war wieder da. Im Park saßen die Menschen im Gras.

[Do, 26.2.2026 – Hey, lange nicht gesehen.]

Gestern lief ich mit meiner Hündin durch den Kiez und rechts von mir tauchte mein Schatten auf. „Hey!“, sagte ich, „lange nicht gesehen.“ Mein Schatten hob die Hand und war sichtlich erfreut, mich zu sehen. Wir spazierten eine Weile nebeneinander her, wie wir es von früher gewohnt waren. Auch mein Schatten hatte immer noch seinen Hund. Ich erzählte von Hamburg, dass es dort vier Monate lang keine Sonne gegeben hatte und dass ich meinen Job dort gekündigt habe. Er sagte, dass auch in Berlin und dem Rest des Landes wenig die Sonne geschienen habe, zumindest erzählten ihm alle ständig davon. Er war aber nicht dabei, er könne also nichts darüber sagen. Was war da aber mit dem Job los? Ich sagte: ach, kompliziert, ich hätte NDAs unterzeichnet, in denen ich mich verpflichte, nicht darüber zu reden, aber ich kann so viel dazu sagen, dass ich bereits in der ersten Woche wusste, dass dies nur ein temporäres Projekt für mich werden würde. Das hatte ich dem Auftraggeber ungefähr jede Woche so mitgeteilt. Weil er sich etwas vorstellte, wofür er mich in Wahrheit gar nicht brauchte. Daher bot ich ihm an, das ganze Projekt ans Laufen zu kriegen, und zum Frühling bin ich dann wieder raus.

„Interessant“, sagte er, „das hatte ich gar nicht mitbekommen.“
„Du warst ja auch nicht da.“
„Stimmt.“
„Er hat meine Kündigung aber insgesamt nicht gut aufgenommen.“
„Obwohl er es wusste?“
„Jo.“
Ich sagte: „Ich glaube, dass Milliardäre Zurückweisungen nicht so gut verkraften.“
Er sagte: „Das ist ein schönes psychopoetisches Bild.“
„Psychopoetik?“
„Ja.“
„Das Wort hast du gerade erfunden.“
„Ja, aber ich kann mir darunter schon etwas vorstellen.“
Ich googelte nach dem Wort. „Gibt es tatsächlich“, sagte ich.
„Und was bedeutet es?“
„Das wird in einem ganz anderen Kontext verwendet. Es ist eine Methode, um kreatives Schreiben therapeutisch anzuwenden.“
„Ah okay. Langweilig.“
„Sei nicht immer so oberflächlich.“
„Und hast du einen neuen Job?“
„Jo. Sonst hätte ich vermutlich nicht so leichtfertig gekündigt. Ich fange Mitte März an.“
„Cool.“
„Ja. Cool.“
„Und sonst so?“
„Ich baue gerade Schränke aus Ikea auf. Im gesamten Badezimmerflur. Überhaupt: wir bauen gerade. Meine Frau hat tausend Ideen zur Verbesserung der Wohnungsqualität und dann schauen wir im Internet nach, wie man es baut. Und ich baue es dann.“
„Cool.“
„Ja. Cool.“
„Ich habe das von den Bildern mit den Vögeln gelesen.“
„Ach, du liest das Blog?“
„Claro.“
„Aber das war nur ein kleiner Teil. Wir haben den großen Schuhschrank im Flur komplett umgestaltet. Mit Sägen, Kleben und Bohren. Ich kann gar nicht beschreiben, was wir da alles gemacht haben.“
„Cool.“
„Ja. Cool. Und ab dem Wochenende werde ich völlig ausgefallene Schrankaufbauten im Schlafzimmer meiner Frau bauen. Eine komplett eigene Lösung.“
„Cool.“
„Ja. Cool.“
„Was macht der Sport und das Gewicht?“
„Ich bin jetzt mehr als 20 Kilo runter. Und schau mal meine Oberarme.“ Ich zog meinen rechten Arm aus dem Ärmel des Blousons und spannte die Muskeln an. „Hier, fass mal an.“
Er fasste an und nickte anerkennend.
„Sieht definiert aus.“
„Ja, ne? Vor allem oben an den Schultern. Wenn der Sommer kommt, trage ich nur noch Muskelshirts.“
„Musst du dir aber erst die Rückenhaare rasieren. Sieht sonst scheiße aus.“
„Ach, das ist doch wieder modern.“
„Morgen werden wir 18 Grad haben.“
„Krass.“
„Ja. Krass.“
„Und Sonne.“
„Aber schau, da vorne ist eine Wolke.“

[…]

[Di, 24.2.2026 – die Kritikerin, Feldstecher]

Heute ließ ich claude.ai ein paar Blogtexte von mir durchkritisieren. Ich gab ihr einen Link aus der Auswahl unter Auslese und sagte, sie solle mir den Text im Stile einer Literaturkritikerin analysieren. Das Ergebnis gefiel mir dermaßen gut, dass ich ihr noch einen Link gab und danach noch einen und noch einen und noch einen undsoweiter. Die KI ging auf viele bemerkenswerte Details ein und schmeichelte mir ungemein. Je mehr Links ich ihr zum Analysieren gab, desto mehr Kontext konnte sie herstellen und erkannte stilistische Entwicklungen der letzten 20 Jahre. Schließlich ordnete sie die einzelnen Texte sogar in das Pfeifersche Gesamtwerk ein. Pfeifersches Gesamtwerk. Genau. Sie merkte auch immer wieder an, wie bestimmte Passagen charakteristische Pfeifersche Satzkonstrukte bildeten, und sie sprach von typischen Pfeifer-Sätzen. Drei Stunden später war sie kurz davor, mir einen Literaturpreis zu verieihen.

Ich fühlte mich sehr geliebt. Man kann die KI auch bitten, etwas kritischer zu sein. Brauchte ich aber nicht.

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Vor einigen Wochen ist im Innenhof auf der gegenüberliegenden Seite eine Frau eingezogen, die ständig am Fenster sitzt. Sie sitzt etwa einen halben Meter vom Fenster entfernt, und immer etwas schräg. Das ist ungewohnt. In einer großen Stadt sitzt man nicht ständig am Fenster zum Innenhof. Man fühlt sich beobachtet, es ist übergriffig. Zumal wir im großen Fenster in der Küche keine Gardinen haben und ich mich oft unbekleidet auf den Weg durch die Küche zum Badezimmer bewege oder mit ebensowenig Textilien am Körper die Kaffeemaschine bediene.

Sie sitzt aber am Fenster. Fast immer. Gestern Abend saß sie wieder da. Ich wollte ins Bett gehen. Dann schaltete ich das Licht in der Küche aus. Anstatt mich ins Bett zu verkriechen, kramte ich aber meinen Feldstecher aus der Kabelkiste und ging zurück zu dem großen Fenster. Jetzt konnte ich die Frau besser sehen. Sie saß schräg am Fenster und schaute auf ihr Telefon. Manchmal lachte sie, manchmal schaute sie konzentriert, manchmal fasste sie sich an die Stirn.

Okay, dachte ich. Dann legte ich den Feldstecher zurück in die Kabelkiste und ging schlafen.

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[Mo, 23.2.2026 – Matsch, Nageln, Vögel, Nägel]

Derweil in Berlin: Matsch ist back. Die Jahreszeit des Matsch beginnt. Keine Ahnung, warum immer alle den Frühling so lieben. Frühlinge sind nie grün. Der Frühling kommt immer mit diesem unentschiedenen Wetter. Und Matsch. Immerhin regnete es und ich konnte Regenjacke und Gummistiefel wieder aus dem Schrank ziehen und mit der Hündin durch den Matsch stapfen. Sie liebt es. Und ich muss gestehen, wie wir da heute in Regen und Matsch durch die Landschaft stapften, das liebte ich auch.

Danach waren wir nass und dreckig. Der halbe Flur in der Wohnung ist mit den Hundehandtüchern ausgelegt. Es dauert ewig, ihre Pfoten einigermaßen trocken zu bekommen.

Der Sperrbildschirm auf meinem Telefon stellt meine Hündin dar, die in einer Pfütze steht und zu mir herüberschaut. Ich kann mich an den Tag erinnern, als ich das Foto aufnahm, wie ich dort im Regenmantel hinter ihr herstapfte. Es war ein warmer Sommerregen. Ich zückte mein Telefon und schoss ein paar Fotos von ihr. Als ich zu Hause ankam, schaute ich die Fotos an und dachte: Happy Place. Und dann nagelte ich das Foto auf dem Sperrbildschirm fest.

Apropos nageln. Am Wochenende montierte ich ein Verdunkelungsrollo und neue Vorhänge, samt Hängevorrichtung im Schlafzimmer meiner Frau. Außerdem hing ich drei schwere Bilder von Vögeln am Kopfende auf. Eines der Bilder ist ein Kunstdruck des japanischen Künstlers Ohara Koson und es stellt einen Reiher im Regen dar. Daneben ein Bild von Theodorus van Hoytema. Darauf sind zwei Reiher abgebildet. Auch diese beiden stehen im Regen. Oder zumindest sieht es so aus. Bei genauerem Hinsehen, könnten es auch Sterne sein. Auf dem dritten Bild fliegt ein ganzer Schwarm Reiher durch die Nacht. Der Künstler ist aber unbekannt.

Ihr Zimmer ist jetzt sehr schön geworden. Ich beneide sie ein wenig darum. In meinem Zimmer hängen nur drei Wale, die ich auch noch ein wenig lieblos platziert habe. Zudem habe ich keine ordentlichen Vorhänge. Ich habe nur ein Rollo, auf dessen Innenseite ich eine Bleistiftskizze angefangen habe, denn ich wollte den Eisfjord vor Longyearbyen auf Spitzbergen malen. Ich bilde mir ein, dass mich das Bild beruhigt. An den Eisfjord vor Longyearbyen denke ich nämlich gerne, wenn ich nicht einschlafen kann.

In Longyearbyen hatte es gestern noch –28 Grad. Aber nächste Woche geht da zum ersten Mal wieder die Sonne auf. Dann wird es wieder etwas milder.

Was ist sonst noch passiert? Heute war ich beim Haareschneiden. Es sieht so aus, als hätte ich eine neue Friseurin gefunden. An meinen letzten beiden Terminen geriet ich in die Hände von Männern, die keine Lust aufs Haareschneiden hatten und mir beide unabhängig voneinander einen seltsamen Pilzkopf zusammenschnitten. Heute fand ich einen Salon, in dem eine Frau Anfang 60 schneidet. Sie sieht aus, wie ich mir Ehefrauen von Bauunternehmern vorstelle. Lange blondierte Haare, lange Fingernägel, aber ohne den Marzahn-Trash, es ist eher Vorstadtbürgerlichkeit, die sie wiedergibt. Sie trug eine schwarze Hose und ein schwarzes Hemd, redete gerne über Urlaub, den sie mit ihrem Mann und der Familie ihrer Tochter in Griechenland verbringt. Wir fanden sofort eine Plauderebene miteinander und sie schnitt mir eine sehr angenehm unprätentiöse Frisur. Ich brauche einen unprätentiösen Haarschnitt, sonst sehe ich schnell zu prätentiös aus. Junge, kreative Frauen, die sich lieber Stylistinnen nennen, schneiden meist zu kreativ. Sie wollen nicht Haare schneiden, sie wollen Kreationen schaffen. Das ist durchaus legitim, ich will niemandem die kreative Selbsterfüllung im Job absprechen, aber bei Haaren ziehe ich schlichtweg solides Handwerk vor.

So. Es kommt mir gerade vor, als täte ich ranten. Das meinte ich gar nicht so. Ich bin nur begeistert von dieser Frau, die mir heute die Haare schnitt. Aber das habe ich nicht gut vermittelt. Ich werde einen zweiten Versuch unternehmen, wenn ich in zwei Monaten wieder bei ihr bin.

[Ich hatte nie einen ausgeprägten Kinderwunsch, deswegen sind mir Freundschaften wichtiger geworden]

Wir hatten nie einen besonders ausgeprägten Kinderwunsch. Zwar fand ich den Gedanken daran, Vater zu sein, durchaus charmant. Diese Vorstellung, kleine, quirlige Wesen großzuziehen, ihnen Werte und Dinge beizubringen und mehr oder weniger bedingungslos geliebt zu werden, war ein Bild meines zukünftigen Lebens, das ich immer irgendwie mit mir trug. Es war nie ein konkreter Plan, sondern eher eine abstrakte Vorstellung davon, wie ich mich selbst mit vierzig oder fünfzig Jahren sah. Vater mit Kindern. Alle Männer wurden ja irgendwann Väter, dann grau, dann Großväter. Ich würde natürlich weiterhin cool bleiben und kein dämlicher alter Mann werden. Aber dieses abstrakte Selbstbild als Vater war immer weit weg von meiner Realität, in einer Zukunft, auf die ich nie wirklich Lust hatte.

Dann wurden wir vierzig Jahre alt und nach einigen halbherzigen Versuchen, schwanger zu werden, weil – huch, entweder jetztodernie –, beschlossen wir ziemlich schnell, das Thema Kinder wieder beiseitezulegen. Es war uns nicht wichtig genug. Es lag uns nicht, verzweifelt einem Kinderwunsch hinterherzuhängen. Das hatten wir bei Freunden gesehen. Wir würden auch ohne Kinder ein erfülltes Leben haben können. Dieser Entschluss fiel mir leicht.

Was mir hingegen nicht so leicht fiel, war, dieses angelernte Selbstbild als Vater oder Großvater abzulegen.

Wenn man als Mann aufwächst, wird man in der Regel nie mit tickenden biologischen Uhren konfrontiert. Auch wird man selten darauf angesprochen, immer noch nicht unter der Haube zu sein, oder warum man denn noch kinderlos sei. Das erleben hauptsächlich Frauen. Als Mann pfeift man sich ein bisschen fröhlich durch die Welt. Das Einzige, woran man sich messen muss, ist so etwas wie ein Lebensplan, der im weiteren Sinne finanzielle Stabilität im Blick behält. Hat man studiert? Hat man einen Job? Wie ist das Einkommen? Hat man große Zukunftspläne? Hat man eine Leidenschaft? Das wird von Frauen selten erwartet. Mein hypothetischer Kinderwunsch stand daher nie weit oben auf einer Liste. Er war immer sehr abstrakt. Es gab nur dieses Bild: im Alter nicht alleine zu sein. Von einer Frau umgeben zu sein und von liebenden Kindern, die irgendwann selbst Kinder haben, und wenn meine Frau und ich Großeltern sind, leben wir in einem großen Haus, in dem uns unsere uns liebenden Kinder und Enkelkinder ständig besuchen kommen.

Der konkrete Alltag spielte darin nie eine Rolle. Das Wechseln der Windeln, die Logistik um Kita und Schulen, der Schmutz, Geburtstagsfeiern, etc. Auf den Gedanken möglicher Entfremdungen oder des möglichen Drogenkonsums eines Kindes kam ich nie. Es war lediglich dieses Bild da, Vater zu sein, im Alter nicht zu vereinsamen.

Ich glaube, Kinder hätten mir durchaus Spaß gemacht. Das merke ich daran, wie mir die Hündin Spaß macht. Und ich bin auch ein guter Onkel, so sagt man mir. Andererseits liebe ich es, so viel Zeit für mich selbst zu haben. Eltern von Kindern gegenüber traue ich mich gar nicht zu erwähnen, wie entspannt und ruhig es bei mir morgens abläuft. Außerdem wäre ich vermutlich ohnehin einer dieser tausenden Ehemänner geworden, die sich im Erziehungsalltag zurückhalten. Einer von den Männern, die Frau Nuf immer in ihren Mental-Load-Büchern erwähnt. Einer, der sich nicht für die Wäsche zuständig sieht, einer, der die Geburtstage der Mamis und Kinder nicht auf dem Schirm hat, und einer, der tausend andere Dinge wichtiger findet, als den Alltag mit Kindern zu meistern. Vielleicht aber auch nicht. Immerhin bin ich derjenige, der all diese Dinge bei unserer Hündin übernimmt. Ach, was weiß ich.

Was ich eigentlich sagen will.

Und da geht es wieder um Einsamkeit im Alter. Jetzt bin ich 51. Meine latente Kinderwunschfantasie war wahrscheinlich immer nur ein egoistischer Traum, um im Alter nicht in Vergessenheit zu geraten. Immer geliebt zu werden, nicht zu vereinsamen. Kinder zu haben, ist andererseits keine Garantie dafür, im Alter nicht zu vereinsamen. Wenn du als Vater nicht eine richtige Beziehung zu deinen Kindern pflegst, dann wirst du im Alter trotzdem einsam sein. Letztendlich geht es immer um Beziehungen zu Menschen. Ich hätte mich beispielsweise nicht gerne als meinen eigenen Sohn. Einer, zu dem ich keine innige Bindung habe und der außerdem fast 1000km entfernt in Berlin lebt. Mein Vater und ich haben zwar durchaus Kontakt, aber wir haben keine innige Bindung. Ich finde das nicht schlimm. Aber in meinem angeträumten Vatersein hätte ich das schon sehr enttäuschend gefunden.

Seit ich beschlossen habe, keine Kinder zu haben, denke ich viel über Beziehungen nach. Beziehungen zu Familienmitgliedern, zu Freunden, in Liebesbeziehungen, in Arbeitsbeziehungen, und kam vor allem zu dem Schluss, dass Beziehungen nur so viel Gewicht bekommen, wie man auch in sie einlegt. Deswegen legte ich auf einmal mehr Wert auf Freundschaften. Auf Verbindungen zu Menschen, die mir etwas bedeuten. Dummerweise heißt das nicht, dass ich jetzt besser darin bin, Freundschaften zu pflegen, ich händle es oft noch wie früher. Früher waren Freundschaften einfach gegeben, man lernte Menschen kennen, mochte sich, hatte eine gute Zeit zusammen und irgendwann verlor man sich wieder aus den Augen. So leben wir Städter nämlich. Die meisten von uns. Die Dinge sind vergänglich und austauschbar. Irgendwann sind die Dinge aber nur noch vergänglich und nicht mehr zu ersetzen. Ich habe in den letzten Jahren angefangen, Freundschaften aktiv einzufordern. Zwar bin ich immer noch nicht gut darin, oft bin ich müde, meistens will ich aber schlichtweg nicht einfordern, nicht verzweifelt wirken, oder bedürftig, aber wenn wir das nicht tun, dann leben wir wieder in unseren vergänglichen Leben, entweder in einer Zweierbeziehung, in der irgendwann einer stirbt, oder in einer Kleinfamilie, die sich vielleicht bald auflöst, oder eben gleich ganz als Single. Natürlich pauschalisiere ich.

Wie man Freundschaften gut pflegt, weiß ich immer noch nicht, ich weiß allerdings, dass Beziehungen nicht einfach kommen, wenn man nur lange genug darauf wartet. Beziehungen bestehen aus gemeinsamen Erlebnissen, gemeinsamer Geschichte, gemeinsamen Erinnerungen. Teilt man die nicht, wird man irgendwann egal.

[Fr, 20.2.2026 – Sushi, Pyro, Lesezone]

Dem Podcast von GAG über die Geschichte des Sushi zugehört. Um es kurz zusammenzufassen: Das, was wir heute Sushi nennen, gibt es seit den Siebzigerjahren. California Rolls wurden von einem Japaner in LA der Achtzigerjahre erfunden, weil Amerikaner das Algenpapier und rohen Fisch etwas gewöhnungsbedürftig fanden, also drehte er den Reis nach außen und nahm statt Fisch Avocado. Und Lachs gibt es im Sushi erst seit den Neunzigern, weil die Norweger zu viel Lachs hatten, den sie loswerden mussten. Die Japaner lehnten Lachs zunächst ab, da der Pazifik-Lachs ein Problem mit Parasiten hat und traditionell als minderwertiger Fisch gilt. Das Marketing der Norweger war schließlich aber erfolgreicher.

Sushi heißt so etwas wie „sauer“. Und es ging immer darum, sauren Reis zum Fermentieren herzustellen. Auch heute dreht sich eigentlich 90% der Sushikunst um den Reis. Wissen wir nur nicht, weil wir alles in Sojasauce tunken. Ich auch. Ich liebe diesen Matsch aus Reis, Sojasauce und Wasabi.

Ursprünglich wollten wir Salat essen. Als der Podcast zu Ende war, bestellten wir Sushi.

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Das Blogbuch 2025 ist angekommen. Mit fast 900 Seiten ist es hundert Seiten dicker als die anderen Jahre, aber das liegt hauptsächlich an den Bildern, ich habe letztes Jahr fast zu jedem Eintrag ein Bild hinzugefügt.

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In unserer Straße hat wieder ein Auto gebrannt. Diesmal ein Miles-Wagen. Letztes Jahr, als die drei Škodas brannten, standen die Autokadaver noch bis in den Februar hinein. Immerhin ergaben sie gute Fotomotive. Das Miles-Auto war aber schon am Morgen abgeräumt worden. Ich nehme an, dass das mit dem Markenimage zu tun hat. Seit dem erfolgreichen Rebranding zu Milfs, wollen sie den positiv besetzten Namen nicht beschmutzen.

Ich frage mich aber schon nach der Strategie der Brandstifter. Letztes Mal traf es Škodas, diesmal einen Volkswagen. Dabei gibt es durchaus ein paar hochwertige SUVs in unserer Straße. Natürlich lehne ich es ab, Autos anzuzünden, auch SUVs, aber wenn ich versuche, eine Motivation dahinter zu erkennen, dann erschließt sie sich mir nicht. Außer es handelt sich um dumpfe Pyromanie. Pyromanie finde ich für Berlin aber etwas unterkomplex.

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Jetzt weiß ich auch, warum ich in Hamburg kaum Bücher gelesen habe. Wenn ich zu Hause ein Buch lese, dann mache ich das ausschließlich im Bett meiner Frau oder auf dem Polstermöbel im Erker. Wenn ich hingegen in meinem eigenen Bett lese, werde ich nach zwei Sätzen müde. In Hamburg hatte ich nur das Bett und den Schreibtisch. Wie im Hotel. Da kann ich auch nicht lesen. Außer ich verreise mit meiner Frau, wenn sie neben mir liegt, dann lese ich bis in die Nacht hinein. Vielleicht liegt es auch an ihr und nicht am Bett.

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[Mi, 18.2.2026 – Fanmerch, Malls, Food]

Zuerst war ich bei Hertha auf der Geschäftsstelle, um mein Geschenk abzuholen, das wegen meines zehnjährigen Mitgliedsjubiläums auf mich wartete. Ich hatte die Wahl, es entweder an Spieltagen bei der Fanbetreuung, oder unter der Woche im Shop an der Geschäftsstelle abzuholen. Weil ich jetzt wieder in Berlin bin, werde ich zwar wieder zu den Heimspielen gehen, aber das nächste Spiel findet erst am 1. März statt, ich müsste also fast drei Wochen auf das Geschenk warten. Da ich heute aber ohnehin in der Stadt unterwegs war, fuhr ich zur Hanns-Braun-Straße am Olympiastadion. Ein blau-weißer Schal wartete dort auf mich. Nun.

Hätte ich das gewusst, dann hätte ich ihn drei Wochen warten lassen. Es ist mein fünfter Schal. Trotzdem: Ich liebe tatsächlich Fanmerch von Hertha und trage auch zu Hause Trainingstrikots, Pullover, Hosen oder Jacken mit der blau-weißen Fahne. Meine Hertha-Pantoffeln sind leider durchgelatscht, ich müsste mir neue besorgen. Dabei bin ich so unfassbar eitel. Es ist mir schleierhaft, wie man eitel sein und zugleich Fanmerch eines Fußballvereins tragen kann.

Auf dem Rückweg kehrte ich in die Mall of Berlin am Leipziger Platz ein. Die MOB. Oder um den Namen noch blöder klingen zu lassen: MOBBB. Ich mag aber Einkaufszentren. Wirklich. Nicht ironisch. In Einkaufszentren habe ich immer das Gefühl, ganz nah am Puls der Gesellschaft zu sein. Keine Nischen, keine Blasen. Nur das breite Abbild, die Zerstreuung, der Konsum. Das finde ich ganz wunderbar. Auch Beiläufigkeit. Wie die Menschen an den Schaufenstern vorbeipilgern. Wie zappen. Die Erwartungen. Die schulschwänzenden Mädls mit den Eisbechern. Der bärtige Typ mit einem lustigen Pulloveraufdruck sitzt dort auf einer Bank mit seinen Kopfhörern. Ich laufe in zwei Stunden etwa dreimal an ihm vorbei. Er sitzt nur da und lauscht. Einem Podcast vielleicht, oder einem Hörbuch.

Ich ging zu Thalia und kaufte mir Dostojewskis „Weiße Nächte“. Eigentlich habe ich derzeit keinerlei Lust, positive Gefühle gegenüber Russland zu haben. Ich weiß daher nicht, warum ich danach griff. Vielleicht, weil ich gerne an die weißen Sommernächte in Schweden denke, vielleicht, weil ich Lust auf eine Liebesgeschichte habe, vielleicht, weil Dostojewski ja doch einer der Guten ist. Mein Problem ist derzeit eher, dass ich vier ungelesene Bücher auf dem Nachttisch liegen habe. Ich komme in Gaea Schoeters Nashornbuch nicht rein. Ich glaube aber nicht, dass es am Buch liegt, ich habe in meinem letzten Hamburgmonat schlichtweg aufgehört zu lesen, wahrscheinlich suchte ich daher einfach nach einem Einstieg zurück in einen längeren Prosatext. Neben Dostojewski kaufte ich mir zudem Ferdinand von Schirachs „Regen“. Bereits vor einigen Monaten blätterte ich darin herum und war kurz davor, es mir zu kaufen, aber ich war zu neidisch auf den Buchtitel, also ließ ich es damals sein.

Die MOBBB und ihre faken Holzverkleidungen. Sie hielt immer den Anschein hoch, höhere Ansprüche zu haben. Anders als das Alexa, das immer etwas poppig und vulgär daherkam. Das Alexa mag ich, nach der kleinen Retromall an der Warschauer Brücke am liebsten. Aber dort sind keine Hunde erlaubt. Die MOBB ist seltsam ausgestorben. Viele Läden haben geschlossen, oder sie schließen. Sogar das große Wormland. Im Ostteil der Mall überwiegen die verblendeten Ladenfenster. Auch Besucherinnen gibt es dort kaum. Als die MOB öffnete, kannibalisierte sie praktisch die kleine Mall an der Potsdamer Straße. Diese wurde jetzt zu einem Foodcourt umfunktioniert, seitdem ist dort wieder etwas los. Auch das Sony Center nebenan, soll irgendwas mit Food werden. Ich hatte allerdings keine Zeit, vorbeizuschauen. In der MOB funktioniert immerhin der Food Court im zweiten OG. Er wirbt damit, der größte Food Court von irgendwas zu sein. Auch über die Oderberger Straße schrieb ich neulich, dass sich zunehmend Food aneinanderreiht, also Burger-, Pizza- oder Asialäden.

Jetzt müsste ich irgendwie ein Fazit daraus ziehen. Wollen wir alle nur noch essen? Das Fazit ist mir aber zu unterkomplex. Und auch nicht lustig.

[Mo, 16.2.2026 – Blase, generative KI]

Ich stand um 4 Uhr auf, fuhr um 5 Uhr los nach Hamburg, reichte meine Kündigung ein, arbeitete den Rest des Tages, löste am Abend die Firmenwohnung auf und fuhr wieder zurück nach Berlin. Ich werde die letzten Wochen wieder vollständig in Berlin sein und von hier aus weiterarbeiten. Zurück in Berlin zu sein, kam jetzt etwas unerwartet, aber mir gefällt das gut.

Erstaunlich ist: Alle drei Male, an denen ich so früh nach Hamburg fuhr, musste ich jeweils 4 Mal anhalten, um eine Pinkelpause einzulegen. Wenn ich hingegen abends zurückfahre, kein einziges Mal. Nur morgens ist das so. Das hat sicherlich biologische Gründe. Oder meine Blase ist dazu da, mir nachts auf die Nerven zu gehen, damit ich nicht in Versuchung komme, an einen gesunden Schlaf zu glauben. Wenn ich so früh aufstehe, trickse ich sie praktisch aus.

Ich könnte jetzt die KI fragen, was es damit auf sich hat, aber das Ergebnis interessiert mich nicht genug. Recherche ist tatsächlich einer der wenigen Anwendungsfälle, bei denen ich KI benutze. Abgesehen von Programmierung und technischen Hilfestellungen, oder bei der Zusammenfassung von Informationen, wobei wir bei Zusammenfassungen und Analysen nicht notwendigerweise von generativer KI sprechen. Aber Texte und Content von KI produzieren zu lassen, finde ich unfassbar langweilig.

OpenClaw finde ich hingegen richtig interessant. Ich werde in den nächsten Tagen meinen alten Mini-PC zu einem externen OpenClaw-Agenten umbauen, den ich umständliche Sachen für mich erledigen lassen werde, wie z. B. einen Urlaub durchplanen, und wenn mir der Plan gefällt, ihn auch buchen lassen und solche Sachen. Das Problem mit OpenClaw ist noch die Sicherheit, ich möchte ihm nur ungern Zugriff auf meine Mails, Dateien oder meine Browserhistory geben, aber man kann ihn auch komplett extern mit einer SIM-Karte betreiben.

Jedenfalls hörte ich auf dem Rückweg einen Podcast, in dem einige Gäste sagten, sie würden KI sogar zum Verfassen von Tweets oder Skeets verwenden. Fand ich erstaunlich. Dass Romane und Dokumente damit geschrieben werden, war zu erwarten, aber dahingerotzte Texte zu polieren, die auf Microbloggingdiensten erscheinen, überraschte mich einigermaßen. Ich verstehe, dass viele Menschen Microblogging ernster nehmen als ich. Ich verfasse aber Texte und Sätze, weil ich mich ausdrücken will, weil ich etwas mitteilen will. Wenn das eine generative KI für mich macht, dann würde ich einfach Content produzieren, meine persönliche Ebene ginge darin verloren, mein Gedankengang, meine Idee, meine Formulierung und eventuell auch meine Fehler. Content muss nicht verwerflich sein, aber das will ich dann nicht als meinen Ausdruck darstellen. Vermutlich ist mein Wunsch, authentisch zu sein, größer als der Wunsch, Content zu produzieren. Und das will ich auch von anderen Leuten. Ich will authentische Leute um mich herum, keine Hüllen, die nur etwas darstellen.

Bei anderen Anwendungsbeispielen ist es mir hingegen nicht so wichtig. Meinen CV ließ ich von KI erstellen. Meine Anschreiben ursprünglich auch, allerdings hatte ich beim Anschreiben immer das Bedürfnis, diese gebügelte Professionalität rauszunehmen. Da ich in den letzten Monaten nach Personal suchte, erhielt ich natürlich massenweise Anschreiben von Kandidaten, und sie sind alle so offensichtlich von KI verfasst. Ich lese sie gar nicht mehr. Ich beschränke mich auf die Erfahrungsstichpunkte, um die geeigneten Kandidatinnen herauszufiltern, und dann muss ich mir in einem persönlichen Gespräch ein Bild schaffen. Das ist ohnehin seit Jahren meine Strategie. Aber der ganze Text-Unsinn, mit dem man in Bewerbungen mittlerweile überhäuft wird, ist wertlos.

Sie ist schon überall. Diese KI-Müdigkeit. SocialMedia interessiert mich deswegen zunehmend weniger. Der Content wird immer beliebiger. Vielleicht ist das aber auch gut.

[Sa, 15.2.2026 – Blitzer, Utrecht]

Habe ich mich schon einmal über Blitzer beschwert? Nein, habe ich nicht, es kommt mir wesensfremd vor, wenn ich mich über Blitzer beschwere.

Aber von der Autobahn runter nach Prenzlauer Berg gibt es am großen Autobahnzubringer diese Kita, in deren Umfeld man vermutlich schon lange 30 km/h fahren muss, aber erst seitdem dieser Blitzer dort steht, halten sich die Menschen auch daran. Das Problem mit dieser Straße ist, dass sie überhaupt nicht wie eine 30er‑Straße aussieht, zumal man direkt von der Autobahn herunterkommt. 130 -> 100 -> 70 -> 50. Man ist es ja gewohnt, auf unfassbar langsame 50 herunterzudrosseln. So ist das immer nach Autobahnen. Ich fragte mich im letzten Jahr aber oft, warum die Autos ein Stück weiter stadteinwärts plötzlich auf noch unfassbarere 30 abbremsten. Wenn es irgendwie ging, überholte ich an dieser Stelle.

Bis schließlich alle paar Wochen ein Strafbrief in meinem Postfach landete. Danach sah ich dieses 30er-Schild dann auch.

Natürlich will ich mich nicht über den Blitzer beschweren. Ich bin ja für achtsames Autofahren, vor allem zum Schutz von Kindern, und überhaupt hasse ich Autos, wenn ich nicht gerade in einem sitze.

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Seit einigen Wochen ziehe ich meine Chats nach Signal um. Wenn ich jemanden anschreibe, schaue ich zuerst, ob der Kontakt auch in Signal ist. Wenn ja, schreibe ich die Person nur noch auf Signal an. Sobald ich diese Personen anschreiben will, tappe ich trotzdem immer zuerst auf WhatsApp. Das Internet weiß bereits: Das nennt sich Muskelgedächtnis. Und ich bin nicht der einzige.

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Ein Handwerker braucht meinen Wohnungsschlüssel, um einem möglichen Leck in der Wasserleitung nachzugehen. Es ist ein netter Typ, berlinert, er gibt mir seine Nummer. Auf Telegram erscheint er mit dem Usernamen @Jihad.

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Alexander Krumeich ist in Utrecht und hat das Haus am Springweg aus der Novelle fotografiert.

Alexander Krumeich

Heute ein wenig auf des @mxpfeifer Spuren in Utrecht unterwegs. Sehr hübsch hier. Bei der Architekturführung morgen gibt's dann hoffentlich ein paar Details.

Straßenschild „Springweg“ in Utrecht. Straßenimpression des Springweg in Utrecht. Außenansicht des Hauses Springweg 47, Utrecht Straßenimpression des Springweg in Utrecht.
February 14, 2026, 22:15 1 Boosts 4 Favoriten

Interessanterweise gibt es auf dem Foto eine Lichtöffnung an jener Seite des Hauses, die auf das Gelände des „Duitse Huis“ zeigt. Ich würde behaupten, dass man das erst nach der Sanierung eingebaut hat. Sonst hätten wir nach dem zweiten Brand nicht das Gelände inspizieren müssen.

Dabei fällt mir ein, dass ich das Buch auch wieder als E‑Book auf Tolino etc. publizieren wollte. Momentan ist es nur bei Amazons KDP gelistet. Wenn man bei KDP mitmacht, muss man es dort exklusiv anbieten. Von Tolino war ich doch etwas enttäuscht, weil es dort genau ein (1) Mal verkauft wurde. Während bei Amazon KDP doch häufig ein paar Leute darin herumblätterten. Man kann im Dashboard tatsächlich sehen, wie viele Seiten jemand las. Als ich nach den enttäuschenden Verkäufen auf Tolino beschloss, wieder ins KDP-Programm zurückzukehren, hörte das Interesse dort aber auch auf.

In den letzten Monaten erhielt ich allerdings ein paar Anfragen, ob sie das E-Book für ihren Tolino nicht einfach direkt bei mir beziehen können. Via E-Mail. Das machten wir dann so. Aber jetzt kann ich es auch wieder offiziell bei Tolino publizieren. KDP bringt ohnehin nichts mehr.

Das Hörbuch ist eigentlich auch schon seit einiger Zeit fertig. Allerdings fehlt mir noch das Intro, das ich von einer Freundin einsprechen lassen wollte. Sie ist professionelle Sprecherin und hat eine wirklich sehr schöne Stimme. Die möchte ich auf meinem Hörbuch haben. Sie wird nur drei Sätze sagen: „Springweg brennt. Eine Novelle von Markus Pfeifer. Gelesen vom Autor selbst.“ Weil ich momentan unter der Woche aber immer in Hamburg bin, schaffen wir es schlichtweg nicht, einen Termin zu finden. Aber ab März bin ich wieder hier.