the good girl

Pornographie für Frauen, ein Thema das mich immer wieder fesselt, das ich aber noch nie vollständig erfassen konnte, weil es schliesslich nicht nur darum geht mehr Penis zu zeigen anstatt der wild schwabbelnden Silikonmelonen.

Ein interessanter Ansatz ist zweifelsohne The good girl, von Pornoproduzentin Erika Lust, zum Downloaden in ihrem Blog. Was mich dabei besonders fasziniert hat, ist diese unaufgeregte Art, Geschlechtsteile zu zeigen, als sei es ein ganz gewöhnlicher Kinofilm, dieser Focus auf die Stimmung drumherum, wobei Das Bettlaken die selbe Aufmerksamkeit bekommt wie der erigierte Penis.

Wen dieses Thema interessiert, will ich wärmstens Une liasion pornographique empfehlen, der jedoch, gegensätzlich zu dem was der Titel vermuten lässt, ein gewöhnlicher Kinofilm ist, der keinerlei Geschlechtsorgane zeigt, aber eine unglaubliche erotische Spannung aufbaut. Ich würde gar sagen, dass dieser Film genau das ist, was ich mir unter Frauenporno vorstelle. Zumindest wenn es darin Geschlechtsorgane in Grossaufnahme gäbe.
Aber dann fragt man sich natürlich wozu Geschlechtsorgane noch gezeigt werden müssen. Ausser, dass es muss.

(via Minka)

17 Comments

  1. raiek

    Bei dieser Fragestellung kommt mir wieder und wieder die Frage in den Sinn, wo der Unterschied zwischen Porno und Erotikfilm ist. Gibt es diesen Unterschied überhaupt, oder ist “Erotikfilm” nur eine mehr oder weiniger schamhafte Umschreibung von Porno? Und wieso gibt es “Frauenpornos”, als ob es ein anderes Genre ist, als ein “Männerporno”, (ein Begriff, der wohl auch ohne “Männer” als der eigentliche Porno verstanden wird). Ein endloses Thema mehr oder weniger ernstgemeinter Vorurteile und reihenweiser political correctness. Vielleicht sogar tatsächlich schwierig, dabei ernst zu bleiben.

  2. wenn ich richtig aufgepasst habe, ist es so, dass die bezeichnung “porno” nur ein film verdient, in dem erigierte penisse und nahaufnahmen sexueller handlungen etc. gezeigt werden. amen. und das darf im öffentlichen tv nicht gesendet werden.
    erotikfilme sind die, die nach zwölf auf vox oder rtl laufen. also angedeutetes poppen ohne wirklich was zu zeigen.
    in “frauenpornos” soll mehr handlung vorhanden sein. der klempner bekommt also noch einen kaffee vorweg und erzählt kurz, wie der tag war.
    so ungefähr.

  3. Haha, er darf kurz erzählen wie der Tag war.
    Aber das mit dem erigierten Penis stimmt wohl. Ich kann mich an die Diskussion über den Film “Intimacy” erinnern, der ja sehr harmlos ist, man aber für wenige Augenblicke einen erschlaffenden Penis sieht, worüber man sich dann die Köpfe eingehauen hat, ob es nun Pornographie ist und somit von den Fernsehsendern verbannt wird, oder schlicht und einfach Erotik. Dabei haben sie vergessen, dass jener Film in erster Instanz ein Stückchen Kunst ist.
    “the good girl”, ist meines Erachtens zu viel in die Länge gezogen, bis sie endlich zur Sache kommen. Das hätte kürzer gekonnt, weil es der Spannung nichts hinzufügt.

    Überdies hätte ich das Wort Frauenporno zwischen Anführungszeichen setzen sollen.

  4. pornos decken schon vor allem die sichtweise (bedürfnisse) der männer ab. es wäre schade, wenn der ‘frauenporno’ zum kuschelporno degradiert würde. das problem ist auch nicht mit dem kaffekränzchen vor dem fick gelöst. leider bewegt sich der good girl streifen noch viel zu sehr in diesem kuschel-erotik-rahmen.
    aber er kommt sehr nahe an das frauliche bedürfnis heran, etwas reelles zu sehen, eine geschichte, wie sie in den fantasien der frauen abspielt.
    ich glaube frauen haben nichts gegen hardcore pornos, aber ihre sichtweise ist eine andere. und dafür braucht es mutigere filmemacherinnen, andere darstellerInnen, ein anderes tempo, und vor allem eine kluge geschichte. und andere musik.
    frauen wollen geschichten, die sie dort hin bringen, wo die bilder bereits keine rolle mehr spielen. und darum kann ich es kaum erwarten die liaison pornografique zu schauen. es wird vermutlich genau das sein, was ich meine. (danke danke für den tipp mek.) nichts spricht dagegen, wenn gezeigt wird, wie es zur sache kommt. und der darsteller schön ist und er einen prachtsschwanz hat. aber es sind nicht die grossaufnahmen, die frauen erregen. es sind geschichten mit männern mit charakter. intelligenz, humor, männliche gesten, die vielsagend sind, stil, ja, stil, der ahnungen und sehnsüchte weckt, (ich muss sofort an al pacino denken, wenn ich das sage, weiss nicht warum ) stimmungen, die etwas über düfte erzählen, und natürlich auch frauen, die charakter haben, etc. und zeit. doch ich glaube zeit ist ganz wichtig. viel zeit. je länger es dauert bis zum ficken, desto besser. und je langsamer gefickt wird, auch. besser.

  5. Geschichten können durchaus auch fickend erzählt werden. Mal abgesehen von den nackte-Männer-in-Turnschuhen-fickt-blonde-Stöhnerin-mit-Riesentitten-Filmen gibt es da draussen ja durchaus gute Streifen die sehr gekonnt Fetische bedienen und Stimmungen erschaffen. Ich nenne sie jetzt mal ästhetische Standbilder. Die Zofe, die tagebuchschreibend durch das liederliche Gutshaus stöckelt und ihre Herrscherfamilie samt Gästen und ihre Wünsche beschreibt und beobachtet. Oder die Tangolehrerin, die ihre Schülerinnen erst ihrem Mann ausliefert und dann anhand deren Bewegungen zum Tanz erwählt.
    Aber wie Sie richtig erkennen, es fehlen die Charaktere der Männer. Die Männer sind der Blickwinkel, deren Persönlichkeit sich hinter dem Auge des Betrachters verbirgt. Das macht wahrscheinlich den Porno zum Männerporno.

  6. so, ich hab mir dieses filmchen jetzt einmal komplett angeschaut, gestern musste ich ja noch skippen, bevor der pizza-junge kam, dank job.

    mich liess alles (!) gänzlich ungerührt. diese peinliche story, wo erst die freundin erzählt, wie scharf ihr yoga-lehrer ist, dann die ella da selber, die im handtuch vor dem pizza-bringer steht. und dann gehts in die vollen, nämlich in die totale, in die 08/15 kiste. ihr geziere, dann doch wieder fallen lassen, dann plötzlich geschmack (haha) an sachen finden, und er, die ganze nacht lang, und das in natürlich sämtlichen stellungen. ich hab dabei mein käsebrot weitergegessen,ohne einmal abzulegen. hab ich schon diese furchtbare musik im hintergrund erwähnt? ich selber kann es nicht leiden, wenn beim vögeln im hintergrund musik läuft, weil ich den mann hören will, und zwar nur den. das ganze ist dann wohl auch auf pornos übertragbar, und der pizza-mann hätte in diesem fall ein musical-mann sein müssen.
    kuschelporno … ich glaube nicht, dass ich für den großteil der frauen spreche, aber für mich ist das eine nullnummer, langweilig und solide durchgeackert.
    amen.

  7. lu, ich stimme mit ein, bin ganz und gar ihrer meinung. besonders die musik geht wirklich gar nicht, dabei wartet man stets auf die weichzeichnereinblendung, in der die beiden nackt und händchenhaltend über eine blumenwiese hüpfen.

    für die zweite hälfte ist durchgeackert der richtige ausdruck. und wenn der unglaubliche inhalt und die handlung darin besteht, dass mädchen-telefonate geführt werden und der pizzamann flachgelegt wird, kann ich auf handlung sehr gut verzichten. gähn.

  8. Ja das Glück am Ende geht gar nicht, und das schlimmste ist: sie lacht. Der sexuelle Killer schlechthin.
    Aber von diesem rekursiven Satz “Come on my face like in these porno movies” war ich sehr angetan. Weil er so, wie soll ich sagen, echt ist.

  9. Hab den Film geschaut und kann sagen, ja, es stimmt, Intro ist definitv zu lang und unnötig und als es endlich zur Sache geht artet das ganze in Stellungskrieg aus. Alles andere als schön und tatsächlich unerträglich das “Happy-End”…. Ich weiß zwar nicht, warum Lachen am Ende ein sexueller Killer ist (dennoch in dieser Szene nicht sonderlich sexy), aber ich denke die Telefonnummer und den Rest hätte man sich sparen können.
    Die Musik empfand ich als gute Alternative zu dem üblichen üblen Synthigeklimper und es hat mir gefallen, das tatsächlich geküsst worden ist. Hat dem ganzen den doch sonst oft maschinellen Charkter genommen. Für ein Gerücht halte ich, das wir Frauen gern nach einem Vorspiel noch ewig gef…. werden wollen. Ich denke, da sind die Vorlieben so verschieden wie die Frauen.

    Als Film und nicht als Porno eingestuft, weit deutlicher als “Intimacy” und um gute Musik, sofern man britische Musik ala Franz Ferdinand, Kaiser Chiefs und anderen mag, herumgesponnen, mit wenig Handlung und viel Tatkraft: 9 Songs. Sieht man den Film als Porno funktioniert er.

  10. “Play that music like they do in the pornos! Play it for me, Sam.”

    Ich stimme übrigens auch für andere Musik in Pornos, egal welchen. Diese 80er-Italo-Billigsynthie-Mucke ist das akustische Äquivalent zu den weißen Turnschuhen. Silikonmusik. Ansonsten, gerne von mir wiederholt, stört in erster Linie diese grauenhafte Ausleuchtung in vielen solcher Werke. Links so hell wie rechts, kein Spiel mit Licht und Schatten (höchstens Schlagschatten an der Wand)… langweilig. Was macht eigentlich Ilona Staller?

  11. Einen der besten Porneaux die kein Porneaux sind aber irgendwie doch, weil Schwänze und so Sachen zu sehen sind, stammt von Michael Winterbutton und heißt Nine Songs Sehr schöner Film über Begegnungen, Momente und die Verwechslung von Liebe und Sex. Und mit wirklich guter Musik.

  12. “Aber von diesem rekursiven Satz “Come on my face like in these porno movies” war ich sehr angetan. Weil er so, wie soll ich sagen, echt ist.”

    @ mek

    Vielleicht habe ich ja Knoten im Thalamus, aber diesen Satz empfand ich gradezu als den Höhepunkt der wurstigen Schwülstigkeit dieses Filmchens. Es würde mich nicht wundern, würde ich diesen verunglückten Pornoversuch demnächst im Videoregal bei Schlecker oder Drospa wiederfinden…gleich neben “100 Sex-Stellungen für ayurvedisch interessierte Besserverdiener” und “Teletubbies – Folge 1 – 378”.

  13. Marko

    Über was wird hier eigentlich diskutiert ? Ob Porno oder Erotik, ob Film für den Mann oder ob Film für die Frau. Einigkeit wird unter den Geschlechtern in allen Fragen niemals herschen, jedoch wird jeden Tag versucht, das ein Geschlecht über das andere herscht. Jeder kann den Filmen etwas ab gewinnen, jeder aud seine Weise etwas dazu lernen. Seine Lust steigern. Seine Intimität und Orientierung kennen zu lernen. Frei nach dem Motto, Jedem Tierchen sein Blessierchen. Und wenn Ihr hier weiterhin solche Texte verlorener Persönlichkeiten abdrückt, entgeht euch wahrscheinlich noch der beste Sex der Welt. …. oder macht doch was Ihr denkt, denn reden heißt noch lange nicht machen. Und es sind immer die Macher, die glücklich sind. In diesem Sinne : Haut rein !!!

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