Weil es ein paar Nachfragen gab: Kreuzkümmelkäse kann man in den Niederlanden ganz normal als Käsesorte kaufen und es gibt ihn praktisch überall, wo Käse verkauft wird, auch vorgeschnitten in Scheiben oder gewürfelt als Snack. Er heißt auf Niederländisch Komijnekaas und kann auch in diversen Onlineshops bezogen werden, z. B. hier.
Empfehlen würde ich die mittelalte Variante, das heißt in Originalsprache „belegen“. In der „oud“ Variante, also alt, finde ich ihn zu intensiv.
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Gestern war ich mit Exkolleginnen in der Markthalle am Pfefferberg. Sie haben wieder einmal umgebaut. Der Bereich mit den Tischen ist nun offener, ob es aber eine Verbesserung zu vorher war, darüber sind wir uns nicht ganz einig geworden. Dafür wurde das kulinarische Angebot eingestampft. Eigentlich gibt es nur den berühmten Taco-Tresen der Taqueria „El Oso“, über die behauptet wird, sie machten die besten Tacos auf europäischem Boden, was ich wegen mangelnder Vergleichsmöglichkeiten nicht bestätigen kann. Was ich hingegen bestätigen kann, ist, dass sie wirklich ausgezeichnet schmecken. Neben der Taqueria gibt es noch einen Tresen mit peruanischem Streetfood und links daneben einen etwas undefinierten Anbieter von Chicken-Wings und Mac&Cheese. Vorn am Eingang gab es obligatorische Ramen und das war es schon. Vorne mittig, gibt es noch eine Bar, die neben Cocktails genau eine Sorte Bier anbot, und zwar ein Industrie-Helles aus dem Süden der Republik. Total uninspiriert. Man hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, ein Zwickl oder ein Pils anzubieten, oder etwas von kleinen Berliner Brauereien. Immerhin residiert sogar das Pfefferbräu im selben Gebäude. Für einen Treffpunkt für Foodies ist das etwas schwach.
Die Tacos waren aber gut.
Nachher gingen wir ein Stockwerk höher. Wir machten einen kleinen Rundgang über das Gelände des Pfefferberges. Die Brauerei wurde 1841 errichtet, als Prenzlauer Berg noch ein Acker war. Erst zwanzig Jahre später begann man, die Brauerei mit anderen Brauereien und Häusern zu umbauen. Ich zeigte das Museum der Tchoban Foundation, dieser Bau, der auf mich immer wirkt wie Hieroglyphen-Lego. Ich finde es sehr schön. Monumental, und gleichzeitig empfinde ich es als sehr subversiv. Wir schlichen uns durch ein paar Geheimdurchgänge zurück zur Seite an der Prenzlauer. Ich kenne dieses Gelände so gut, weil es meine Schleichroute vom Due Forni zu meiner alten Wohnung in Mitte war. Danach betraten wir das KINK, eines der neuen Lokale, die sich nun auf dem Gelände befinden. Das Restaurant soll sehr gut sein, aber wir gingen lediglich in die Bar nebenan. Die Bar ist ein wenig posh, und etwas geheimnisvoll. Viele elegant in schwarz gekleidete Menschen, der Sound loungig, unterschwellig. Der große Raum ist umgeben von Galerien. Vermutlich gab man von da oben früher das Malz in den Sud. In den Galerien saßen leicht bekleidete, dicke Frauen, die von professionellen Fotografen abgelichtet wurden. Dazu tranken sie sprudelnden Wein aus hohen Gläsern.
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Eigentlich wollte ich noch den zweiten Teil über digitale Souveränität aufschreiben. Das kommt vielleicht morgen. Oderso.