Es wohnt zurzeit eine Amerikanerin bei mir in der Firmenwohnung. Sie hat vor drei Wochen bei uns angefangen und wird im Dreiwochenrhythmus zwischen Hamburg und Maryland pendeln. Es ist mir nicht ganz verständlich, warum sie sich die Pendelei antut. Schließlich hat sie einen Mann und zwei Kinder unter zehn Jahren zu Hause. Wir quatschen manchmal in der Mittagspause oder gehen zusammen bei Lidl einkaufen. Heute ging sie mit ihrem Team zum Italiener und lud mich dazu ein.
Ich erfuhr dabei, dass ihr Großvater aus Nordfriesland kam und sie deswegen eine ideelle Verbindung zu der Gegend nördlich von Hamburg hat.
Wir redeten über Trumps Amerika. Den ganzen Abend lang. Ihr Mann kommt aus Südamerika. Freunde ihrer Kinder sagen plötzlich so Sachen wie „Oh, du bist eigentlich gar kein richtiger Amerikaner“. Sie lebt in einer Vorstadtsiedlung, in der mehrheitlich demokratisch gewählt wurde. Sie kenne aber auch Trumpwählerinnen. Aber niemand redet über Politik. Zu Hause seien sie alle mittendrin. In ihrer Vorstadtrealität. Drumherum passieren überall diese schrecklichen Dinge. Und gleichzeitig sei den Menschen der scharfe Blick für die politische Lage abhanden gekommen. Sie sagte, dass so viele Dinge passieren, dass man den Faschismus darin nicht mehr erkenne. Am Ende des Abends bedankte sie sich für das Gespräch. Zuhause in den USA könnte sie nämlich nicht auf diese offene Art über die Situation in ihrem Heimatland reden. In ihrer Heimat sind alle silent geworden.
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Noch ein Nachtrag von gestern und dem Thema Chrome-Browser. Es gibt hier einen netten Comic, der anschaulich erklärt, warum man Chrome besser nicht verwendet. Der Comic hat mehrere Kapitel, aber die ersten 15 Slides zeigen das grundsätzliche Problem gut auf.