[Tagebuchbloggen. Montag 22.3.2021]

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Kein Muskelkater

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Nach Rücksprache mit Chris vom Herthabase Podcast habe ich dann doch nochmal eine Sprachnachricht zur Aussprache von “Zeefuik” aufgenommen und auch erklärt, warum das bei dem Niederländer ein bisschen anders (aber dennoch richtig) klang.

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Es gab einen Corona Fall in meiner Firma. Da wir zur Zeit nur etwa 4 bis 8 Menschen auf 800 Quadratmeter verteilt sind, hatte ich glücklicherweise keinen Kontakt zu ihm, auch nicht auf Entfernung. Aber alle Menschen, die Anfang letzter Woche im Büro waren, sollten sich einem Test unterziehen. Und alle Menschen, die Anfang letzter Woche im Büro waren, sollten vorerst zuhause bleiben.

Ich ging sofort ins Testzentrum und ließ mich testen. Das Ergebnis war glücklicherweise negativ.

Fürs Archiv. Ich schreibe das Tagebuch schließlich auch um in zehn Jahren auf diese seltsame Pandemiezeit zurückblicken zu können. Was ich für mich festhalten will: das Gefühl, wenn das Stäbchen ganz tief in den Nasenrachenraum eingeführt wird. Ich habe ja Bilder gesehen. Von den Menschen, die gekotzt haben, von Menschen, die geweint hatten. Meine Schwester ist Hausärztin. Sie erzählte von einem Menschen, der davongelaufen ist. Mit Stäbchen in der Nase. Ausnahmslos alles Männer, übrigens.

Meine Probenentnehmerin trug ein Ramones-Tshirt. Ich konnte es durch ihr halb durchsichtiges Schutztextil erkennen. Ich sagte: oh, cool, Ramones, finde ich gut.
Ich glaube, ich sagte das, um mir so etwas wie Gnädigkeit zu erschleichen. Dann versenkte sie den Teststab in meinem Kopf. Ich lag nur da und schaute etwas willenlos zur Decke. Und dann staunte ich: war gar nicht schlimm. Es kitzelte etwas ganz weit in mir drin. Danach hatte ich eine Minute lang dieses Gefühl meine Nase innerlich rümpfen zu müssen. Keine Ahnung wie ich das meine. Innerlich rümpfen. Aber so fühlte ich mich.

Zum Ablauf der Testung. Das fand ich nämlich logistisch sehr schön. Bei der online Anmeldung erhielt ich einen QR Code per Mail. Als ich beim Testzentrum draussen in der Schlange stand, kam eine Mitarbeiterin vorbei und scante den Code von meinem Telefon. Dann brachte sie mir einen Aufkleber mit meinem Namen und einen weiteren QR Code, den ich der Frau mit dem Ramones Tshirt geben sollte.
Fünfzehn Minuten nach dem Test bekam ich eine Mail, dass das Ergebnis negativ sei.
Ich liebe solche effizienten Abläufe.

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Boah wie hasse ich Homeoffice. Sobald ich Feierabend habe, bin ich ja immer noch hier. Es ist wie ein schlechter Traum.

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Am Abend wollte ich mich mit einem Mitarbeiter treffen, der mir das Ladegerät für den Firmenlaptop vorbeibringen sollte. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich junge, wehrlose Mitarbeiter in die Firma schicke und sie dann bei mir zuhause Hause antanzen lasse. Nein, er war heute in der Firma und wohnt hier zwei Straßen weiter.

Er sagt, es würde etwas später werden. Das ist für mich OK. Dann schreibt er, es würde 8 Uhr werden. Das ist für mich OK, dann schreibt er, es würde 9 Uhr werden, das ist für mich OK. Dann schreibt er länger gar nicht mehr. Irgendwann schreibt er, es würde heute gar nichts mehr. Aus Gründen. Das war für mich wiederum nicht OK. Ich hatte geplant eine nächtliche Runde mit Herthastickern zu drehen. Zwei Fliegen auf einen Streich. Ladekabel und Sticker. So wurde es keines von beiden. Ich muss mir vielleicht doch einen Hund zulegen.

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Die Podcastfolge von Herthabase ist online.

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