[Samstag, 28.8.2021 – Friedhof, Köfte, Spiel gegen Bayern]

Wir hatten einen sehr ruhigen und gemütlichen Samstag mit den Schwiegereltern, haben ewig lange gefrühstückt und am Tisch geplaudert. Es ging schon in Richtung später Nachmittag, als wir das Haus für einen Spaziergang verliessen. Wir zeigten ihnen den Friedhof an der Landsberger Allee, den wir während Corona entdeckt hatten. Dieser merkwürdig verwinkelte, in Teilen verwilderte Friedhof, in dem man immer wieder neue Bereiche findet, die aus anderen Epochen zu sein scheinen. Vielleicht sind auch andere Friedhöfe so. Wir sind keine Friedhofgroundhopper. Aber schön ist es jedenfalls.

Zuhause bereiten wir dann Köfte zu. Wir perfektionieren das Rezept, das wir unter der Woche bereits vorversucht hatten.

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Ab 18 Uhr verabschiede ich mich aber in Richtung Wohnzimmer. Das Vorgeplänkel zum Spiel gegen den FC Bayern läuft. Wir haben das letzte Mal in 1977 gegen Bayern in Bayern gewonnen. Ich glaube jedes Jahr wieder, dass diese Niederlagenserie diesmal beendet wird und wir mit einem fulminanten Sieg gegen diese Mannschaft gewinnen. Ich bin aufgeregt und optimistisch, das erste Bier trinke ich in drei Zügen aus.

Ungefähr in der sechzigsten Minute des Spiels ist das Köfte fertig, es steht bereits 3:0 für den FC Bayern. Ich bekomme ein zauberhaft zubereitetes Tablett mit Köfte, Gemüse, Reis und Bier zum Sofa gebracht. Allerdings bin ich schon dermaßen deprimiert vom Spielverlauf, dass ich beschliesse in der Küche mit den anderen zu essen. Diese schlechte Laune auf das Essen zu übertragen, ich glaube, das ist nicht gut.

Das 4:0 höre ich bis in die Küche. Man schaut mich etwas besorgt an, ich esse aber das Köfte.

Am Ende steht es 5:0 für die Bayern. Meine Mannschaft hat eine grauenhafte Vorstellung abgegeben. In meinen Chats ist die Stimmung ziemlich am Boden. Wir stehen bei 0 Punkten nach drei Spielen, haben unsere beiden besten Spieler verkauft und uns mit mittelmäßigen oder alten Spielern verstärkt. Der ganze Auftritt der Mannschaft, eine Theaterstück mit hängenden Schultern. Ich sehe eine düstere Saison vor uns.
Es gibt noch drei Tage um neue Spieler zu verpflichten. Es stellt sich aber die Frage wo die jetzt herkommen sollen.