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  1. Es gibt sieben verschiedene Arten moin zu sagen. Ein hohes, ein tiefes und ganz viele dazwischen.

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    Zu Mittag Krabben gepuhlt. Drei Stunden später damit aufgehört. Immer noch hungrig. Sich Sklaven herbeiwünschen.

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    Die Zeit schlägt hier anders.

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    Von der Wohnung zum Strand in fünf Minuten. Vom Strand zum Wasser eine halbe Stunde.

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    Ebbe, ich liebe Ebbe. Und ich liebe Strände in der Nachsaison. Vor allem abends. Wusste ich nicht.

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    Im Nebel auf dem Kniepsand, im Süden der Insel, da weiter oben muss das Meer sein, nein mehr nach links, eine Stunde lang im Kreis gelaufen, Nebel links und rechts und da und dort, nur Sand, Muscheln, Grassbüschel, tote Krebse, immer noch kein Meer in Sicht.
    Nicht sicher ob man gerade über den Mars läuft oder über der Venus.

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    Nach einer weiteren halben Stunde des verschwiegenen Herumirrens im Nebel. sich plötzlich freuen, über diese angenehme, irdisch anmutende Schwerkraft auf diesem Planeten.

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    Der Dame einen Damm gebaut auf dem Strand, um das Abfliessende Ebbwasser aufzufangen und über einen Seitenkanal umzuleiten. Sie war stolz auf mich.

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    Ich assimiliere mich langsam und ebenso langsam tröpfle ich abends in den Dünen hernieder. Und die Worte die wir reden, vibrieren irgendwo ganz weit weg und würde sie nicht auf meine Worte antworten, dann käme mir in den Sinn, dass ich das alles bloss gedacht hätte, gar nie gesagt, sondern nur in den Wind gespinstet, mein Hirn halt, wie eben leergepustet und der ganze Ballast rüber ins Watt geweht und von der nächsten Flut mitgenommen, in Flaschen abgefüllt, per Post nach Hawaii, meinetwegen.

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    Irgendwann geht man abends mit den Vögeln schlafen und steht morgens mit den Vögeln wieder auf.

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    Vom Dammbauen Muskelkater bekommen.

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    Plötzlich realisieren, dass die Möwen viel später schlafengehen als man selbst. Sich dabei ein wenig schämen.

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    Der Dame einen zweiten Damm gebaut. Die Flut kam schnell und erbarmungslos. Alles hin. Nächstesmal nehme ich Algen zur Verstärkung. Dame schien stolz zu sein. Auf mich.

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    Zwei weitere Variationen von moin gehört.

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    Aufhören zu reden jedesmal wenn man die See sieht oder wenn einem der Wind durch die Haare weht.

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    Aufhören zu reden.

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    Dann fragt man sich wo die ganzen siebzigjährigen Damenpäärchen herkommen. Der kämpfenden Männer ihrer fleissigen Nachkriegsgeneration müde, scheinen sie nun den erotischeren, intellektuellen Austausch, in vertieften Gesprächen mit Gleichgeschlechtlichen auf den Dünenbänken zu suchen.
    Oder sind es bloss Witwen aus Witschaftswunderehen, in denen die Männer reihenweise den neu entdeckten und hart erkämpften Bratwurstlebensstil verfielen und im besten Alter der Arterienverkalkung erlagen?
    In beiden Fällen erscheinen sie mir nun sehr glücklich.

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    Aufhören zu denken.

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    Nachts um zwei auf dem Balkon aus wilden Träumen erwacht und gesehen, dass die Möwen immer noch nicht schlafen. Es unverschämt finden. Gar respektlos.

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    Einen dritten Damm geplant. Keine Algen. China muss warten.

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    Es den Möwen mal so richtig zeigen und ausgehen.

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    Amrum geht in der Blauen Maus aus. Überraschend angenehmer Ort. Dunkler Pub, der in Schottland stehen könnte, aber was ist schon das bisschen Nordsee dazwischen.

    “Haben Sie auch was anderes als Friesengeist?”
    “Nö”
    “Irgendwas Schwarzgebranntes aus der Gegend hier?”
    “Gestern war schon so ein Verrückter hier, der hat sechsundzwanzig Gläser von dem Zeug getrunken, dann brauchte er einen Arzt”
    “Den Hubschrauber?”
    “Nö, solche Kleinigkeiten heilen wir hier selbst”
    (Eine Friesin in orangefarbenen Pumps neben mir an der Theke steckt den Finger in den Mund und lacht)
    (Ich bestelle ein Bier, man will ja kein Grossmaul sein)

    Auf dem Nachhauseweg sich nur noch ein Bett herbeiwünschen und gleichzeitig bemerken, dass die verdammten Möwen noch immer nicht schlafen.

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    Friesengeist ist übles Zeug. Geht am nächsten Tag nichtmal mit überbackener Pasta weg.

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    Immernoch Muskelkater.

    (Fotos sind von der Schnitte Dame)

  2. Mit solchen Vögeln findet man keinen Schlaf. Geben Sie denen mal Bananen, dann ist bald Schluß mit dem lustigen Nachtleben. Ich freue mich, daß Sie alles, nur Ihren Humor nicht eingedämmt haben.

  3. die eltern haben mich früher im zarten kindsalter hier und da mal um die nordspitze gescheucht. im herbst bei sturm.

    in der blauen maus mal ganz viel flens getrunken.

    wo haben sie gewohnt, wittdün?

  4. Wittdün, ja Fabe, nächstes Mal aber Norddorf. Also Flens in der Blauen Maus, Sie sind vom Fach, wie ich sehe. Sehr angetan war ich auch vom Störtebeckerbier aus Stralsund.
    Ich kann Ihre eigenen Amrumer Aufzeichungen übrigens nicht mehr finden, haben Sie die gelöscht?

    Danke für den Tip, herr Kid, werde ich bei Gelegenheit anwenden. Die Bananen schon vorne rein, oder?

    Sehnsucht ist gut, herr bluesky. Auch wenn die Arbeit vielleicht nicht der beste Ort für sowas ist. Obwohl andererseits haben Arbeiter früher aus Sehnsucht ganze Fabriken lahmgelegt, wär ja mal wieder was. So zur Abwechslung.

  5. Wir (er) haben (hat) auch einen Damm (oder so) gebaut und waren sehr stolz. Und eine Abflussrinne mit “Auffangbecken”, in das sich das Kind gesetzt und fröhlich gequiekt und nichtmal über den Sand im Arsch gemeckert hat. Nebenan auf Föhr.
    Och, die Bilder…

  6. ach das gutte friesengeist….
    ich werde nie vergessen wie ich in kiel sass und ein alte fischer dabei beobachte hab wie er ein glass friesengeist getrunke hatte waehrend es noch brannte…..

  7. So schön!

    Ach .- Nordsee – ich bin ja Anhängerin von Norderney im Februar. Wußte ich vorher auch nicht. Und am brennenden Friesengeist hab ich mir auch schon fürchterlich die Schnauze verbrannt.
    Und die Möwen, ja. Wir haben die natürlich immer gefüttert. Bzw. ich natürlich nicht sondern der M. mal wieder. Streng verboten ist das ja die Möwen zu füttern. Und auch gefährlich. Weil die werden ja richtig aggressiv wenn sie sehen, sie kriegen was zum essen. Der M. hat mir dann sein Brötchen heimlich in meine Kapuze gelegt. Ich hab die Panik gekriegt weil die Möwen so auf mich gegangen sind und ich nicht wußte wieso.

  8. Jetzt bin ich gerade wieder in Berlin, mache die kleine Runde um die Blogs, und möchte, wenn ich das so sehe, gleich wieder weg. Nett schautŽs aus, Sand, Meer und sogar die Möwen hören sich idyllisch an, von denen man ja weiß, dass sie alle “Emma” heißen.

  9. […] Und Helgoland muß auch nicht sein, ich verspüre gar kein Verlangen. Ich bevorzuge jene Nordseeinseln, die man schnell erreicht, ohne, daß man die kleine Fähre schwankend verläßt. In drei Wochen fahre ich an die Ostsee. Mit dem Zug. Da kann ich sogar lesen, und das werde ich auch müssen, damit ich mein Kind unterhalten kann (nur mit Zugdurchlaufen und Fenstergucken und etwas Schlaf wird sie sich nicht zufrieden geben). Meine Schwester wird mitkommen, um Kraft zu sammeln; ihre letzte Mail endete mit ein schwächelndes ahoi hustet euch: brackwassermatrosenmädchen sophie. Wir werden die Luft genießen, lange Spaziergänge machen, Steine und Muscheln sammeln, Fahrrad fahren, wenn wir Glück haben, schöne Sonnentage erleben, wenn wir Glück haben, können wir unsere Regensachen ausprobieren und durch die leergefegte Ortschaft schlendern. Zwar gibt’s hier im Gegensatz zu Föhr (oder Amrum) kein Watt zum unheimlich-weit-hinein-laufen, aber Lena wird ihr erstes Mal auf dem Darß gefallen. In drei Wochen. […]

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