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Man kann sich nur mühsam festhalten in dieser Stadt, alles ist so zerfleddert und fransig. Auch da wo die Planer mit locker aufgewürfelter Architektur das städtische aus der Stadt genommen haben. Man schwankt. Und springt deshalb von Insel zu Insel, von Kiez zu Kiez, die dichten Inseln mit den engen und schützenden Strassenzügen, man springt vom westlichen Prenzlauer Berg zum östlichen Friedrichshain, weiter nach Kreuzberg36, ins Scheunenviertel, zur Bergmannstrasse. Oder neuerdings in den neukölner Reuterkiez. Oder in die Schluchten des guten alten Charlottenburg. Weil man nicht wackeln will. Weil wir nicht umkippen wollen beim Feiern, wenn wir bis zum Umkippen feiern.

7 Comments

  1. Was gibt es zu feiern? Dass man auf den Inseln mehr oder weniger billig wohnt? Dass man die kleinen Inseln eigentlich nicht verlassen muß und trotzdem nicht auf einer kleinen Insel wohnt?
    (Nicht zu vergessen der Rote Wedding. Die Brunnenstraße hinauf, Galerien schwappen schon hinüber.)

  2. mek

    Gtaag. Jetzt habe ich nachdenken müssen. Ich wohne ja sozusagen an der Brunnenstrasse, allerdings östlich (südlich) der Mauer, und auch da reihen sich die Galerien. Aber man liest in letzter Zeit oft von Galerien als Vorboten von unsteten Zeiten. Natürlich freue ich mich über Unstetigkeit, aber aber aber: ich weiss nicht. Gerade nördlich der Bernauer ist ja wieder alles fransig.

  3. Galerien *sind* diese Vorboten. Aber ich bin etwas knapp überführt, die erste hat sich über die Bernauer gewagt, an der Ecke. Also nördlich (?) der Mauer. Weiter nördlich bis zum Gesundbrunnen gibts ja nicht mal gescheite Gemüseläden.

  4. mein rezept gegen ausfransen: überheblich und stinkend viertelfaul im eigenen kiez residieren und sich einen scheissdreck um den rest scheren.

    in den alten westen geh ich manchmal noch gern, der wirkt stabil. aber ich feier ja mittlerweile immer zuhause, was weiß ich schon.

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