[tagebuchbloggend 26.2.]

Nebenan sitzt K mit ihrer Freundin und ich sitze hier in meinem Penseezimmer und mache Arbeit am Text. Ab und zu kommt K ins Zimmer und füllt mein Weinglas nach, der Beat in meinem Kopf macht UM-TCHA, im Hintergrund läuft eine Weise auf dem Theremin gespielt, und die macht üüü und üüüüüüüüüüüüüü und mmmmmmmmmmmmmm und üüüüüüüüüüüüüüüü. Ich fahre immer noch mit dem Fahrrad, weil Frühling, für mich ist alles nur noch Frühling, für mich ist alles nur noch FFFFRRRRRRRRRRÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜ-hh, dabei ist das alles ziemlich angeschlagenes Tatüüü das ich so fabriziere, von mir gebe.

#
Der Madenautomat im Wedding.

#
Später in deren Zimmer gegangen und sorry gesagt, wegen des Whiskys, der da steht, den ich haben wollte.

#
Dann weitergeschrieben-

#
Dann die ganze Flasche geholt

#
[...]

[tagebuchbloggend 25.2.]

Heute wieder mit dem Fahrrad ins Büro gefahren. Als sei der Frühling losgebrochen. Das Eis weicht und gibt Steinplatten frei, Asphalt, Pflaster, hallo ihr, fast wie alte Freunde wiederzusehen, und sie wirken verschlafen dabei, mit den Steinspilttern in den Augenwinkeln und getrockenetem Sabber auf den Wangen.

#
Gestern mit C im Liebling am Helmholtzplatz gesessen. Sie war zehn Minuten verspätet, ich hatte ein bisschen Zeit, also habe ich folgendes in mein Notizbuch geschrieben: Thomas der Haptiker.

[tagebuchbloggend 23.2.]

Am Abend mit Maike verabredet gewesen. Wir lesen uns ja schon seit Jahren, und nachdem wir uns regelmäßig im Verkehr am Alexanderplatz aus Entfernung zugrüßen, schrieben wir uns per Mail, beim nächsten Zufallstreffen einen Drink zu nehmen. Das nächstemal kam zwar nicht, aber der Drink dafür.

Wir hatten uns im Tacheles verabredet, ja Tacheles, im Cafe Zapata, man kann so vieles über das Tacheles sagen, und das meiste stimmt auch, aber das Tacheles ist gerade so out in diesen Tagen, dass es wegen der möglicherweise bevorstehenden Räumung durchaus Zuwendung vertragen kann. Nur hat uns das Problem des Tacheles wieder aus dem Tacheles verjagt. Das heisst, ich war noch gar nicht da, ich rief Maike an, dass ich mich um zehn Minuten verspäten würde, sie saß schon da und im Hintergrund hörte ich die Touristenscharen wie sie feiern.
Sie hat mich dann am Bahnhof Friedrichstraße abgeholt und wir sind an den S-Bahnbögen in Richtung Museumsinsel spaziert, haben einen Schlenker zum neuen Gebrüder-Grimm-Zentrum gemacht, da wir eh in der Gegend waren, hat mich die Lust gepackt kurz reinzuschauen um diesen großen Lesesaal zu bestaunen, und Maike war sofort begeistert, doch hineinzukommen war kompliziert, mit Wachschutz und Zwangsgarderobe, und uns in jenem Moment zu umständlich, also haben wir das sein lassen, zudem war Maike ohnehin gerade dabei, mir etwas spannendes von ihrer Arbeit zu erzählen. Am Hackeschen Markt haben wir uns in ein türkisches Restaurant gesetzt und Salat gegessen. Wir hatten uns vorgenomen nur leichtes Zeug zu essen und keinen Alkohol zu trinken, was zum Teil auch geklappt hat, bis auf den Raki, den der Kellner einfach so dazuserviert hat. Da sagt man nicht nein, das wäre ungastlich. -Ungastlich, das werde ich nächstesmal zu schlechten Gästen sagen.
Wir haben viel und angeregt geredet, natürlich kam auch das Thema Hegemann auf, und ich sagte, ha, siehste, reden wir wieder über die Hegemann, das Thema drängt sich seit Wochen immer auf und sie sagte, aber Du hast doch angefangen und ich sagte, nein, das kann nicht sein, und sie sagte, dochdoch.

Undsow.

#
Uh. Und Lisa zeichnet jetzt tagebuchbloggend Comics.

[tagebuchbloggend 22.2.]

Wir hatten gestern Abend nicht wirklich etwas zum Essen zu hause, also Zutaten mit denen wir eine Mahlzeit nach unserem gestrigen Appetit zubereiten hätten mögen, also haben wir Pizza aus dem Internet bestellt. Zehn Minuten später wurde K ein wenig schlecht, dann ging sie in Badezimmer und kotzte. Und kotzte nochmal. Und nochmal. Als zwanzig Minuten später die Pizza kam, kotzte K schon nur beim Sehen der Pizzaschachteln. Der Geruch tat sein übriges. Ich hatte kein großes Problem mit beiden Pizzen, vor allem nicht heute früh. Wir diagnostizierten Noroviren. Kurz vor dem Kotzen hatte ich sie noch geküsst. In drei Tagen werde ich vermutlich selber über der Kloschale knien.

Vor dem Kotzen war Arbeitsfrühstück CommonReader bei Madame Modeste. Alle berliner Beteiligten waren da und die Kaltmamsell war sogar aus München eingeflogen. Wir haben gegessen und geredet, viel offtopic, natürlich hat sich das Hegemann-Thema aufgedrängt, sogar über den Tellkamp haben wir geredet, herrje, und uns seine Leser ausgemalt, aber das klingt jetzt nur alles so gescheit, in Wirklichkeit war es einfach nur nett.
Ich war noch ziemlich müde vom Vorabend, mit K, Modeste und ihrem Jan im Filestück gewesen und ein 400g schweres Entrecôte gegessen. Und mit viel Bier übergossen. Auch da haben wir über das Hegemann-Thema geredet. Das war der Vorabend.

Gestern habe ich K noch den die ersten vier Seiten von Tellkamps Turm vorgelesen. Das war vor dem Kotzen.

[tagebuchbloggend 19.2.]

Während des Pizzabackens das erstemal die neue CD von den Element of Crime gehört und mich eigenartig entfremdet gefühlt. Ich habe die Musik zwar nur aus dem Nebenzimmer in die Küche her schallen hören, aber es kam eine Bierzeltstimmung an, die ich beim Konzert letzte Woche schon gefühlt zu haben glaubte, aber dann verdrängt hatte, weil das ja quatsch ist und sicherlich nur meiner Stimmung an jenem Abend zuzuschreiben war, weil K und ich leicht am Schunkeln waren und das Ganze ja irgendwie schön fanden, romantisch irgendwie, und die Laune war vielleicht sogar ein bisschen bierselig, man konnte in dieser riesigen Halle auch frei herumlaufen, Bier holen, ein paar Snacks holen, Wienerwürste, auch beim Anstehen in der Schlange nahm man noch am Konzert teil, das würde passen, also Bierzeltstimmung auf intellektwell natürlich, keine Hansi-Hase-Musik, und auch die Frisuren der Leute waren okee, wenn auch sehr ergraut, was aber auch vollkomen okee ist, auch wenn ich aus Gründen der Spektakularität nicht herumkomme, es zu erwähnen. Aber sie hat schon sehr viel trompetende Dreivierteltakte, die neue CD, und zu allem Überfluss kommt irgenwann sogar ein Lied mit einem Kinderchor, alles auf irgendwielustig, so vom Musikalischen her, das ist es, was ich mit Entfremdung meine. Ich habe noch nicht auf die Texte geachtet, das soll auch keine qualifizierte Kritik sein, sondern nur eine Schimpftirade Ausdruck meinesr Unmutes Entfremdung. Weiß auch nicht.

#
Schnellepizza, Callapizza, Schnallapizza.

#
Heute mit K den ganzen Nachmittag durch den Wedding spaziert. Diese eigenartig ausgelassene Gegend hinterm Humboldthain, am alten Verlauf der Panke, Chauseestraße undso. Mauergegend. Wir haben über die Mechanismen der Trennungen in der Liebe geredet. Das sich Herausnehmen, das Abflachen, das Abfedern, die Ahnungen die es gibt, und doch dieses Zögern, weil man ja immer noch will, eigentlich. Nicht auf uns bezogen jetzt, aber auf die vergangenen Lieben.

[tagebuchbloggend 18.2.]

Sie trug einen schicken, dunklen Mantel, ihr blondes Haar war adrett nach hinten gekämmt und zu einem Pferdeschwanz gebunden, ihre Tasche war dunkelrot, sie hatte etwas rosanes an sich, der Schimmer des Lichtes vielleicht, ein eigenartiges Leder, ihre Schuhe hatten die selbe Farbe, und auch die Ohrringe waren farblich darauf abgestimmt. Sie stieg in die U-Bahn, brachte einen Schwall schweren Parfüms in das Abteil, klemmte das Frauenmagazin unter die Achsel und zog ihre weißen Lederhandschuhe aus. Dann sah sie mich an und sagte: Hey Mek.

Eine unserer Programmiererinnen.

#
Heute war ich verabredet, die Verabredung wurde aber abgesagt, deshalb bin ich nachhause, habe mit K Spinat und Reis und eine Eiersache gekocht.
Wir haben dann spontan einen Film geschaut. Unerträgliche Verfilmung eines wunderbaren Romanes: Brideshead revisited.

#
Kid hat das Buch gelesen.
Percanta schreibt Tagebuch über 40 Tage Buenos Aires.

[tagebuchbloggend 17.2.]

Am Montagabend habe ich mich erstmal vom Wochenende erholt, ich habe nach einem vollprogrammierten Wochenende ja immer das Gefühl, kein Wochenende gehabt zu haben. Eigentlich stand der Umzug meiner Schwester auf dem Plan, aber die Planlosigkeit war wiedermal der Wunsches Vater Gedanken Sohn Kusin, oderso, und hat also nicht hingehauen.
Vorher allerdings bei der Hausverwaltung gewesen. Angebote der Balkonbaufirmen verglichen und verschiedene Sachen besprochen. Und dann auf dem Nachhauseweg in der Reinhardtstraße in diesem Bücherladen der Mängelexemplare ein paar Bücher gekauft. Paul Auster, weil ich dem eine dritte Chance geben will, dann Murakami, Christoph Hein und wer war der andere nochmal, liegt auf dem Sofa aber es fällt mir nicht mehr ein.
Das Buch von Paul Auster hat sich übrigens als Filmbuch enttarnt. Zuhause erst. Ich werde es also nicht lesen. Mag es jemand?

Dienstagabend ist meine Schwester zuerst zu mir gekommen, dann haben wir die Matratze zusammengerollt die ich ihr geschenkt habe, ein Großraumtaxi gerufen, sind mit dem Taxi nach Neukölln gefahren, aus ihrer alten Wohnung Rucksäcke, Taschen und zwei kleine Kartons geholt und alles nach Friedrichshain in ihre neue Wohnung gebracht. Das war mit sechsundzwanzig Euro gar nicht so teuer wie befürchtet. Sie hat in ihrer neuen Wohnung die Dielen abgezogen, eine Teufelsarbeit, es sieht aber sehr schön aus. Sie wird sie allerdings nicht lackieren, sondern ökomäßig ölen (und jeden Kaffeeflecken verdammen). Dafür hat sie aber mehr von der Wärme des Holzes, sagt sie. Nach der Inspizierung sind wir dann zur Frankfurter Allee hinunter, durch die Säulendurchgänge der stalinistischen Bauten, hinaus auf die Straße, meine Schwester wollte noch eine Kleinigkeit essen, ich wollte zur U-Bahn. Dort trafen wir P, den Exfreund meiner anderen Schwester, wir redeten noch ein bisschen, sie begleiteten mich beide zur Bahn, und dann war es auch schon elf oder zwölf und gestern musste ich früh raus, und.

[...]

Weder K noch ich, sind besonders Sachsen-erfahren, wir kommen ja beide nicht aus Deutschland, man möge es uns nachsehen, aber schon ziemlich früh hat sich unter uns, ein sächselndes Hallö als Grußformel eingeschlichen. Das hatten wir einmal von einem sächsischen Bekannten aufgegriffen, der einen Sachsen nachahmte, und solche Sachen sagte wie: am Telefön, da sagen wir Hallö.
Wir haben gelacht, dachten, das sei Veralberung, das Spiel mit den Klisches, ist ein erleichtendes Spiel. Wenn K und ich uns Abends begrüßen, sagen wir seitdem meistens Hallö. Weil K und ich oft sehr albern sind.
K war als erste von uns beiden in Sachsen, letztes Jahr in Leipzig. Aus dem Taxi schrieb sie mir eine SMS: der fahrer hat gerade hallö zu mir gesagt
Ich wusste, das wäre ein Witz, antwortete also: sösö. Ich habe es dann auch gleich in meinem T9 abgespeichert. Nebst hallö und alsö und möment. Als sie zurück in Berlin war, öffnete ich ihr die Tür und sagte: Hallö. Sie lachte zurück und sagte, Läpzsch sei sehr toll.

Vor einem Monat war ich selber in Leipzig. Zum ersten mal in Sachsen. Ich war spät dran, stieg eilig ins Taxi, und natürlich: der Fahrer begrüßte mich.
Ich war erstaunt und schrieb K sofort eine SMS: du die grüßen hier wirklich so
Das wusste sie aber schon.

Letzten Samstag war ich dann das zweite mal in Leizpig. Voller Freude in dieser schönen Stadt mit der lustigen Sprache zu sein, stieg ich am Hauptbahnhof in ein Taxi und sagte zum Fahrer: hallö.
Der Fahrer sah mich darauf ein bisschen zu lange an. Ich sah ihn deswegen nur ganz kurz an. Doch dann sagte auch er hallö.
Ich bat ihn, eine schöne Route nach Plagwitz zu nehmen, ich fände Leipzig so schön.

[...]

Kommt jemand mit? Ein bisschen raus in die Sonne, runter bis zur Spree vielleicht, unterwegs nehmen wir uns irgendwo ein kühles Bierchen mit, dann setzen wir uns auf einen Bootsanleger ans Wasser, an einem schattigen Plätzchen, wir reden von den Dingen, und lassen dabei die Beine überm Wasser baumeln, die sich darin spiegeln, unruhig zerfranst, und wir schauen den jungen Sportlern zu, wie sie in ihren Drachenbooten rudern, und denken uns, herrje, was für ne Hitze, wer will sich da denn noch bewegen.

[tagebuchbloggend 15.2.]

Wieder in Leipzig gewesen. Arbeit am Text.
* TM

#
Zu viel passiert, um das jetzt zwischen Frühstück und Bürogang aufzuschreiben. Auch das ist Tagebuchschreiben: Inkosequenz.

[tagebuchbloggend 11.2.]

Bei Anselm Nefts Premiere für sein Buch Die Lebern der Anderen gewesen. Rampensauerei. Und das meine ich positiv. Witzig, laut, aber reflektiert, Hilfe, ein paar Adjektive möchte ich mir noch für eine eventuelle Besprechung beim Common reader aufbewahren, aber achnein, ich rede hier ja vom Vortrag, von der Rampensauerei, also: witzig, laut, aber reflektiert, und nunja, ziemlich super, er ist ein Unterhalter, und jetzt war ich kurz davor, wieder zu schreiben “das meine ich aber positiv”, ah, diese ewigen Korrekturen im laufenden Text, ich mag sie.
Jedenfalls habe ich mich gut unterhalten gefühlt und sehr viel und gut gelacht.

[tagebuchbloggend 10.2.]

Gestern sind K und ich im Frau Mittenmang gewesen und haben auf Michaels Geburtstag angestossen. Ein paar Gläser Wein getrunken, ein bisschen gelacht und geredet, mich von einer Restaurateurin in interessantem Fachwissen unterrichten lassen.
Nachher, noch ziemlich früh eigentlich, sind wir dann die Schönhauser hinuntergelaufen, das mit den Straßenbahnen war uns gestern zu mühsam, wegen des BVG-Streikes fuhren sie ja nur bedingt, und in der Kälte herumzuklappern war auch mühselig, zudem hatte ich ja diese dünne Jacke an, die man erst ab dem ersten Plusgrad tragen soll, und so liefen wir eben über die Schönhauser Allee hinunter und redeten über die Sache mit Helene Hegemann, ein Thema bei dem K und ich uns nicht einig werden können, es hampelt in dieser Sache ja immer mit, dass man sagt, sie hätte es nicht so weit bringen können, wenn sie nicht die Tochter des Intendanten wäre, mag sein, das trübt die Sicht auf ein mögliches, tatsächliches Talent, andererseits ist das im Kulturbetrieb _immer_ so: der Traum vom Entdecktwerden ist ein naiver Jugendtraum. Wovon reden wir also. Also nicht K und ich, sondern die anderen. Den Airen wird es jetzt allerdings freuen. Das ist ja auch so ein klasse Nebeneffekt. Der sich freuende Dritte um den sich das eigentlich alles dreht.
Wir wurden dann von einem jungen Mann im Rollstuhl unterbrochen, ob wir ihn hinüber zur Sonnenburger Strasse fahren können, die Bürgersteige seien so miserabel und ihm sei kalt, er käme nicht weiter, und er wolle schalfen gehen, ich sagte, klardoch, packte die Griffe am Stuhl und wir fuhren ihn durch das Gleimviertel, zudem war das ja auch eine Art Nachhauseweg, K und ich führten dann noch schnell zweidrei Sätze des Gespräches zu ende, aber das starke Zittern der Beine des jungen Mannes im Rollstuhl war dann stärker, ich meine stärker im Sinne der Präsenz, da konnte ich mich nicht auf meine Gedanken konzentrieren, und fragte ihn, hey, alles gut mit Deinen Beinen?, und er sagte, ohja, alles bestens, das sei eine muskuläre Reaktion bei Minusgraden, das käme von seiner Krankheit, er könnte auch eines dieser muskelberuhigenden Mittelchen nehmen, aber das sei ihm zu gefährlich, ein Freund von ihm sei schließlich daran gestorben, weil, man darf nicht vergessen, auch das Herz ist ein Muskel, und bei dem Freund habe sich das Herz dann total beruhigt, zu Ende beruhigt sozusagen, boah bitter das, jo, bitter das. Zehn Minuten später erreichen wir sein Haus, er wohnt im Erdgeschoß, ich schiebe ihn rein ins Treppenhaus, er bedankt sich. K und ich gehen weiter durch das Eis, kommen dann zuhause an und gehen schlafen. So.

#
Heute bei Saturn am Alex, ich wollte diese Sichtschutzfolien für mein Netbook kaufen, ich mag es nämlich nicht, wenn ich unterwegs bin, und mir Menschen in den Bildschirm schielen, da war im Saturn durch die CD Abteilung hindurch, durch die Computerabteilung hindurch, schlängelnd zwischen den Regalen, bis hinüber zu den Fernsehern, bis ins hinterste Eck und dann einmal an der ganzen Wand entlang, eine Schlange von mehreren hunderten Menschen. Ganz vorne war der Grund der Aufregung. Peter Maffay signierte seine neue CD. Er war braungebrannt. Wie ein Außerirdischer von einem sommerlichen Planeten, oder einem sonnigen Himmel der Stars heruntergeschwebt, oder aus einem weit entfernten Jahrzehnt herbeigebeamt, aus meinen Erinnerungen als kleiner Junge, als ich in den achtzigern über eine grüne Wiese lief und in die Sonne schielte.

[...]

Ich habe es vorgestern schon geahnt, als ich es bei der Gefühlskonserve las. Endlich werden sie sich auskotzen dürfen: die Neider, die Hasser, die, die gegen Hypes sind, die, die es immer schon gewusst haben, die, die schon seit Jahren an ihrem Buch schreiben wollen.

Ich habe Helene Hegemanns Axolotl Roadkill noch nicht gelesen, doch alles was ich schon darüber weiß, reicht aus, um zu wissen, dass das Buch verdammt geil ist, auch wenn es mir nicht gefallen sollte.
Und ich will jetzt gar nicht auf die Diskussion zu Urheberrecht eingehen, ist natürlich alles schön und gut, Helene hat das sicherlich nicht sehr geschickt gemacht mit den Danksagungen, mit den Verweisen, aber meine Güte, mit welchem Genuss die verkannten immerschonmalwollende-Buchschreiber die Siebzehnjährige mit dem Wort Abschreiben in die Schulbank verweisen.

[7.2.]

von der Beusselstraße bis nach Bellevue spaziert

#
Schwere See

#
Bei Element of Crime in der Arena die Hüften gewiegt. Die Band ist definitiv als allgemeines Kulturgut angekommen. Und das meine ich gar nicht negativ, nur ein bisschen verlassen fühle ich mich vielleicht, das war ja sehr intim damals, als wir rauchend auf dem Sofa saßen.

[...]

So Sachen gemacht.