[So, 29.3.2026 – Kabaret, Baustelle]

Am Samstagabend mit der Exkollegin zu Kabaret Kalashnikov gegangen. Das ist eine Berliner Artistinnentruppe, die so etwas wie Zirkus macht. Wobei ich gar nicht weiß, wie man eine solche Veranstaltung nennt. Ist das Varieté-Theater? Oder doch Zirkus? Es sind Leute, die wie Zirkusartisten aussehen, und auch ähnliche Sachen machen, aber ohne den Ernst und ohne die Tiere. Wir waren schon vor etwa zehn Jahren einmal auf einer Veranstaltung dieser Gruppe. Beeindruckt hatte mich damals vor allem eine Szene, die auf dem Mond spielte, wo sich alles ohne Schwerkraft abzuspielen schien. Einer der Artisten, ein drahtiger und unfassbar starker Mann, hob seinen eigenen Körper, als Astronaut verkleidet, mit den Armen durch das Bühnenbild. Er bewegte sich umher, mal auf den Beinen, mal mit den Armen, spielte auch eine menschliche Flagge auf der Antenne seines Mondlanders, alles gaanz langsam, scheinbar schwerelos. Das beeindruckte mich ungemein. Ich wäre selbst gerne so stark. Ich wäre gerne einer dieser starken Männer mit großem Bauch, langem Schnurrbart und den Hanteln.

Bei der gestrigen Show wurde die Geschichte der Tochter des Wirtes erzählt. Eine sehr dünne, mädchenhafte Frau mit muskulösen Armen. Sie konnte im Handstand Pogo tanzen. Auch eine Schwertschluckerin war dabei. Bei ihren Kunststücken konnte ich allerdings meistens nicht hinsehen. Einmal schluckte sie ein Schwert, das mit hellen LEDs bespickt war. Wie diese Lämpchen danach den Hals und ihre Brust von innen zum Leuchten brachten – ich will diesen Satz gar nicht zu Ende bringen. Das Ensemble besteht aus vier Männern und zwei Frauen. Gegen Ende eskalierte die Show zu einer Massenschlägerei in Zeitlupe. Das sah wirklich witzig aus. Am Ende, nach dem Applaus, wünschte sich der Zirkustrupp noch eine letzte Sache vom Publikum. Wir sollten alle eine Massenschlägerei in Zeitlupe veranstalten. Unten im Saal. Ein paarhundert Leute.

Das taten wir dann auch.

Was ist am Wochenende sonst noch passiert? Am Samstag konnten wir die Bauarbeiten mehr oder weniger beenden. Auf die Konstruktion im Schlafzimmer meiner Frau bin ich wirklich stolz. Aber sie mag es nicht, wenn ich Fotos ihres Schlafzimmers ins Netz stelle. Sie mag es auch nicht, wenn ich über sie schreibe. Da hat sie sich echt den richtigen Typen geangelt.

Weil am Donnerstag mein Neffe mit seiner Freundin nach Berlin kommen, räumten wir die Baustelle namens Wohnung und brachten sie teilweise wieder auf Hochglanz. Ich putzte sogar das große Küchenfenster. Zum zweiten Mal in zehn Jahren. Es ist erstaunlich, wie grau ein Fenster werden kann. Mit sauberen Fenstern hat man immer das Gefühl, es stünde offen. Das ist irritierend.

Gegen 16 Uhr hatten wir aber keine Lust mehr auf Putztätigkeiten. Wir öffneten uns einen Drink und setzten uns in den Erker, wo wir ein bisschen über den Schwedenurlaub im Mai fantasierten.

So war das.

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