[nbn]

Ich mag das: in der Nebensaison in diesem Ferienort Restaurants betreten und hänschenkleinmäßig zu sagen: ich bin alleine, wo darf ich mich setzen.
Oft kriege ich einen schönen Tisch. In den altmodischen holzlastigen, deutschen Gaststätten darf ich mich in diese Nischen am Tresen setzen. Auf diese lederbezogenen Bänke. Die stämmige Kellnerin fragt mich von der Seite ob es schmeckt. Ich sage mit vollem Mund: wunderbar!
Sie grinst, ich grinse.

# In der UBB von Ahlbeck nach Zinnowitz setze ich mich zu drei achtzigjährigen Mädls. Sie tragen graue Dauerwelle, sind gutgelaunt und sitzen in den Sesseln wie drei glückliche Kartoffeln. Sie kommentieren alles was sie sehen, jede Person die vorbeigeht, jedes Haus, das draußen vorbeizieht. Und sie lachen. Dauernd. Eine junge Frau mit Musik im Ohr läuft vorbei. Sie trägt schwarze Leggings, darüber weiße Shorts. Die Frau rechts neben mir grinst: »Sie trägt ihren Schlüpper über der Hose«. Alle kichern sie. »Ch…ch…ch«. Sie erwischen mich beim verschämten Mitlachen. Später muss ich daran denken, dass die drei Ladies sicherlich solche Shorts als Unterhosen tragen. Womit ich sie jetzt nicht lächerlich machen will, ich finde den Witz dann nur noch besser, so unvermittelt ernstgemeint: »Sie trägt ihren Schlüpfer über der Hose. Ch…ch…ch.«

# Nein, kein Wasser diesmal.

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