[Do, 22.10.2026 – Rüdenträume, Tech-Alpträume]

Der kastrierte, ältere Herr auf vier Pfoten war nach dem Tag mit meiner läufigen Hündin offenbar total fertig. Meine Mitarbeiterin erzählte mir, dass er zu Hause sofort einschlief, im Schlaf quiekte und sich aufgeregt bewegte. Sie sagte, es sah nach schönen Träumen aus.

Gestern nahm sie ihn dann wieder mit ins Büro. Meine Hündin himmelte ihn wieder an. Dieses Mal bot er ihr sein Hinterteil an.

Wir amüsierten uns sehr. Aber ich fühlte mich leicht schäbig. Vor allem, wenn ich das jetzt hier im Internet ausbreite.

Den Text für die Lesung habe ich nun bühnenfertig gemacht. Morgen fahre ich schon. Ich muss noch packen. Tagsüber ist gerade viel los. Zuerst kam die Zeroday-Lücke in PHP raus und verschiedene Dinge mussten gepatcht werden. Dazu bekam ich hunderte Mails, von Menschen, die nachfragten, ob wir davon betroffen sind, oder Mails von Ex-Kolleginnen, die mich auf den Exploit aufmerksam machten. Sogar der Spiegel schrien darüber. Das Thema war so groß, dass ich mich nicht gewundert hätte, wenn meine Mutter mich danach fragte. Danach bekam ich eine Mail von einer LinkedIn‑Abbuchung. Ich ärgerte mich maßlos. Vor vier Wochen hatte ich mich dazu hinreißen lassen, ein kostenloses Probeabo für einen Monat abzuschließen, weil ich neugierig auf meine LinkedIn‑Stalker war. Weil ich nicht gleich den Kündigungsknopf fand, verschob ich es auf später, wohl wissend, dass das die Masche ist: Verstecke den Kündigungsknopf und dann vergessen sie, später zu kündigen. Aber mir passiert so was nie. Nie. Außer eben dieses Mal.

So.

Ich muss packen.

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