[…]

Gestern stand ich am Rosenthaler Platz und wartete auf B aus Zürich, ich hatte mich zentral hingestellt, weil ich ja nicht wusste von welcher Ecke des Platzes er aus den Ubahnschächten an die Oberfläche kommen würde, ich lehnte also irgendwie zentral an einem Geländer, gut sichtbar, und wunderte mich derweil über die eigenartig gespenstische Stille, bis mir auffiel, dass ein großer Teil des Verkehres fehlte, und aha, dann sah ich auch schon das Übel, ein riesiges Monster aus Stahl am westlichen Abschluß des Platzes, in der Torstraße, so groß, dass die Torstraße dafür gesperrt werden musste. Die riesige Maschine brummte einen tiefen, bedrohlichen Ton, der sich über den nun ziemlich beruhigten Rosenthaler Platz in Wellen ausbreitete.
Ich schaute hoch, die Maschine war ein Kran, mit einem Arm der weit hinauf in den Himmel ragte, schräg über das Dach des roten Hauses, über den Platz hinweg, über die Brunnenstraße drüber, bis hinter dem Dach jenes Hotelneubaus am Eck zum Weinbergsweg. Ausnahmesituation.
Ich merkte, dass ich nicht alleine war. Ich war umgeben von Menschen die still standen und mit begeistertetem Strahlen in den Augen auf die gewaltige Maschine starrten, auf den Arm, auf die Wucht, wie die Maschine dort unheilvoll vibrierte. Atmete.

Das war toll. Ich war Teil jenes begeisterten Fortschrittglaubens. Wie wir auf Maschinen starrten.

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