Es waren noch drei Folgen Pluribus übrig anstatt zwei, deswegen war ich gestern nach der vorletzten Folge so müde, dass ich die Staffel nicht zu Ende schauen konnte. Die Geschichte trabt immer noch in einem Lo-Fi-Beat vor sich hin und hat einzelne, sehr starke Momente. Von der letzten Folge wurde aber dermaßen viel geschwärmt, dass meine Erwartung jetzt ungemein hoch ist. Jedoch ahne ich bereits, dass mich das Ende nicht so mitnehmen wird, wie den Rest der Welt. Dafür fand ich die bisherigen acht Folgen schlichtweg zu – wie soll ich sagen, ohne ein zu pejoratives Adjektiv zu verwenden, das aber trotzdem meine Begeisterungslosigkeit ausdrückt? Begeisterungslos! Die bisherigen Folgen haben mich zu wenig begeistert, und das war es, was bei den anderen Mitmenschen der Fall war: Sie waren von der ganzen Serie begeistert. Ich hingegen finde: Ja, sie hat was. Das Ende wird vermutlich auch einfach nur etwas haben.
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Offenbar habe ich viele iranische Bekannte, denn in meinen Timelines erscheinen viele Videos der Unruhen in Teheran. Alle Iranerinnen, die ich kenne, sind ehemalige Mitarbeiterinnen, mit denen ich erstaunlicherweise ein gutes Band übrigbehalten habe. Einmal ist mir aufgefallen, dass Exiliranerinnen fast ausnahmslos Alkohol trinken, und das sagt vielleicht nichts Gutes über europäische Arbeitskultur aus, aber Iranerinnen gingen eben immer mit auf einen Feierabenddrink, während andere Muslime, wie z. B. Ägypterinnen, da nie mitmachten und daher immer etwas außen vor blieben. Aus diesem Grund fand ich mit Menschen aus dem Iran immer eine persönliche Ebene, die auch Firmenauslösungen oder einen Jobwechsel überwand.
Ich wünschte, die Mullahs gehen bald in die Knie. Aber gut, diesen letzten Satz könnte ich mir auch sparen. Jedenfalls verteile ich gerade viele Herzchens.
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Ich glaube, ich habe jetzt das neue Theme so ausgenommen, dass es mir gefällt. Es unterscheidet sich wenig vom vorigen Theme, aber dieses ist jetzt erst einmal zukunftssicher und ich habe nach vielen Jahren meinen schwarzen Balken wieder zurück. Über die Typo bin ich mir noch etwas unsicher, aber das bin ich mir bei Typo ja immer.
(Bin ein Typo Negative. Hrhr.)
Ich hatte einmal einen iranischen Kollegen, der war auf Urlaub zuhause und kam erst sehr verspätet zurück. Stellte sich heraus: Wie man das anscheinend so macht, war er über die Grenze gefahren, um etwas zu trinken, bei der Rückkehr wurde er aber verhaftet und musste erst mal eine Gefängnisstrafe absitzen. Heisst wohl, dass er schon zum zweiten Mal erwischt worden war, wenn ich die Wikipedia richtig verstehe. Denke, dass man angesichts solcher Strafen (1. Verstoß: 80 Schläge, 3. Verstoß: auch Todesstrafe) als Iraner beim Trinken besondere Gefühle hat. Mein Mann hat auch einen Freund, der schon vor Jahren interessehalber in den Iran gefahren war, um sich das Land einmal anzusehen. Er meinte, die Leute wären alle zu ihm sehr nett gewesen, der Glaube war gar kein Thema (Probleme hatte er nur danach bei der Einreise in die USA und musste sich einen neuen Pass besorgen). Man fragt sich da schon, wie groß der Teil der Bevölkerung ist, der das Regime am Laufen hält.
Genau. Und Religion ist auch bei den meisten kaum ein Thema.