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# Ich laufe derzeit nicht warm. Zu den Feuern in den arabischen Ländern nicht, wie auch nicht zu der Sache mit dem Plagiat. Für die Leute in Nordafrika freue ich mich natürlich, es ist die Zeit des Umbruchs, die Hoffnung auf ein besseres Leben. Aber das was kommt, ist vermutlich keine gute Zeit. Wir im Westen taugen eh nicht mehr als Vorbilder, wir haben es vergeigt, das was wir als Demokratie in andere Länder getragen haben, ist eine Art Verwertungsmaschinerie, ökonomische Interessen, aber nicht das, was Demokratie in Zeiten des Aufbruchs – auch für uns – immer bedeutet hat: Freiheit. Die Karawane dort ist weitergezogen, man scheißt auf unsere sogenannte Freiheit, man sucht wieder die Sicherheiten, die harte Hand, den Gott, Imame und Priester. Das gibt Halt. Und wird sich gegen uns richten.

# Zu den Freiheiten, und wie es bei uns so weit kommen hat können. Es erschreckt mich, wenn ich mit sogenannten gebildeten Menschen aus meinem beruflichen Umfeld über Menschenrechte rede. Gebildete Menschen die sagen, Kinderschänder gehören lebenslang hinter Gittern. Schwarz-Weiß, Patzbumm, harte Hand, so wünschen es die Leute, keine Auseinandersetzung mit der Thematik, keine Reflektion darüber, wie Grenzen zu repressiven politischen Systemen schwinden. Die Angst. Und dann muss ich mir anhören, ich hätte ja keine Kinder, sobald man Kinder habe, denke man über so etwas anders. Mein Arsch, Menschenrechte gehen bei mir immer noch über eine diffuse, irrationale Angst um mein kleines Familienglück.

# Bildung ist auch nur Schule.

# Bei der Plagiatgeschichte nerven mich am meisten jene Leute die jetzt nach Rücktritt schreien. Ich kann dieses politische Marktgeschrei nicht hören. Andernseits habe ich nie studiert und kenne mich auch in der Doktortitelszene nicht aus, das ist alles sehr weit weg von mir.
Aber das, was Percanta sagt, wäre wohl meine Meinung, wenn ich eine hätte.

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