[…]

Es gibt die zwei Situationen, in denen ich zahm wie ein Lämmchen bin. Die eine Situation ist bei meiner Zahnärztin, wenn sie sich beim Aufreißen meines Mundes über mich beugt und dieser Geruch von frisch gewaschener Wäsche meine Sinne benebelt. Sie könnte mir die Zähne mit einem Meißel bearbeiten und ich säße nur da, zahm wie ein Lämmchen, verzaubert. Ich habe mich nie getraut, nach ihrem Waschmittel zu fragen.

Die andere Situation ist das Radio beim Schnipseln von Obst und Gemüse. Ich höre selten Radio und ich schnipsle ungerne Obst oder Gemüse. Kombiniere ich allerdings das Schnipseln mit dem Radiohören, dann erledige ich beides mit einer bisher ungekannten Freude. Es müssen diese Redesendungen sein, wo Menschen endlos über Dinge reden: Interviews, Reportagen, Gespräche. Wenn ich dabei Obst oder Gemüse in kleine Stücke hacke, interessiert mich jedes Thema, wirklich JEDES Thema, und ich schneide dabei wie ferngesteuert Gemüse oder Obst. Wenn ich nichts mehr zwischen den Fingern habe, was sich zerkleinern lässt, dann ärgere ich mich regelrecht, manchmal viertle ich dann einfach die bereits vorher geschnittenen Teile oder schnipsle Vorräte auf. Ganz klein und quadratisch.

3 Kommentare zu „[…]“

  1. komisch das du das grad schreibst. habe heute seit langem mal wieder radio gehoert. auf studio bruxels kam eine sehr merkwürdige sendung mit sehr interessanter musik auswahl. naja nun ist sie vorbei, aber stubru ist auf jeden fall ein zu empfehlender sender

  2. Stubru kannte ich nicht. Ich habe belgisches Radio allerdings nie richtig verfolgt. Wegen Französisch. Auf Dauer verstand ich davon zu wenig 🙂
    Kannst Du schon Vlaams?

Die Kommentare sind geschlossen.

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