[…]

Ich werde ab sofort immer die weibliche Form verwenden. Wenn ich von Polizistinnen rede, dann meine ich das, was wir üblicherweise unter Polizisten verstehen. Das selbe gilt für Koleginnen, Autofahrerinnen, etc. Das mache ich jetzt einen Monat lang so. Vielleicht auch länger. Hintergrund ist, weil wir neulich (wiederholt) über die Macht der Sprache diskutierten und ich den Effekt des Satzes mit den zwei Fussballern umdrehen möchte. Ihr kennt den Satz? Er geht so:

Zwei Fussballer sitzen in der Kabine und reden über ihre Regelschmerzen.

Ich will wissen wie sich das liest wenn man den Geschlechterstandard umdreht, was das mit dem Bild macht, das man innerlich beim Lesen von Texten aufzieht und zwar wenn man es konsequent über einen längeren Zeitraum hinweg so händelt. Die üblichen Arten zu gendern haben sich für mich nie richtig angefühlt, das Binnen-I in FußballerInnen ist mir zu angestrengt und das doppelte Aufführen der Geschlechter, also von Fußballerinnen und Fußballern zu reden, finde ich so ungelenk und dröge wie irgendwas. Es ist vermutlich nicht die richtige Art zu gendern, aber ich will wissen, was es mit mir macht.

4 Comments

  1. Mache dies arbeitgeberbedingt seit geraumer Zeit und halte es für eine charmante Lösung. Alle anderen typografischen Abenteuer waren mir seit je ein Gräuel. Für mich gilt aber nach wie vor Genus != Sexus.

  2. Ich habe, als ich den Satz über die Fußballer las, kurz gestutzt und dann geschlussfolgert, dass es sich um Fußballerinnen handeln muss. Bin ich denn so ein konservativer Mann und ist die alte Sprachregelung, dass das Wort „Fußballer“ selbstverständlich auch „Fußballerinnen“ meint, tatsächlich unrettbar verloren?

      • Ich meinte damit, dass sich der Satz über die Fußballer (auch wen er in der ersten Sekunde irritiert) nicht widersinnig anhört, da ich ja weiß, dass Fußballer durchaus auch Frauen sein können.
        (… und finde im Übrigen, dass der eigentliche Sündenfall sprachgeschichtlich da passierte, als die Endung -in erfunden wurde und damit die Frauen tendenziell aus der eigentlichen Begriffsbedeutung ausgeschlossen wurden.)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *