[gendern]

Ich werde ab sofort immer die weibliche Form verwenden. Wenn ich von Polizistinnen rede, dann meine ich das, was wir üblicherweise unter Polizisten verstehen. Das selbe gilt für Kolleginnen, Autofahrerinnen, etc.

Warum? Weil Sprache mächtig ist. Und weil ich das lustig finde. Weil es uns dazu zwingt, anerzogene Bilder und anerzogene Geschlechterrollen auch in der Sprache zu hinterfragen.

Ihr kennt vielleicht folgenden Satz:

Zwei Fussballer sitzen in der Kabine und reden über ihre Regelschmerzen.

Die üblichen Arten zu gendern haben sich für mich nie richtig angefühlt, das Binnen-I oder Doppelpunkte sind mir zu angestrengt und das doppelte Aufführen der Geschlechter, also von Fußballerinnen und Fußballern zu reden, finde ich ungelenk und etwas dröge. Aus Sicht der Inklusion ist Doppelpunkt oder Genderstern durchaus ein valider Punkt, aber das ist mir too much, wir sollten die deutsche Sprache eher vereinfachen, als sie syntaktisch zu verkomplizieren, also langfristig lieber die Bezüge zum Geschlecht abschaffen.

Sonderzeichen sieht man im Textbild schon kommen, sie kündigen sich an.  Das weibliche Generikum sieht man hingegen nicht kommen, man zieht es sich hinein und patzbumm, hat man schon geschlechtliche Stereotypen vor Augen.

4 thoughts on “[gendern]

  • Mache dies arbeitgeberbedingt seit geraumer Zeit und halte es für eine charmante Lösung. Alle anderen typografischen Abenteuer waren mir seit je ein Gräuel. Für mich gilt aber nach wie vor Genus != Sexus.

  • Ich habe, als ich den Satz über die Fußballer las, kurz gestutzt und dann geschlussfolgert, dass es sich um Fußballerinnen handeln muss. Bin ich denn so ein konservativer Mann und ist die alte Sprachregelung, dass das Wort „Fußballer“ selbstverständlich auch „Fußballerinnen“ meint, tatsächlich unrettbar verloren?

      • Ich meinte damit, dass sich der Satz über die Fußballer (auch wen er in der ersten Sekunde irritiert) nicht widersinnig anhört, da ich ja weiß, dass Fußballer durchaus auch Frauen sein können.
        (… und finde im Übrigen, dass der eigentliche Sündenfall sprachgeschichtlich da passierte, als die Endung -in erfunden wurde und damit die Frauen tendenziell aus der eigentlichen Begriffsbedeutung ausgeschlossen wurden.)

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