[tagebuchbloggen 10.2.2021]

Am Morgen würde ich kein Muesli haben. Das wusste ich. Ich versuche meine Supermarktbesuche derzeit zu reduzieren, deshalb nahm ich mir vor, für die nächsten Tage ein Muesli aus Restbeständen im Vorratsschrank zu bauen. Ein ganz simples. Kernige Haferflocken mit Mandeln, die ich in einem Glas in einer der Schubladen gefunden hatte. Dann aß ich so das Muesli, las die Nachrichten des Tages und nach dem dritten oder viertel Löffel biss ich in etwas auffallend Bitteres. Nicht unangenehm Bitter, aber eben auffallend Bitter, etwas, das mich vage an Geschmäcker meiner Kindheit erinnerte. Kuchen. Jedenfalls etwas mit Küche oder Backofen.
Drei Sekunden nach dieser Erinnerung wusste ich die Wörter Bitter und Mandel zum Kompositum Bittermandel zu kombinieren und wusste sofort, dass das irgendwie mit Drogen oder Gift in Zusammenhang stand oder war Mandelbitter nicht ein Verdauungsschnaps oder war das Schwedenbitter? Mir wurde sehr schnell nicht geheuer bei dem Geschmack im Mund und lief zur Kloschüssel.
Als ich alles ausgespuckt und aus den Zahnzwischenräumen gepult hatte, schlug ich Bittermandel bei Google nach und da wurde das natürlich thematisiert. Gift hin, Gift her, warum man keine Bittermandeln essen darf. Schönen Dank auch. Es enthält Blausäure und wenn das isst, dann passiert etwas im Körper, ich bin zu faul dafür das noch einmal nachzuschlagen, aber man stirbt jedenfalls. Zumindest wenn man zu viel davon isst.
Die Faustregel ist aber: 1 Mandel pro Kilogramm Körpergewicht. Ich müsste also schon wie Obelix in ein Fass mit Bittermandeln fallen um zu sterben.

Es hat mich leider trotzdem nicht davor bewahrt, bei jedem Jucken Symptome einer leichten Blausäurevergiftung zu vermuten.

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Beim Verlassen des Hauses sah ich, dass meine Herthasticker immer noch an den Telekomkästen über dem FCU prangt. Das ist ein gutes Gefühl.

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Vom Büro gibt es nicht viel zu berichten. Die Straßen auf dem Weg dorthin waren heute allerdings etwas besser. Aber man merkt halt noch immer, dass Berlin keine Fahrradstadt ist. Die Straßen werden gut geräumt, dafür wird der Schnee oft auf die Radstreifen abgelegt. Radwege auf Gehsteigen bleiben meist unter der Schneedecke. Jeder Bezirk scheint das anders zu händeln. Mir egal, ich fahre auch auf Hauptstraßen mitten auf einer Spur. Autofahrer haben aber Verständnis dafür, so kommt es mir vor.

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Abends 40 Minuten Nackenübungen gemacht. Neulich haben wir Healthy Workout von VOltaren entdeckt. Ja genau, Voltaren. Man kann dort einstellen welche Körperpartien man trainieren möchte und dann beginnt ein Video.
Ich habe mich darauf eingestellt, für den Rest meines Lebens mit chronischen Nackenschmerzen zu leben (ich liebe die Monumentalität dieses Satzes, ich könnte den ewig vor mir her sagen) laut Ärztin kann ich dem vermutlich nur durch körperliche Tätigkeiten in Form von gezieltem Nackentraining beikommen.
Ich trainiere im Voltaren-Workout den oberen Rücken und den Nacken. Danach geht es mir wirklich besser.
Das mache ich jetzt jeden zweiten Abend so. Für den Rest des Monats. Für den Rest des Jahres. Für den Rest des Lebens.

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Direkt danach saßen wir in einem Videocall mit zwei lieben Freunden, die zwei Monate vor Corona nach Ostwestfalen gezogen sind.

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