Mir war gestern einfach nur kalt. Und Durst hatte ich. So stand ich mit der Menschenmenge draussen vor der Kneipe. Ich kannte die meisten Leute nicht, da es eine Abschiedsparty von irgendeiner Englaenderin war, die wieder zurueck nach England ging. Ich war nur da, weil ich mich mit einer Freundin getroffen hatte, die auch den Abschied von dieser Englaenderin feierte.
Es war mir recht, ich wuerde ein paar Getraenke schluerfen und mich mit jemandem unterhalten. Aber ich wurde ungeduldig, da sich die Gruppe nicht entscheiden konnte ob sie nun in die Kneipe reingehen wollte oder nicht. Sie waren alle besoffen, und so trat ich auf die Englaenderin zu und sagte laut und bestimmt, in gepflegtem Englisch, aber trotzdem mit gespieltem Witz: “Du siehst aus alsob du hier die Entscheidungstragende Person bist” und erklaerte weiter, dass ich naemlich irgendwo reingehen wollte, aber die Gruppe sich nicht aus eigenen Stuecken entscheiden koenne.
Alle waren sie ploetzlich still und guckten mich an.
Die junge Lady fauchte mich mit einer Ernsthaftigkeit an, die man einer betrunkenen Person nicht zutrauen wuerde. In gepflegtem Englisch, wenn auch lallender: “Du siehst aus alsob du die Person bist mit der ich ueberhaupt nichts zu tun haben will.”
Ich war sozial geaechtet. Es ist verblueffend wieviel Wirkung manche Saetze haben koennen.

4 Comments

  1. oh haua, britische distanz und schlagfertigkeit, möchte man meinen. danch wars sicher noch angenehmer, da rumzustehen. it’s a wonderful world.

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