[Montag, 19.7.2021 – Akku, Waldwegen mähen]

Am Morgen werde ich von unserem Dienstleister in Amsterdam angerufen. Es gibt Schwierigkeiten mit einer Lieferung in unserem Rechenzentrum in Amsterdam. Ich telefoniere hin und her, dann schaue ich in meine Emails und merke, dass ich sofort in de Arbeitsmodus umgeschaltet habe. Und ich merke, dass es gut wäre, wenn ich mich um zwei oder drei Dinge kümmern würde. Dann kümmere ich mich um dieser zweidrei Dinge. Gegen ein Uhr klappe ich aber den Laptop zu und gehe runter vors Haus. Man trinkt Kaffee und es gibt Brot mit Käse und Wurst.

Meine Frau und ich wollen ins nächste Dorf fahren. Das ist etwa 17 Kilometer entfernt. Wir brauchen einen größeren Akku für den Grassschneider. Mit dem Grassschneider will ich den Weg aus nördlicher Richtung freimähen, damit man besser mit dem Auto durchkommt. Der nördliche Weg ist in einem schlechten Zustand, er ist holprig und wird nicht gewartet. Seit die Brücke gesperrt ist (siehe gestrígen Eintrag) würde dieser Weg für uns eine wesentliche Verkürzung der Fahrtzeit bedeuten, wenn man beispielsweise nach Boras oder Göteborg fahren will. Wir würden uns ganze acht Kilometer sparen. Aber wegen des jetzigen Zustands, nehmen wir lieber die extra Kilometer in Kauf.
Weil wir diesen Weg so selten verwenden, ist er permanent mit hohem und dichtem Gras zugewuchert. An dieser Stelle muss ich vielleicht erwähnen, dass es sich hier um nicht asphaltierte, unbefestigte Waldwege handelt.
Dieser Grassschneider ist eine akkubetriebene Maschine mit einem rotierenden Draht am vorderen Ende, mit dem ich hohes Gras kürzen kann. Der Akku, der mitgeliefert wurde hält aber nur etwa 15 Minuten und ich will nicht alle 15 Minuten zurücklaufen um den Akku aufzuladen, deswegen der größere Akku. Und ich kann sie dann auch abwechselnd laden.

Ich werde also das hohe Gras zu kürzen versuchen und langfristig sollte man sich vielleicht überlegen, den Weg richtig zu warten. Kiesel streuen und mit Traktoren festfahren. Waldwege zu warten ist leider aufwändig und es kann auch kostspielig werden, wenn man es gut machen will. Es gibt eigene Gesetze und auch Abgaben für die Wartung dieser Wege. Ich kenne mich mit diesen Gesetzen nicht so genau aus, aber ich weiss mittlerweile, dass dieser heruntergekommene Weg nicht unter diese Gesetzgebung fällt. Ob und wie wir ihn benutzen, obliegt also vollkommen unserer Verantwortung.
Der Weg ist etwa 300m lang. Das hört sich erstmal nicht nach so viel an, aber 300m sind auch ein knappes Drittel eines Kilometers. Diesen knappen Drittelkilometer muss ich mit einem sich drehenden Kabel Schritt für Schritt auf einer Breite von 2,5 Metern abmähen. Vermutlich muss ich die Strecke zweimal ablaufen.

Ich habe aber totale Lust darauf.

Im Dorf gehen wir dann auch einkaufen und auf dem Rückweg möchte ich unbedingt zwei kurze Abstecher machen. Zuerst zu diesem wilden See. Der See heisst Björnsjön, also Bärensee. Ich habe diesen See auf Googlemaps gesehen, erliegt weit abgelegen und es führt ein Waldweg hin. Wie er da so auf Googlemaps fern von Menschen am Ende eines sehr verlassenen Waldweges liegt. Ein bisschen gruselig finde ich den schon. Deswegen muss ich da hin.

Und der andere Abstecher ist zu einem kleinen Berg auf den man mit dem Auto hochfahren kann. Der Berg heisst übersetzt Rabenberg. Wir waren bereits vor drei Jahren einmal auf diesem Berg. Auf dem sogenannten Gipfel gab es nur Bäume, man konnte nirgendwo hinsehen, deswegen zogen wir etwas enttäuscht wieder ab. Heute sah ich aber auf Googlemaps, dass die den ganzen Berg gerodet haben. Weil ich wissen will, was wir damals an Aussicht verpasst haben, fahren wir diesen steilen Waldweg hinauf. Der Weg ist sehr schlecht und wir übersehen zwei große Steinbrocken auf der Strasse. Sie schlagen voll in die Unterseite des Autos ein. Meine Frau fuhr und das verhagelte ihr total die Laune. Sie wollte da nicht hochfahren, sie hat es nur getan weil ich so insistierte und jetzt dieser sich ungut anhörende Doppelschalg auf der Unterseite, was wenn das Auto beschädigt ist und wir nicht mehr damit nach Berlin kommen.

Die Stimmung ist mies. Wir streichen den Bärensee von der Liste der Unternehmungen und fahren zurück. Was ich aber noch erwähnen muss. Der gerodete Berg sieht apokalyptisch aus. Eine Landschaft, als wäre ein Ufo gelandet und hätte den Wald niedergemäht. Dafür kann man weit sehen. Man sieht Wälder, Hügel und einige verlassene Seeen. Der Wald da unten ist da so dicht, zu diesen Seeen werde ich vermutlich nie gelangen.

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Als wir zuhause ankamen schlägt der Schwager vor, einen großen Karton unters Auto zu legen, dann würden wir am nächsten Tag sehen, ib die Unterseite des Autos einen Schaden an Öl- oder anderen Leitungen zugefügt hat. Da wir noch die riesigen Kartons vom Ikeasofa und dem Ikeabett in der Scheune haben, lege ich einfach einen der Kartons auf die Wiese und parke das Auto darauf. Das Auto passt genau auf den Karton. Irre.

Und dann ist schon Beer o’ clock. Wir öffnen uns ein Bier und setzen uns auf die Bänke vors Haus. Bald danach kochen wir und dann ist auch schon 23 Uhr.

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