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Dass Rosa, mein Laptop, eine eigensinnige Zicke mit vielen Launen geworden ist, habe ich schonmal erwaehnt. Das ist mittlerweile so schlimm geworden, dass ich sie wegbringen musste, zu einem ofiziellen Reperateur des Herstellers, der gucken wird ob es tatsaechlich ein Hardwarefehler ist, und somit noch unter den Garantiebedingungen behandelt werden wird. Natuerlich ist es ein Hardwarefehler. Rosa stuerzt ab sobald ich sie ueberfordere. Dabei bin ich, wie damals schon erwaehnt, ein aeusserst vorsichtiger Computerer, passe mich an ihre Launen an und putze regelmaessig ihren Bildschirm. Doch mittlerweile ist sie derartig empfindlich geworden, dass sie oft schon beim aufrufen von SPON einfach ihren Geist aufgibt. Vor allem wenn da zu viele Animationen ueber den Bildschirm huschen.
Rosa habe ich nun weggebracht. Man soll mir eine neue CPU einbauen, weil ich sie in diesem Zustand nicht mehr benutzen kann. Will. Ich wusste es, dass ich einige Tage ohne sie leben muesse, aber zuhause stehen noch einige alte Computerkisten herum, das wuerde ich schon ueberleben. Ich baute die Festplatte aus und ging guten Gewissens wieder nach Hause. Um Rosa wuerde man sich kuemmern. Die Festplatte hatte ich ja schonmal bei mir, die wuerde ich einfach in eine der alten Rechnerkisten einbauen und ich wuerde mein Leben weiterleben wie bisher auch. Zwar langsamer, aber das ginge schon. Ich hatte ja ein verlaengertes Wochenende und konnte mir deshalb auch die Zeit nehmen alles umzubauen.

Es lief darauf hinaus, dass ich meine ganze Wochenendverlaengerung im Offline sass.
Erst machte meine Laptopfestplatte nur knirschende Geraeusche (ich sage euch, das hoert sich gar nicht gut an), doch aus irgendeinem Grund sprang sie dann doch ploetzlich an und der Linuxkernel flog mir ueber den Bildschirm. Juche, dachte ich erstmal. Juche, dachte ich auch immer noch, wo der Xserver (das ist bei Linux und UNIX die Ebene, womit man graphische Programme wie Webbrowser starten und die Maus benutzen kann, also alles was nicht Kommandozeile ist) nicht starten wollte. Das hatte ich erwartet, da im alten Ersatzrechner ja eine ganz andere Grafikkarte eingebaut ist und ich jetzt auch noch einen Monitor habe den ich erstmal einstellen muss. Eine Kleinigkeit die ich schon vorher mit eingeplant hatte. Nun benutze ich eben Debian Linux, schon seit immer eigentlich, weil ich ein Nerd bin und gerne Pickel haette. Der Nachteil dieser Linuxversion ist halt, dass man alles von Hand machen muss. Hardware wird nicht erkannt. Das machen nur die bunten SuseLinuxe oder Knoppixe, nicht aber mein spartanisches Debian. Aber ich als alte Linuxsocke sollte damit keine Probleme haben. Das Kommando “lspci” sollte mir zeigen was fuer eine Grafikkarte eingebaut ist:
mek@pauline:~$ lspci
-bash: lspci: command not found
Oha, lspci ist nicht installiert. Was nun? Das Kommando nachinstallieren natuerlich. Das macht man bei Debian aus dem Netz. Ueberdies habe ich davon keine CD mehr.
Mist, kein Netzwerk. Die Netzwerkverbindung ist natuerlich auch dem Laptop angepasst. Welche Netzwerkkarte ist da nochmal drin? Ah warte, ich geb mal lspci ein, oh nein, geht ja nicht. Mist.
Und das war nur der Anfang.
Irgendwann hatte ich Netzwerk, konnte mir die noetigen Sachen runterladen, hatte dann auch sozusagen passende Treiber, liess etwa 46 Mal das Konfigurationsprogramm fuer die Grafikkarte laufen, um zum 46-ten Mal bloss graue Streifen auf dem Bildschirm zu bekommen.
Frustriert oeffnete ich eine Textbrowser und suchte im Internet nach Info ueber meine Grafikkarte. Google wusste bescheid. Meine Grafikkarte wuerde nicht funktionieren. Die ist sowas von alt, die hatte nie richtig funktioniert mit Linux, es gaebe da einen alten Treiber, bei einer ganz alten Xserver-Version, damit wuerde es vielleicht gehen. Allerdings wuerde ich in zwei Wochen meine Rosa wieder bekommen, und vielleicht wieder anderthalb Tage benoetigen, um alles wieder zurueckzusetzen. Mein Gott, nein.
Nach vierzig Stunden beschloss ich, die alte Ultrasparc vom Staub zu befreien und auf dem Tisch zu stellen. Stolze 100mHz und 64MB Speicher. Die Kiste funktionierte sofort. Tat gleich alles was ich wollte. Obwohl gleich vielleicht nicht das richtige Wort ist, da sich auf dieser Maschine alles sehr verzoegert anfuehlt. Die Grafikkarte laeuft aber, und das ist gut. Wenn auch nur im 8bit Farbmodus, wodurch ich Seiten mit Fotos besser nicht angucke, ausser mir ist nach Augenschmerzen zumute. Und es verzerren sich alle anderen Farben auf dem Rechner, weil die Grafikkarte all ihre Farben fuer die Darstellung des Fotos benoetigt, die es eh nicht richtig darzustellen vermag. Das Internet ist frueher wohl nich so bunt gewesen.
Auch gibt es keine Umlaute auf dieser Tastatur, genau jetzt, wo ich gerade anfing mich konsequent an die Umlaute zu halten.
So kann aus mir natuerlich nichts werden.
Aber dafuer kann ich mich jetzt um 6:30, frohen Gemutes, mit dem Gefuehl einen funktionierenden Rechner zu haben, zu Bette legen. Gute Nacht.

mai schrieb:
schön dass deine rosa heisst. meiner hiess früher hans-dieter, aber nach den seltsamen macken die sich nicht mal mein provider erklären kann und die dann auch so wie sie auftauchten auch verschwanden, dachte ich das kann kein männchen sein. es ist eher ein weibchen und heisst fortan henriette-dorothee.
| 28. February 2005 — 11:32 | Permalink |
mequito schrieb:
Sie muss dann aber aeusserst boese gewesen sein, um den Namen Henriette-Dorothee angehangen zu bekommen. :)
Eine gute Strafe, muss ich sagen. War es ihr auch eine Lehre?
| 28. February 2005 — 13:18 | Permalink |
mai schrieb:
sie ist nun handzahm…
| 1. March 2005 — 17:21 | Permalink |