[Di, 28.7.2026 – Back, smartass]

Wir haben am großen Küchenfenster ja keine Vorhänge. Dabei überlegen wir schon seit zehn Jahren, welche aufzuhängen. Aber ich bin sicherlich nicht der erste nackte Mann, den die Gerüstbauer gesehen haben.

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Der erste Arbeitstag ging gleich richtig los. Zuerst hatte ich einen Außerhaustermin beim Datenschützer, dann Briefings von meinen Mitarbeiterinnen, Briefings mit der Geschäftsführung, um 15:42 saß ich schließlich zum ersten Mal am Schreibtisch und schrieb „Hallo“ in den Teamchat.

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Am Abend war ich mit Frau Klugscheisser verabredet. Das letzte Mal, als wir uns sahen, war vor 18 Jahren in München. Es war sehr schön, sie wiederzusehen. Sie hatte eine Ausgabe meines Buches bei sich und wollte eine Widmung. Weil ich ja ständig auf der Straße von Autogrammjägerinnen angesprochen werde, hatte ich natürlich einen schwarzen Stift dabei. Sie war lustig drauf, und weil sie mich ein bisschen ärgern wollte, zeigte sie überall mein Buch herum und sagte, ich sei der berühmte Schriftsteller Markus Pfeifer. Das tat sie dann auch, als wir das Restaurant betraten, dabei versank ich mehrmals im Boden. Das Personal blieb freundlich. Aber auch unbeeindruckt. Neulich saß da nämlich Matthias Schweighöfer. Der schreibt zwar keine Bücher, sein Gesicht ist aber mindestens so bekannt wie meines.

Zu Frau Klugscheisser muss man wissen, dass sie kaum Alkohol trinkt und behauptet, nach zwei Gläsern richtig ungezügelt zu werden. Ich war zuversichtlich, dass Menschen in meiner Gesellschaft gerne mehr als zwei Gläser trinken, sie trank aber den ganzen Abend lang nur einen halben Vodka Lemon. Einen halben. Die andere Hälfte des Drinks nahm sie auf Ex, bevor wir uns kurz vor Mitternacht eine Jacke überzogen, um nach Hause zu gehen. Zu Frau Klugscheisser muss man auch wissen, dass sie kein Bier mag, und wenn ich sage, kein Bier mögen, dann meine ich das mit mehreren Ausrufezeichen, die ich aus stilistischen Gründen hier nicht hinsetzen will. Es stößt sie sogar ab, wenn der Atem von Menschen nach Bier riecht. Ich dachte zuerst, das sei ein Scherz. Was man außerdem über Frau Klugscheisser wissen muss, ist der Umstand, dass sie manche Witze nicht erzählen kann, weil sie dabei zu sehr lachen muss. Also zeigte sie mir einen Witz auf ihrem Handy. Wie sie da auf ihrem Telefon in der Galerie nach dem Witz suchte, weil sie es nicht schafft, ihn vorzulesen. Das fand ich so lustig, dass ich den eigentlichen Witz nach 5 Sekunden wieder vergaß.

Morgen fährt sie weiter an die Ostsee. Sie war noch nie an der Ostsee. Irre. Sie kommt aber sicherlich wieder nach Berlin.

2 Kommentare zu „[Di, 28.7.2026 – Back, smartass]“

  1. Vielen Dank für die freundliche Erwähnung. Zu meiner Verteidigung möchte ich ins Feld führen, dass der Wodka Lemon in einem sehr großen Glas serviert wurde. Es war mir eine Ehre, mit dem großen Schriftsteller und Autor Markus Pfeifer einen Abend verbringen zu dürfen.

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