das Skype dingda
Mal wieder was technisches und trockenes für Zwischendurch.
Ich bin bekanntermassen ein Verfechter von offenen digitalen Standards, und damit ein Gegner von proprietärer Software. Darum benutze ich Linux, Firefox und favorisiere sogar das OGG Musikformat über MP3 wo es nur geht.
Und doch habe ich jetzt ein Programm entdeckt, bei dem ich meine Dogmas ausnahmsweise mal über Bord werfe. Das Programm heisst Skype und ist in etwa das revolutionärste, das momentan an Software so die Runden macht. Skype macht Internettelefonie möglich. Skype ist nichts Neues, aber es hat mich mehr als ein Jahr gekostet um es mal auszutesten. Heute war es soweit.
Rund um das Thema Internettelefonie wird seit einigen Jahren viel geredet, und da hat sich wohl auch einiges getan, wenn auch nicht das, was ich mir unter Internettelefonie vorstelle. So gibt es heutzutage verschiedene Anbieter mit festen Tarifen. Vor allem Gespräche ins Ausland machen die Internettelefonie, für mich jedenfalls, interessant. Wenn ich heute nach Madrid ins Mobilfunknetz telefonieren will, dann bezahle ich 26cent pro Minute. Und das ist doof. Glücksspielnummern rufe ich ja auch nicht an weil die so teuer sind.
Das blöde mit der heutigen Internettelefonie ist bloss, dass die Anbieter für Auslandsgespräche immer noch viel Geld fragen. Übers Internetz nach Wien zu telefonieren ist nur geringfügig billiger als wenn ich dies über das Fesnetz mache. Die Anbieter wollen natürlich verdienen, schon klar, aber diese Internettelefonie habe ich mir ganz anders vorgestellt. So ist das ganze ja nicht revolutionär.
Vor einigen Jahren habe ich mit einem Freund in Südtirol einen Versuch gewagt über das Netz zu telefonieren. Die Idee war, dass ich über meine DSL-Verbindung mittels Kopfhöhrer und Microphon seinen Rechner anwähle und mit ihm sprechen kann. Theoretisch sollte das ganz einfach gehen. Ich brauchte bloss ein Programm, das meine Stimme digitalisierte und diese als TCP/IP-Pakete über das Internet zu seinem Rechner schickte, und er brauchte dann ein Programm, welches diese Pakete wieder in Audio umwandelte. Auf diese Art wollte ich dann auch die Möglichkeit haben, Freunde anzurufen die kein Internet besassen, was damals, und auch heute noch durchaus üblich war und ist. Mein Freund sollte meinen Anruf automatisch an seinen Festnetzanschluss weiterleiten und somit hätte ich zum Ortstarif mit allen Südtirolern telefonieren können. Er hätte mir einmal pro Monat die Rechnung geschickt und mit dem gesparten Geld hätte ich mich besaufen können.
Aus der Idee wurde aber nichts, da das alles viel zu aufwendig war und wir die ganzen Programme aneinanderflicken hätten müssen, so haben wir es irgendwann aufgegeben. Ich telefoniere ja eh kaum, deshalb war es kein ausreichender Anreiz, die Idee zu Ende zu bringen.
Aber so stelle ich mir jedenfalls Internettelefonie vor. Dass man eben Gespräche entweder rein über das Internet führt, und wenn jemand mal kein Internet hat, dass man dann die Gespräche über die langen Abstände von Land zu Land dem Internet überlässt, sich ins das lokale Telefonnetz einschleust und dadurch kaum Geld bezahlt.
Was aus der Internettelefonie bisher aber geworden ist, ist bloss ein System von Telefonanbietern wie es dies bisher auch gab, nur mit leicht günstigeren Tarifen.
Doch dann kam Skype, das eigentlich mehr oder weniger das macht, was ich mir immer darunter vorstellte. Skype ist ein Programm mit dem man andere Leute, die auch Skype haben umsonst anrufen kann. Umsonst, weil man dann mit Leuten telefoniert, die auch gerade das Internetz anstehen haben und zum Programm greifen, wenn es klingelt. Das ist technisch gesehen wie surfen oder Daten auszutauschen, aber dann geht halt deine Stimme übers Netz, anstatt Bilder oder Buchstaben. Kostenlos ist das natürlich nur wenn man eine Flatrate hat.
Mit Skype kann man auch aus dem Internet hinaus in das Festnetz oder Mobilnetz telefonieren. Dafür muss man allerdings bezahlen, weil das dann ja in ein anderes Netz übergeht. Die Tarife sind allerdings lächerlich billig. Es funktioniert momentan nach dem Prepaidprinzip, das wir momentan zB von den Mobilanbietern kennen. Man lädt mit Kreditkarte das Guthaben auf und vertelefoniert das bis es fertig ist. Basta.
Man sitzt dabei halt immer am Rechner, und was mich am meisten stört, ist, dass die Technologie hinter Skype nicht öffentlich ist, aber vom Prinzip her ist es wirklich revolutionär. Es wundert mich sehr wie sich das entwickeln wird.
Falls jemand Skype testen will, meine “Nummer” ist: mek_q_wito

nase schrieb:
in ein oder zwei jahren monaten schau ich mir das dann mal an, wenn ich zeit habe ;o)
| 19. Maerz 2005 — 20:41 | Permalink |