[Dienstag, 15.11.2022 – Telefonterror, grosses Küchenfenster]

Heute Nacht wachte ich um 3:19 auf, schaute auf mein Telefon, wie spät es war und sah 97 Anrufe in Abwesenheit. Da ich momentan so sehr auf Störungen auf der Arbeit gepolt bin, stand ich auf und nahm den Anruf an. Ich hörte aber nur ein Rauschen. Dann legte ich auf und es klingelte wieder. Und wieder. Und wieder. Ich versuchte wieder abzunehmen, aber es war wieder nur ein Rauschen zu hören. Die Anrufe kamen weiter rein, durchgehend und ohne Unterbrecheung. Wenn ich auflegte, kam sofort der nächste Anruf. Also blockte ich die Nummer. Es war eine berliner Festnetznummer. Dann googelte ich die Nummer und gelangte auf die Webseite von Machete Burrito, der mexikanische Laden, bei dem ich letzten Sonntag Burritos bestellt hatte. Wahrscheinlich war deren Telefonanlage durchgedreht. Etwas anderes konnte ich mir nur schwer vorstellen.
Ich legte mich wieder ins Bett, aber an schlafen war jetzt nicht mehr zu denken. Mein Hirn war in Betrieb geraten. STÖRUNG, ARBEIT. Gegen halb fünf gab ich das Schlafen auf und stand einfach auf um mir einen Kaffee zu kochen. Der Hündin gefällt es immer, wenn ich früh aufstehe, sie ist eine Frühaufsteherin. Inzwischen hatten sich etwa 1700 Anrufe vom Burritoladen angesammelt. Glücklicherweise kamen sie nicht mehr durch. Ich ging auf deren Seite und schrieb ihnen eine Mail: Ey Leute, eure Telefonanlage hat mich heute fast zweitausendmal angerufen. Ich kann nicht mehr schlafen. Fixt das.

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Diese Frau, die mich auf der Strasse neuerdings so freundlich grüsst. Ich habe sie vorher nie gesehen. Jetzt drei Tage hintereinander. Es fällt mir auf, weil sie so, öhm, auffällig grüsst. Sie geht ins Nachbarhaus hinein. Ich ahne schlimmes. Unser Haus teilt sich mit dem Nachbarhaus nämlich den Innenhof und wir haben am grossen Küchenfenster keine Gardinen. Vermutlich kennt sich mich aus dem Innenhof. Wenn ich mit meinem haarigen Bauch in Unterhose am Herd stehe und aus der Pfanne nasche. Jetzt wo es früh dunkel ist und innen die Lichter brennen und man alles sieht. Ich fühle mich immer unbeobachtet, aber natürlich kann mir dabei das ganze Nachbarhaus zuschauen.

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Am Nachmittag treten wieder technische Probleme auf. Wir haben eine Strategie entwickelt, eine kürzerfristige und eine langfristige. Aber es dauert. Es ist sehr frustrierend, es raubt mir die Energie. Ausserdem wollte ich noch den Text für das Kulturmagazin schreiben, aber heute wurde daraus nichts.

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