mek wito Superstar

Wenn ihr heute Abend nicht aufpasst, dann erscheine ich nach Neun plötzlich und unangekündigt auf euren Fernsehern.

Wie gerne würde ich jetzt sagen es handele sich um ein Interview mit mir, in dem man mir schmeichelnde Fragen über meine Schreibe stellt, wo man mich umschwärmt, aus meinen Geschichten zitiert und mich fragt was ich mit diesem und jenem Satz gemeint habe und ob Südtiroler Speck nicht vielleicht meine Metapher für den Weltfrieden sei.

Es würde mir auch schon reichen, würde man meine Risottogerichte loben. Ein Satz nur und ich wäre glücklich: “Sehr geehrter Mek Wito, Ihr Risotto ist pu-rer Sex. Jetzt können Sie wieder gehen”. OK das sind zwei Sätze, aber mehr brauche ich gar nicht.

Stattdessen war es so, dass ich Anfang Januar zum Zollamt ging, um eine Uhr abzuholen die ich ende November, über eBay, aus Singapur ersteigert hatte. Weihnachtsgeschenk – es war schon Januar geworden.
Drin beim Amtsschalter überfiel mich ein aufgeregtes Trio mit Kamera und Stabmikrophon. Eine blonde junge Dame fragte mich ob ich mich bei der Paketabholung filmen lassen würde. Mein Haar sass scheisse, deshalb zögerte ich ein wenig, jedoch versicherte sie mir, dass meinem Haar wirklich nichts auszusetzen sei. Also sagte ich zu.

Daraufhin durfte ich mich endlich der Schalterdame zuwenden:
“Hallo, ich möchte gerne meine Drogen abholen”

Licht aus, Kamera aus. Die blonde Dame kreidebleich.
“Nein, das geht so nicht, das ist eine seriöse Reportage. Nochmal von vorne bitte”.
“Die Drogen soll ich also nicht erwähnen?”
“Genau”.
Danach ging es einfacher. Ich wusste welche Person Deutschland im Zollamt sehen wollte: den etwas verärgerten jungen Mann, das unschuldige Opfer das sich in den Wirren der Plagiatmafia aus Singapur verstrickt hatte. Ein Thriller ohnegleichen.

Wer bei diesem Wetter nichts besseres zu tun hat, kann sich heuteabend also auf Kabeleins um 21:15 das K1 Magazin sehen. Mek Wito zeigt Deutschland wie schlecht die Welt da draussen ist.

Und beim Rausgehen sah ich dann, dass mein Haar wirklich scheisse sass.

24 Comments

  1. Sehr schön. Mist, ich hätte zu gerne die Gesichter vom Filmteam und der Schaltertante gesehen. Trotzdem gut, dass es in der Drogenfassung nicht gesendet wird. Was sollen sonst die Nachbarn sagen? 😉

  2. Stimmt, die Nachbarn. Danke. Sonst klingeln die nämlich mitten in der Nacht wenn sie etwas zum Rauchen brauchen. Immerzu muss man aufpassen auf dieser Welt…

  3. Mein Haar kann nicht Scheisse sitzen. Lieber MC, Sie haben ja so recht, sie charmeur. Es sitzt nämlich überhaupt nicht, es hängt.
    Oh und Gage? Hätte ich sowas fragen können? Ich komme ja aus den Bergen, ich kenne mich mit sowas gar nicht aus. Ich hätte besser den Weltmann, den zukünftigen Wettendass Moderator um Rat fragen sollen. Nächstesmal besser.

  4. “Du siehst in Wirklichkeit nicht so Scheisse aus.”

    “Du sahst zehn Kilo schwerer aus. Mindestens.”

    “Das Licht war ungünstig”

    Es war der Kragen dieser Jacke der mir das Unterkinn ins Gesicht geschoben hat. Wirklich.

  5. Kameras packen optisch jedem fünf Kilo mehr auf die Rippen. Männer sehen dadurch markanter aus, Frauen einfach nur dicker.

    Schade, dass ich Ihren großen Fernsehauftritt nicht sehen konnte.

  6. Ich hab’s gesehen!
    Alles in allem muss man sich für den Auftritt nicht schämen, aber das nächste Mal würde ich mich an ihrer Stelle in einer anderen Rolle besetzen lassen.
    Es passt einfach nicht zu ihnen, sich so eine Uhr (oder war es eine Universalfernbedienung!?) beim Zoll erbetteln zu müssen. Und dann auch noch die Nummer mit “Die müssen wir erst zu Casio schicken”.
    Das ist ja wohl einfach nur entwürdigend und ein Fall für die U&J-Bewegung… 😉

  7. ich kriege inzwischen ja leider nur noch 4 Sender und bin zudem gestern schon um halb neun abends über Magisterlektüre eingeschlafen und erst heute morgen wieder aufgewacht… 🙂

  8. Haare? Kragen? Uhren?

    Mich wundert es nur das Herr Mek bei seinem halbproffessionellem Umgang mit dem Teppichmesser noch alle 10 Finger zum Bloggen hat.

    Am Samstag soll es angeblich eine Wiederholung des Beitrages geben (Samstag, 11.02.2006, 19:10 Uhr). Aber hat denn niemand den Herrn Mek gesagt das jeder Beitrag von K1 so ungefähr drölfunddreissigmellonen mal wiederholt wird? Zumindest so lange, bis das Magnetband zu schimmeln anfängt.
    Freuen wir uns also auf die nächsten 5 Jahre mit Herrn Mek und K1-MagazinDokuJournalReportage. Zur 1.000 Wiederholung steigt hoffentlich eine Party?

    PS:
    Falls jemand auch die Wiederholung am Samstag verpasst, sollte mir eine digitale Aufzeichnug gelingen, kann ich diese, Einverständnis der Opfer/Darsteller vorrausgesetzt, irgendwie zur Verfügung stellen.

  9. Weltmann? Ich komme aus Kiel doch kaum raus. Aber Danke!

    Ich habe neulich mitbekommen, dass Statisten für einen Pilot-Film (welcher also nicht einmal gesendet wird) 50€ für einmal doof in die Kamera lächeln bekommen haben. Das waren zwar Frauen, aber da hingen die Haare auch. 🙂

  10. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich das Paket keineswegs aus tolpatschigkeit auf diese Weise geöffnet hatte. Sie müssen sich mal vorstellen was das für ein Gefühl ist wenn alle Kinder aus Deutschland einem beim Aufschneiden von Paketen mit einem riesigen Messen wie diesem zusehen. Also ich will ja als gutes Vorbild für die Zukunft der Republik voranschreiten und den Kindern Fleischwunden ersparen. Die scheinbare motorische Ahnungslosigkeit suggeriert lediglich eines: VORSICHT IHR KINDERLEIN!

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