[BHO]

Natürlich freut es mich die Bushbillies aus dem Weissen Haus ziehen zu wissen, natürlich freut mich dieser Sieg über das reaktionäre USA, vor allem wird man endlich das mulmige Gefühl los, dort säßen totalmente die falschen Leute am roten Drücker, die Leute die ohne mit Augenliderhaaren zu zucken irgendwas hochgehen ließen das uns allen nachträglich den Magen verdreht. Doch die Euphorie bleibt aus. Der Jubel, diese euphorische Freude über dem Change. Und das keineswegs aus politisch fundierten Gründen, sondern schlicht aus nicht so starkem Interesse für die Sache.
Natürlich freut es mich die Republikaner aus dem Pentagon verschwinden zu sehen, doch ist mir gestern aufgefallen, dass man für Euphorie einen emotionalen Bezug zu den USA braucht, und es scheint mir, als sei man vor allem froh darüber, all die negativen Bilder der USA die unter der Administration der Hillbillies nach Westeuropa gebracht wurden, endlich changen zu können, da ist nämlich eben ein Präsident gewählt worden der den Irakkrieg ablehnt, der Guantanamo ablehnt, der gegen die Todesstrafe ist [edit: stimmt nicht]. Das ist der Typ der mit Syrien reden will, und man wird nachher niemanden mehr sagen hören: in Amerika, weisst, da gibt es keine Krankenversicherung für die kleinen Leute.
Die Bilder.
Ich glaube, es verstanden zu haben, es gibt Hoffnung, das Land des Rocknroll.
Die Stätten meiner Kultur waren aber immer eher London, Paris, Berlin.

Und ich weiß, die Wahl des amerikanischen Präsidenten muss man notgedrungen in einem globaleren Kontext sehen als die Wahl des Sarko oder der Merkel, weil in Washington ja die Hebel der Weltpolitik geschaltet werden, wegen der vielen Waffen, was ich jetzt keineswegs negativ meine, und der kulturellen Botschaft die mit dem Rosinenbomber über Westeuropa abgeworfen wurde. Und insofern ist es wichtig. Wichtig wichtig: relevant.
Und werde mich trotz der politischen Skepsis einfach mal freuen.

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Und auch.

4 Comments

  1. Der ****weiler

    Ich habe mich auch gefreut. Und zwar ziemlich doll:

    Es ist eine grosse zivilisatorische Leistung, wenn eine Mehrheit einen Vertreter einer Minderheit als ihren Präsidenten wählt.

    Das macht die Wahl historisch, und das ist der Punkt, wo der Vergleich von malorama schief ist.

    Und dann wird es auch gut sein, wenn die Amerikaner endlich wieder ihre eigene Verfassung ernstnehmen und – am sichtbarsten – Guantanamo schliessen.

    Der Kater wird aber kommen, keine Frage.

  2. Obgleich ich nicht denke, dass DER Wandel bevorsteht, freue ich mich doch auch… und sehe es als ein Zeichen, dass nun auch die neue Welt begriffen hat, dass Politik – im ihrem eigentlichen Sinne – mittels guter Programme und volksnaher Handlungen hervorstechen sollte und nicht durch die oberflächliche Betrachtung ihrer Vertreter.

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