[Fr, 16.1.2026 – wieder Orion, wieder Pluri, Pakistan]

Den ganzen Weg von Hamburg nach Berlin prangte Orion vor mir am Himmel. Am frühen Abend hängt er noch tief am östlichen Horizont. In seinem linken Eck Beteigeuze. Durch die Windschutzscheibe kann ich ihn nicht an seiner Rötung erkennen, aber ich weiß, an welcher Ecke er leuchtet. Ich kann verstehen, warum Menschen diesen Stern vergötterten.

Vielleicht existiert Beteigeuze in Wirklichkeit gar nicht mehr. Wir sehen nur sein 600 Jahre altes Licht. Er ist ein roter Überriese und wir wissen, dass er bald explodieren wird. Wenn er explodiert, wird er für mehrere Monate am Himmel leuchten. Heller als der Vollmond. Er wird nachts Schatten werfen und wir werden ihn tagsüber sehen. Danach wird er über einige Jahre hinweg langsam verblassen. Am Ende bleibt wahrscheinlich ein kleiner, brauner Klumpen übrig.

Ich fände es richtig gut, das noch mitzuerleben. Aber bitte nicht, während ich gerade auf der Autobahn fahre. Andererseits kann es auch noch 100.000 Jahre dauern.

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Ah, letzte Folge Pluribus. Weil ich gefragt wurde: Ja, habe ich zu Ende geschaut. Der erwartete Showdown fand jedoch nicht statt. Zwei Handlungsstränge wurden gut zusammengeführt, wobei – es wurden eher zwei Figuren zusammengebracht, von denen man die ganze Zeit hoffte, dass sie sich finden, allerdings hoffte man das in der letzten Folge gar nicht mehr so wirklich. Und dann – dann endet die Geschichte, ohne etwas auserzählt zu haben, sie endet mit einem mittelmäßigen Cliffhänger. Meine Erwartung war vielleicht zu hoch. Mir kommt vor, als hätte die Geschichte etwas versprochen, was sie nicht halten kann. Während es mir gefiel, wie sich die Gefühle gegenüber diesem „Wir“ im Laufe der Folgen immer wieder verändern und wie sie ein paar Fragen aufwirft, so fand ich es zusammengefasst doch etwas unterkomplex.

Filmisch empfand ich sie hingegen als toll. Der langsame Beat. Und die beiden Frauen sowieso. Natürlich werde ich die zweite Staffel schauen, aber sie gehörte für mich nicht zu den ganz großen Erzählungen. Wahrscheinlich möchte ich einfach noch einmal so etwas wie „The Leftovers“ erleben.

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Ich stelle gerade wieder Mitarbeiterinnen ein. Product Manager, Entwickler und Softwarearchitekten. Interessanterweise kommen momentan grob 95% der Bewerbungen von Menschen aus Pakistan. Viele davon leben bereits in Deutschland. Die Gespräche waren größtenteils gut. Ich habe 5 Stellen zu vergeben, nur die Pakistaner qualifizieren sich dafür, niemand aus Russland, Frankreich oder der Ukraine. Aus Deutschland gab es nur einen einzigen Bewerber, der einerseits wenig Erfahrung hatte, aber von astronomischen Gehaltsvorstellungen träumte. Ich könnte die besten fünf Pakistaner einstellen, aber jetzt mache ich mir ernsthaft Gedanken über eine seltsame Form von fehlender Diversität.

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