[8.5.]

[…]

Den Neuen aus dem Dachgeschoß kennengelernt. Der, der gerade Wände einreißt. Ein gutgelaunter bärenartiger Typ, sehr nett und freundlich. In einem Monat sei er fertig, sagt er, und dann gäbe es eine richtig fette Party bei ihm, da müssen alle aus dem Haus zu ihm kommen. Ich freue mich natürlich. Und sehe auch schon die türkische Familie sich über den Bierkasten hermachen und den hammerschwingenden Alki von unten die Stimmung erhellen. Die Frage was aus den Bewohnern der drei Ferienwohnungen werden soll, stellte ich mir erst später.
Und jetzt wollte ich gerade auf Ferienwohnungen eingehen und sowas sagen wie: Ferienwohnungen, so eine Pest.
Aber das ist auch die Pest.
Alles sagen sie: ist doch OK, hat man Ruhe, weil die Leute keine Ansprüche erheben, die kommen und gehen. Aber vielleicht ist es gerade das: Ich will, dass Leute Ansprüche erheben. (“Ich Blockwart? Ich Blockwart? Bin ich eben Blockwart.”)

Der Architekt nimmt mich als Auftraggeber natürlich nicht ernst als ich ihm mit Lederjacke und mit schmutzigen Haaren (aber mit Krawatte!) die Hand entgegenstrecke: Wito, mein Name ist Wito, ja genau, ich bin das. Wir sind verabredet.
Wir starren etwa eine Stunde lang gegen die Hinterhoffassade und sinnieren über Statik, Standards, Fundamente, Dachkanten, Schwellen, Kunststoff- oder Holzfenster und strikte Bauvorschriften.

[…]

Als der Architekt verschwindet hält ein Taxi. K steigt aus, noch in voller Kongressmontur. Ich will nicht, dass sie das auszieht. Und lade sie auf einen Prosecco in der Kneipe gegenüber ein.

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