[1.6.]

Wir haben heute zwar den ersten Juni, aber ich mach hier dann einfach mal weiter, ne? Möglicherweise nicht in der gleichen Frequenz, aber doch noch so, dass es einigermaßen Tagebuchbloggen ist. Gefällt mir gerade sehr, das Beschreiben der Abläufe, notgedrungen banale Details auf ein Podium zu stellen und polieren, das ist eine super Übung und beliebig formbar.

Zudem ist das hier Eintrag Nummer 997. So kurz vor der Tausend bin ich gewissermaßen euphorisch.

Heute werde ich nicht viel tun. Außer zu tippen und ein bisschen auf dem elektrischen Klavier spielen.
Seit dem Umzug nach Berlin (nächste Woche zwei Jahre) habe ich heute endlich das Instrument über den Computer zum Laufen gekriegt, was notwendig ist um einen Ton in die Lautsprecher zu bekommen. Etliche Versuche, endloses Durchlesen der einschlägigen Foren. Nie ein Ton, nie ein Piep.
Heute habe ich dann diesen Haken bei “Mute” gesehen. Unter dem Schalter für “Audioeingang”.
Das ist ärgerlich. Aber jetzt bin ich so froh darüber, dass gar kein Ärger aufkommen konnte.

Nachher werde ich mich noch mit dem Nachbarn treffen und über diesen unmöglichen Brief der Hausverwaltung schimpfen. Und natürlich Pläne zu schmieden um die Sache anzugehen.

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Mit der Kalenderfunktion auf dem Desktop binnen zwanzig Sekunden zurückgeblättert zu meinem Geburtstag. Ich bin ein Dienstagskind. Falls das jetzt etwas bedeutet.
Komische Sache übrigens, mit dem Datum des Rechners in den Siebzigern zu stehen.

[31.6.]

Sehr bettlägerig gewesen heute, wobei ich gar nicht weiß warum. Da ich aber keine Verpflichtungen hatte, ließ ich es mir gut gehen im Bett. Peter Handkes Tormann-Text aus dem Regal geholt und mit ins Bett genommen, auf Seite 34 musste ich Rainald Goetz (Dekonspiratione) aus dem Regal nehmen um eine Passage nachzulesen die mich an etwas aus Handkes Buch erinnerte, was dann aber nicht so war, weiß jetzt auch nicht mehr warum, und als ich aufgestanden war um Goetz zu holen hatte ich auch gleich Franzobel mit ins Bett genommen, weil ich das Buch letztes Jahr meiner Schwester geklaut habe (wofür ich mir später die Erlaubnis nachträglich eingeholt habe) und schon lange darin lesen wollte, Franzobel ist ja einer dieser Leute die ich nur vom Namen und von der Reputation her kenne, vor allem von der Reputation, und so lag ich irgendwann mit Jelinek, Bernhard und anderen deutschen Zeitgenossen im Bett und wurde später von meinem eigenen Schnarchen geweckt.

Am Abend zu C gegangen um Wein zu trinken auf ihrem Balkon. Zum Reden bei Regen. Man könnte glatt meinen ich wäre ein Balkonnomade.