Habe zufällig heute gemerkt, dass mein Headset in Berlin von schlechter Qualität ist. Das bedeutet, dass die Audioaufnahmen zu diesem Blog sich immer schlecht anhören, wenn ich in Berlin bin. In Hamburg habe ich das RODE Mikro dabei, weil ich im November die Novelle als Hörbuch einsprach. Es ist dann hier geblieben. Hätte mir aber auch jemand mal sagen können. Muss ich jetzt irgendwie lösen.
Ein Nachteil hier in Hamburg ist, dass ich keine Fotos mache. Ich hatte bereits im vorigen Jahr damit begonnen, die Einträge mit Fotos zu bebildern, weil mein Blog wirklich ein wenig monochrom daherkommt und durchaus etwas Farbenfreude verträgt. Aber mein Leben in Hamburg ist so düster. Nicht unbedingt schlecht, aber ziemlich düster. Wenn ich die zwei Minuten von der Firmenwohnung ins Büro gehe, erhasche ich etwas Tageslicht von der aufgehenden Sonne, und abends, wenn ich die zwei Minuten in die Wohnung zurückkehre, ist es schon dunkel. Dann bin ich auch schon zu müde für etwas anderes. Es kommt mir nichts Interessantes vor die Linse. Es gibt daher nichts, mit dem ich das Blog bebildern kann. Schlimmer hat es die Beziehung zu meinen beiden Snapchatfreunden getroffen. Unsere Flammen sind bei 600-irgendwas. Ich habe Panik davor, dass sie erlöschen. Aber ich begegne dermaßen wenigen Motiven, dass ich mittlerweile schon die Schlafzimmerdecke fotografiere, nur um den Streak aufrechtzuerhalten. Das kann ich im Blog aber nicht bringen.
Ich hoffe, dass die Erfahrungen, die ich derzeit in Hamburg mache, sich nicht negativ auf mein Hamburggefühl auswirken, das eigentlich immer sehr positiv war.
Meine Frau flog heute wegen einer Dienstreise nach Nizza. Aufgrund eines Unfalls wurde ihr Flugzeug allerdings nach Marseille umgeleitet. Das betraf natürlich auch viele andere Flüge, und so gab es in Marseille zu wenig Busse und zu wenig Personal, um die Lage zu entschärfen. Deswegen saßen sie sehr lange im Flugzeug fest. Sehr zum Unfrieden von Dutzenden Fußballfans. Meine Frau war nämlich über Amsterdam geflogen, wo Dutzende Fußballfans aus Deventer eingestiegen waren, die zum Europa-League-Spiel gegen OCG Nizza anreisten. Das Spiel beginnt um 21 Uhr, sie hatten noch vier Stunden Zeit. Ich wusste schon, dass sie das nicht schaffen werden. Meine Frau und die Fußballfans wurden nach einer langen Wartezeit im Flieger schließlich mit einem Bus die zweieinhalb Stunden nach Nizza gekarrt, wo sie gegen 22 Uhr ankamen. Da stand es schon 2:0 für die Franzosen. Ich fragte meine Frau nicht nach der Stimmung.
Ich telefonierte auch lange mit Lu. Wir hatten sehr viel nachzuholen. Nach fast zwei Stunden brachen wir allerdings ab, weil wir Hunger bekamen und es noch zu viele Dinge zu besprechen gab. Wir werden das Gespräch nächste Woche weiterführen und übernächste Woche und so weiter. Zuerst tratschten wir ein bisschen herum, auch kamen wir über eine gemeinsame Freundin zu sprechen, eine ehemalige Bloggerin, die 2008 an Krebs erkrankte. Wie sie den Kontakt zu uns allen abbrach und innerhalb weniger Monate verstarb. Wir fühlten uns damals beide etwas ausgeschlossen von ihr. Damals verstanden wir das nicht. Aber mittlerweile wissen wir auch, dass jede anders sterben will. Gerade beim Krebs, wo man nicht von mitleidigen Menschen umgeben sein will. Welche Gründe sie auch immer dafür hatte. Für sie war es richtig.
Wenn ich einmal tödlich erkranke, dann werde ich hier täglich davon berichten. Das weiß ich jetzt schon. Dann habe ich noch ein bisschen Spaß. Aber wehe, es kommt mir jemand mit Mitleid.
Weil wir gerade beim Thema sind: Frau Klugscheisser bloggt zurzeit täglich aus der, nunja, was ist es eigentlich, eine Rehaklinik für Mentales. Ich lese das gerne.