Im Castle Pub am Nordbahnhof verabredet gewesen. Ich war eine halbe Stunde zu früh und die Batterie meines Telefons war fast leer, deswegen bat ich die Frau hinterm Tresen, ob sie mein Telefon an den Strom hängen könne. Das konnte sie. Nun setzte ich mich also an einen Tisch am Fenster und – nunja, hatte nichts, in das ich hineinschauen konnte. Kein Telefon, kein Buch, keine Zeitung. Lagen früher nicht immer überall Magazine und Zeitungen herum? Auf meinem Tisch lag ein Prospekt über Gin Tonic aus. Immerhin etwas, dachte ich. Aber die drei Absätze mit je drei Zeilen waren rasch ausgelesen. Ich suchte nach Papier. Notizen machen. Allerdings hatte ich mein Notizbuch im Büro gelassen, ich wollte mit leichtem Gepäck unterwegs sein, konnte ja nicht wissen, dass mein Telefon leer sein würde. Ich fand den langen Strafzettel der BVG, die mich neulich beim Schwarzfahren erwischt hatte. Das ist wirklich gutes Papier. Es sieht aus wie ein Kassenbon, es ist aber erstaunlich robust und vor allem lang. Dummerweise hatte ich aber keinen Kugelschreiber dabei. Also setzte ich mich hin und schaute in die Bar hinein. Das taten wir früher doch auch so, oder? Sitzen und in die Gegend hineinschauen. Bin mir aber nicht ganz sicher. Früher rauchten wir auch, da konnte man dem Rauch hinterherschauen, es fiel daher nicht so auf, wenn man schaute. Heute ist das aber cringe. Deswegen bat ich die Frau hinterm Tresen nach einem Kugelschreiber. Den hatte sie. Also konnte ich diese Zeilen aufschreiben.
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