[Mo, 16.2.2026 – Blase, generative KI]

Ich stand um 4 Uhr auf, fuhr um 5 Uhr los nach Hamburg, reichte meine Kündigung ein, arbeitete den Rest des Tages, löste am Abend die Firmenwohnung auf und fuhr wieder zurück nach Berlin. Ich werde die letzten Wochen wieder vollständig in Berlin sein und von hier aus weiterarbeiten. Zurück in Berlin zu sein, kam jetzt etwas unerwartet, aber mir gefällt das gut.

Erstaunlich ist: Alle drei Male, an denen ich so früh nach Hamburg fuhr, musste ich jeweils 4 Mal anhalten, um eine Pinkelpause einzulegen. Wenn ich hingegen abends zurückfahre, kein einziges Mal. Nur morgens ist das so. Das hat sicherlich biologische Gründe. Oder meine Blase ist dazu da, mir nachts auf die Nerven zu gehen, damit ich nicht in Versuchung komme, an einen gesunden Schlaf zu glauben. Wenn ich so früh aufstehe, trickse ich sie praktisch aus.

Ich könnte jetzt die KI fragen, was es damit auf sich hat, aber das Ergebnis interessiert mich nicht genug. Recherche ist tatsächlich einer der wenigen Anwendungsfälle, bei denen ich KI benutze. Abgesehen von Programmierung und technischen Hilfestellungen, oder bei der Zusammenfassung von Informationen, wobei wir bei Zusammenfassungen und Analysen nicht notwendigerweise von generativer KI sprechen. Aber Texte und Content von KI produzieren zu lassen, finde ich unfassbar langweilig.

OpenClaw finde ich hingegen richtig interessant. Ich werde in den nächsten Tagen meinen alten Mini-PC zu einem externen OpenClaw-Agenten umbauen, den ich umständliche Sachen für mich erledigen lassen werde, wie z. B. einen Urlaub durchplanen, und wenn mir der Plan gefällt, ihn auch buchen lassen und solche Sachen. Das Problem mit OpenClaw ist noch die Sicherheit, ich möchte ihm nur ungern Zugriff auf meine Mails, Dateien oder meine Browserhistory geben, aber man kann ihn auch komplett extern mit einer SIM-Karte betreiben.

Jedenfalls hörte ich auf dem Rückweg einen Podcast, in dem einige Gäste sagten, sie würden KI sogar zum Verfassen von Tweets oder Skeets verwenden. Fand ich erstaunlich. Dass Romane und Dokumente damit geschrieben werden, war zu erwarten, aber dahingerotzte Texte zu polieren, die auf Microbloggingdiensten erscheinen, überraschte mich einigermaßen. Ich verstehe, dass viele Menschen Microblogging ernster nehmen als ich. Ich verfasse aber Texte und Sätze, weil ich mich ausdrücken will, weil ich etwas mitteilen will. Wenn das eine generative KI für mich macht, dann würde ich einfach Content produzieren, meine persönliche Ebene ginge darin verloren, mein Gedankengang, meine Idee, meine Formulierung und eventuell auch meine Fehler. Content muss nicht verwerflich sein, aber das will ich dann nicht als meinen Ausdruck darstellen. Vermutlich ist mein Wunsch, authentisch zu sein, größer als der Wunsch, Content zu produzieren. Und das will ich auch von anderen Leuten. Ich will authentische Leute um mich herum, keine Hüllen, die nur etwas darstellen.

Bei anderen Anwendungsbeispielen ist es mir hingegen nicht so wichtig. Meinen CV ließ ich von KI erstellen. Meine Anschreiben ursprünglich auch, allerdings hatte ich beim Anschreiben immer das Bedürfnis, diese gebügelte Professionalität rauszunehmen. Da ich in den letzten Monaten nach Personal suchte, erhielt ich natürlich massenweise Anschreiben von Kandidaten, und sie sind alle so offensichtlich von KI verfasst. Ich lese sie gar nicht mehr. Ich beschränke mich auf die Erfahrungsstichpunkte, um die geeigneten Kandidatinnen herauszufiltern, und dann muss ich mir in einem persönlichen Gespräch ein Bild schaffen. Das ist ohnehin seit Jahren meine Strategie. Aber der ganze Text-Unsinn, mit dem man in Bewerbungen mittlerweile überhäuft wird, ist wertlos.

Sie ist schon überall. Diese KI-Müdigkeit. SocialMedia interessiert mich deswegen zunehmend weniger. Der Content wird immer beliebiger. Vielleicht ist das aber auch gut.

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