[So, 3.5.2026 – Sonnenfaktor, Kunst]

Zwei Tage, an denen man Sunshine-Guilt haben könnte. Ich habe ja nicht wirklich etwas gegen Sonne. Vor allem, nach diesem Winter freut es mich durchaus, dass die niedrigen Temperaturen mehr oder weniger vorüber sind. Aber ich mag die Sonne eher, wenn es bewölkt ist.

Vor einiger Zeit stellte ich mit Entsetzen fest, dass ich jetzt wesentlich schneller altern werde, weil ich wegen der Hündin ständig in der Sonne bin. Eigentlich mied ich die Sonne mein ganzes Leben lang. Nicht für eine noble Blässe, aber ich empfinde sommerliche Sonne auf meiner Haut wirklich als unangenehm. Jetzt habe ich aber eine Hündin und ich kann mich nicht ständig von Schatten zu Schatten schleichen. Ich werde jetzt sehr schnell sehr alt aussehen. Neulich lernte ich, dass die meisten Menschen in Deutschland Sonnencreme verwenden. Deswegen begann ich eine neue private Statistik. Ich befragte Leute auf der Hundewiese danach, ich befragte Kolleginnen danach und auch einfach Freundinnen: „Hast du eigentlich Sonnencreme auf?“. Das wird fast immer mit Ja beantwortet. Also immer, wenn die Sonne scheint. Auch im Winter. Jetzt habe ich das Gefühl, irgendetwas grundlegend und über Jahre hinweg falsch gemacht zu haben. Nun ist mein Hauttypus eher von der mediterranen Art, oder zumindest nicht so bleich, wie die meisten Menschen in meinem Kiez, ich bilde mir ein, dass es bei mir nicht ganz so schlimm sein wird, trotzdem nehme ich mir immer wieder vor, mich mit Sonnencreme einzuschmieren, was ich allerdings nicht schaffe, weil ich erstens, nie daran denke und zweitens mir ungerne kalte Sachen ins Gesicht schmiere. Meine Frau sprüht mich manchmal mit Sonnensprühcreme ein. Das ist unangenehm, geht aber sehr schnell, und es kommt jedes Mal überraschend für mich. Also eher schmerzlos. Ich habe jedoch ein Einsehen, dass ich mein Verhalten grundlegend ändern muss. Es sind immer die gleichen Leute, die alt aussehen: diejenigen, die rauchen, und diejenigen, die immer in der Sonne sind.

Aber ein schattiges Plätzchen im Biergarten ist trotzdem fein.

Und sonst so.

Heute hingen wir die Bilder im Wohnzimmer um. Bzw. wir ergänzten die Wand um weitere Bilder. Dafür waren wir gestern bei Obi, um Rahmen zu kaufen. Mein Schwager ist riesengroß, der kann die Bilder fast auf den Zehenspitzen nageln. Die Wand ist nun fast voll. Demnächst kommt noch ein Bild von Montigliani dazu, das Bild, auf dem er den grinsenden Ehemann von Frida Kahlo portraitierte, und auch ein Bild von Tamara de Lempicka, ein Selbstporträt.

Ich suche schon seit einiger Zeit ein Tattoomotiv, das meine Hündin darstellt. Für meine Haut und nicht für die Wand. Ich hätte gerne eine Zeichnung von ihr, am besten eine Skizze, wild, unfertig, improvisiert, vielleicht eine Kinderzeichnung. Ich ließ bereits Kinder die Hündin zeichnen. Auch die KI. Aber nie kam etwas heraus, das mir gefiel. Erst heute fiel mir auf, dass Basquiats schwarzer Hund meiner Hündin ziemlich ähnelt. Das Bild hängt schon seit über zehn Jahren in unserer Wohnung. Nie habe ich die Parallele gezogen. Ich glaube, ich verwende das Motiv.

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