[Mo, 25.5.2026 – Bäume, Arbeitshund, Rückfahrt]

Dieser Vogellärm. Um 6 Uhr schloss ich das Fenster, weil ich von dem Lärm nicht mehr schlafen konnte. Gebt mir doch eine Autobahn.

Am letzten Tag besuchten wir Max, der uns zeigte, wie er seine Downhill-Radbahn weitergebaut hat. Es schreitet nicht mehr mit dem Tempo voran, mit dem sein Projekt das erste Jahr vorankam. Weiter unten im Wald ist das Gelände sehr unwegsam, da kommt er mit dem Bagger nicht mehr gut hin. Dafür hat er ein paar alternative Routen gebaut.

Mittlerweile konnte er das kleinere Haus kaufen, das Haus, in dem er wohnt, und wird zur Miete in das untere, große Haus ziehen, in dem viele Jahrzehnte lang eine Frau wohnte, die alle Zimmer mit Jesusbildern ausgeschmückt hatte. Das kleine Haus wird er dann Touristen vermieten, die die Radbahn benutzen wollen, oder auch einfach so, zur Miete in einem Holzhaus leben wollen.

Später räume ich noch den Wald auf. Die Flächen, auf denen der umgestürzte Baum lag und wo ich die Bank bauen will, waren nun voll von altem Geäst und abgeschnittenen Jungbäumen. Weil die Fläche eher weitläufig ist, sammelte ich sie an mehreren Stellen, wodurch sich jetzt verschiedene Anhäufungen Altholz durch den Wald unter das Haus verteilen. Das sieht nicht gut aus. Also brachte ich alles Holz zusammen auf einen Haufen. Sieht auch nicht gut aus, aber ein wenig besser. Viel von dem Holz schmiss ich auch einfach weiter den Hang hinunter ins Gestrüpp, dort, wo man es nicht sieht und es die nächsten Jahre friedlich rotten darf.

Meine Hündin liebt es, wenn wir im Wald beschäftigt sind. Sie ist ein Arbeitstier und half fleißig mit. Irgendwann, als sie meine Betätigung verstand, zog sie sogar eigenständig einen Jungbaum samt Wurzel aus der Erde. Ansonsten war sie aber keine Hilfe. Die Äste und Bäume, die ich den Hang hinunterwarf, missverstand sie als Aufforderung zum Apportieren und brachte sie wieder zurück. Ich musste daher schnell werfen, damit sie mit dem Apportieren nicht hinterherkam und dadurch bei jedem neuen Wurf abgelenkt wurde.

Unten am Fluss sabotierte sie sogar unabsichtlich meine Arbeit. Es gab diesen umgefallenen Baum, der den Fluss überspannte. Wenn ich den nicht wegbekomme, werde ich auf dem Abschnitt im Sommer nicht mit Kajak fahren können. Ich zog Teile des Baumes daher flussabwärts. Ich hoffte, dass ich den oberen Teil dadurch abknicken könnte, oder ihn zumindest dermaßen unter Spannung setzen, dass er in den nächsten Wochen knickt oder gar abbricht. Der Stamm liegt auf der anderen Seite des Flusses, aber der Fluss ist etwa 15 Meter breit und sehr tief und das Wasser in dieser Jahreszeit noch kalt. Auf meinem Ufer habe ich jedoch dicke Äste, mit denen ich hantieren kann. Tatsächlich schaffte ich es, den Baum um etwa zehn Meter zu bewegen. Die Hündin half dabei mit dermaßen fanatischem Einsatz mit, dass der Ast, an dem sie zog, abbrach und wieder zurückschnellte. Danach blieben die Äste unerreichbar für mich. An dieser Stelle gab es nämlich matschigen Uferschlamm, darin wollte ich mich nicht festtreten.

Nun.

Die ganze Woche lang kam ich nicht zum Lesen. Ich las ziemlich genau eine Seite. Eigentlich las ich drei, aber weil ich immer einschlief und neu anfangen musste, erinnere ich mich nur an eine Seite. Einmal ging ich sogar früher ins Bett. Ich schlief dann aber einfach früher ein. Aber jetzt in der letzten Nacht wollte ich früh einschlafen, weil ich am nächsten Tag eine lange Autofahrt vor mir hatte. Da las ich natürlich 30 Seiten. Ich schlief trotzdem genug. Ich träumte davon, dass ich ein fester Podcast-Gast von Micky Beisenherz war. Er gab mir Anweisungen, dass ich das Mikro weiter von meinem Bart weghalten solle. Er sähe auf seiner Tonspur nämlich die Kratzer, die mein Bart verursache. Ich habe nämlich wirklich einen wildgewachsenen Bart und auch wildgewachsene Haare. Mittlerweile sehe ich echt nicht mehr aus.

Heute standen wir früh auf und fuhren um 7 Uhr los, damit wir die Dänemark-Fähre um 13:00 Uhr schaffen. In Berlin würden uns 27 Grad erwarten, morgen soll die Temperatur sogar auf 31 Grad anwachsen. In Schweden hatten wir immer zwischen 18 und 20 Grad. Zu Hause hatten wir einen unangebrochenen Abend, daher schauten wir „The Boroughs“, diese neue Netflixserie mit Rentnern, die in einer Art Seniorenresidenz zusammenleben. Stephen King lobte die Serie und es spielt Geena Davis mit, sowie Alfre Woodard, die mit ihren 73 Jahren seit 20 Jahren keinen Tag gealtert zu sein scheint. Allein wegen dieser beiden Schauspielerinnen lohnt es sich, den Fernseher anzuschalten. Bill Pullman spielt auch mit. Er stirbt aber schon in der ersten Folge.

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