[Fr, 30.10.2026 – BeReal, Vision, Tomatenmark]

Letzten Herbst, als ich darüber schrieb, mich schrittweise von Software der US‑Tech-Bros loszulösen, empfahl mir eine bekannte Bloggerin BeReal, das als Alternative für Snapchat galt. Da Snapchat ziemlich (sehr) weit unten auf meiner Liste stand, ließ ich mir ein bisschen Zeit, aber heute, ziemlich genau ein Jahr später, installierte ich es schließlich und schickte ihr eine Freundschaftsanfrage. Jetzt bin ich also auch auf BeReal und suche nach Freunden. @Markxusx (Das Handle habe ich mir nicht ausgedacht). Ich glaube, noch nie über Snapchat geschrieben zu haben. Was mich aber an dieser etwas lächerlich klingenden App ziemlich erstaunt, ist die Verbindung, die ich seitdem mit meinen beiden Snapchat-Freundinnen habe. Meine zwei Snapchat-Freundinnen sind Benny aus meinem Herthafanclub und seine Frau Bine. Mehr Freunde habe ich nicht. Weil Snapchat mich faktisch dazu zwingt, jeden Tag ein Foto an meine zwei Freundinnen zu schicken, und sie wiederum auch dazu gezwungen werden, mir jeden Tag mindestens ein Foto zu schicken, hat sich so etwas wie eine unsichtbare (bzw sichtbare) Verbindung zwischen uns etabliert. Während wir uns früher nur im Stadion trafen oder wenn wir explizit verabredet waren, sind wir jetzt – nunja – verbunden. Mir fällt keine poetischere Bezeichnung ein.

Jetzt muss ich ihnen nur noch die Sache mit BeReal erklären.

Im Job ist gerade viel los. Alles super Dinge. Neulich wurde mir gesagt, ich sei jemand mit einer Vision. Das hat mir ungemein geschmeichelt. Seitdem kriegt das meine Hündin jeden Tag von mir zu hören. Das hat mir in meiner letzten Firma ein wenig gefehlt. Dort fand ich die Inhalte eher unspannend und hatte daher auch nicht den Antrieb, den ich in meiner neuen Firma habe. Digitale Souveränität treibt mich gerade an und ich denke kaum an etwas anderem, wie vor fast dreißig Jahren, als ich Linux entdeckte. Ich komme mir gerade vor, als kehrte ich zu meinen technischen Wurzeln zurück.

So.

Neulich sah ich ein Video von einer Frau, die Ketchup aus Tomatenmark, Datteln und Knoblauch machte. Auf dem Weg nach Hause kaufte ich also Tomatenmark, Datteln und Knoblauch. Ich fand das Video aber nicht mehr und jetzt habe ich Tomatenmark, Datteln und Knoblauch in meiner Küche liegen. Entweder finde ich das Video wieder, oder ich werde die Datteln essen müssen. Knoblauch wird nicht das Problem sein, da Knoblauch zu den Grundnahrungsmitteln in diesem Haushalt gehört, und Tomatenmark ebenso. Zudem esse ich Tomatenmark auch gerne aus der Tube. Aber nur, wenn mich niemand sieht.

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