Heute war es mir noch ein Bedürfnis, Frau Klugscheisser anzurufen und mich für die Organisation der Lesung zu bedanken. Weil das wirklich eine aufwendige und liebevolle Veranstaltung war, die sich von einer etwas leichtfüßig organisierten Lesung in einer Kneipe – wie ich sie vermutlich initiiert hätte – völlig unterschied. Ich rief sie natürlich nicht im klassischen Sinne an, sondern schickte ihr Sprachnachrichten, weil wir uns immer Sprachnachrichten schicken. Wie asynchrones Telefonieren. Schrieb ich ja bereits darüber.
Falls hier Menschen aus München mitlesen: Nach den magischen Karaoke-Nächten gibt es Bestrebungen, eine Karaoke-Interest-Group zu gründen.
Desweiteren schreibe ich seit dem Wochenende mit Frau Herzbuch. Wir haben noch viele Themen zu klären, die wir zwischen Creep und Fickt-Euch-Allee nicht geklärt bekommen hatten. Ich muss auch zugeben, dass ich ein wenig Angst davor hatte, sie zu treffen, also nicht Angst vor ihr, aber wenn jemand mit so einer Krankenhausgeschichte daherkommt, an der man öffentlich teilgenommen hat, dann weiß ich nicht so recht, wie ich mich der Person nähern soll. Sie war aber dermaßen offen und kontaktfreudig, dass – nunja, dass wir einfach weiterredeten.
Morgen misst es 11 Grad. Ich weiß derzeit nicht mehr, welche Jacke ich tragen muss. Meine Frau behauptet, ich hätte eine eigene Jacke für jeden einzelnen Grad zwischen minus 10 und plus 18, womit sie natürlich übertreibt, wobei ich heute feststellte, dass keine meiner Jacken wirklich zu 11 Grad passt. Vor allem, wenn es frühmorgens noch 3 Grad misst.
Dafür begann gestern die Polarnacht in Longyearbyen (es wird wieder Zeit für die Webcam). Die Sonne wird erst am 8. März wiederkommen. Da ich dem halben Dorf auf Instagram folge, teile ich die Freude. Ich habe die Polarnacht leider noch nie miterlebt, bisher nur die Mitternachtssonne, die ich seltsam surreal fand. Ich kann aber nachvollziehen, warum sich die Bewohnerinnen auf Spitzbergen so sehr auf die Polarnacht freuen. Dieses Eintauchen in eine ganz lange Nacht. Ein bisschen wie Winterschlaf, einigeln im Schnee, nachts in die Bar gehen, den Puls runterfahren, weniger Nackenschmerzen.
Ich spielte mal ein Spiel, das hieß: The Long Dark. Man schlüpft in die Rolle eines Mannes in einer arktischen, kanadischen Hütte. Es ist dunkel und draußen hört man Wölfe. The Long Dark. Mir gefiel der Titel des Spiels dermaßen gut, dass ich es kaufte. Ich starb aber immer nach spätestens zehn Minuten.
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Lachshaut.

Während man sich in Bayern liebevoll als alte Wursthaut tituliert, gehört man in Berlin als Lachshaut offenbar zu einer besseren Gruppe.