Patrick Stewart traf ich vor 12 Jahren auf einem Flug zwischen Los Angeles und New York. Es war schon dunkel, wir hatten Business Class gebucht, mein Mitarbeiter und ich stiegen in das Flugzeug ein und er erspähte Captain Picard, der zwei Reihen hinter uns saß und eine Baseballmütze trug, die er sich tief ins Gesicht gezogen hatte. Zuerst setzten wir uns, mein Mitarbeiter war aber ziemlich aufgeregt. Er saß am Fenster, während ich, wie immer, ein notorischer Gangsitzer bin. Er wiederholte mehrmals, wie geil das denn sei, dass Captain Picard hinter uns säße. Ich sagte, der hieße doch gar nicht Captain Picard. Er sagte, ja, das wisse er auch, aber der richtige Name fiele ihm gerade nicht ein. Man sollte aber schon ein Autogramm haben, wenn man mit Captain Picard in der Business-Class sitzt. Ich sagte, komm, mach dich nicht lächerlich. Er zögerte immerhin. Dann wühlte er in seiner Tasche und zog ein Notizheft heraus. Damit wollte er zu Captain Picard gehen und nach einer Unterschrift fragen.
Ich sagte, das machst du jetzt nicht, er sagte, doch, das muss ich machen. Ich sagte, google doch wenigstens seinen richtigen Namen, und so googelte er seinen richtigen Namen. Dann musste ich aufstehen, um ihn hinauszulassen. Ich wusste nicht, wo ich hinschauen sollte. Mein Mitarbeiter sagte „Sir!“ und hielt ihm das Notizbuch hin. Patrick Stewart blieb freundlich, lächelte und schrieb seinen Namen ins Notizbuch. Der Mitarbeiter kam zufrieden zu mir zurück und schob sich an seinen Platz zurück.
Ich schaute Patrick Stewart an und in meinem Selbstbild, weltmännisch zu sein, sah ich mich genötigt, zu sagen: Sorry. Er winkte ab und lächelte. That’s okay, sagte er.
Jetzt ist er auch weg. Er spielte aber nie eine bedeutende Rolle in meinem Leben. Ich kenne ihn vor allem als Charles Xavier, wie er im Rollstuhl in Gedanken anderer Menschen eindringt und sich väterlich um junge Mutanten kümmert. Mit Star Trek konnte ich hingegen nie viel anfangen.
Aber er war schon einer der Guten, glaube ich.