[Di, 21.11.2023 – Vulverina]

Kurz vorm Schlafengehen schaute ich auf die Wetterangaben. Berlin 1 Grad Plus. Longyearbyen 2 Grad Plus. Morgen wird es in Berlin die zwei Grad nicht überschreiten, in Longyearbyen drei Grad. Plusgrade.

Heute früh fuhr meine Frau wieder beruflich für ein paar Tage weg. Mit der läufigen Hündin ist das natürlich nicht besonders ideal. Ich kann wegen des Blutens nicht ins Büro und sie braucht mehr Zuwendung. Allerdings scheint die kritische Phase, also die Stehtag-Phase, bereits vorbei zu sein. Sie bellt interessierte Rüden, die an ihrer Vulva schnuppern, sofort weg.

Ich dachte bisher immer, dass Vulvas von Hunden Brosche heissen. Aber wenn ich das ergoogle, dann stimmt das offenbar nicht. Mir gefiel es immer, dass Menschen mit Broschen herumlaufen, dessen Namen der Einzigartigkeit von läufigen Hündinnen angelehnt ist. Es wird lange dauern, bis ich diesen Kontext innerlich nicht mehr herstelle.
Dafür nenne ich meine Hündin während der Läufigkeit Vulverina. Wegen Wolverine. Sie ähnelt Wolverine in gewissem Masse, vor allem im Gesicht. Und sie hat ständig ruhelose Phasen, rammelt zehn Minuten lang an ihrem Bettchen und gerät dabei völlig ausser Atem. Ihre Vulva ist in dieser Phase angeschwollen wie eine dicke Brosche. Und da haben wir die Brosche wieder. Ich glaube schon, dass sich das davon ableitet. Das fand ich einfach zu schön.

Auch führe ich ja wieder Protokoll über die Läufigkeit in einem Google Sheet, also dem online Excel von Google. Diesmal scheint alles schneller zu gehen. Wir sind jetzt bei Tag 18, sie begann bereits an Tag 16, interessierte Rüden wegzubellen. In der letzten Läufigkeit begann sie damit erst ab Tag 22. Aber das Protokoll war letztes Mal nicht sehr gut konzeptioniert. Zwischen Tag 10 und Tag 22 hielt ich sie letztes Mal nämlich strikt von anderen Rüden weg. Das mache ich diesmal nicht so. Diesmal teste ich eigentlich jeden Tag. Das macht einen Vergleich schwer. Allerdings habe ich jetzt bessere Daten für die nächste Läufigkeit. Falls wir sie diesmal nicht sterilisieren lassen. Aus Gründen der Datenerhebung liesse ich ihren Hormonhaushalt lieber intakt, mir macht das ja Spass. Andererseits sieht man auch wie das Tier unter den Hormonschüben keine gute Zeit hat. Mal sehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert